BIKE Festival Garda Trentino: Die Neuigkeiten von Cosmic Sports

Wir waren letztes Wochenende in Riva del Garda um für euch nach den neusten Produkten Ausschau zu halten und einige davon auch zu testen. Am Stand von Cosmic Sports gab es die ein oder andere Neuigkeit zu sehen die wir euch nicht vorenthalten wollen. Daniel Gareus informiert, was Ihr dieses Jahr auf keinen Fall verpassen solltet:

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Vollgas Jam VIII (am 14.09) – Event Teaser

Seit acht Jahren organisiert die Crew der Bembelbahn die Vollgas Jam, die mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen Contest-Szene ist und jährlich neue Besucher und Biker ins südhessische Zwingenberg verschlägt. Dieses Jahr findet die Jam am Samstag den 14. September statt, größer und wilder als zuvor. Wieder werden hochkarätige Fahrer aus Deutschland und den umliegenden Ländern erwartet. Als offizieller Tourstop und Bronze Event der Freeride Mountainbike Worldtour kämpfen die Fahrer der Amateur-und Profiklassen dieses Jahr um wertvolle Punkte auf der Weltrangliste. Zudem ist die Vollgas Jam 2019 erstmalig Teil der diesjährig gegründeten Dirt-Meisterschaft Hessen, bei der die Rider über vier hessenweite Events um den Titel des Hessenmeisters konkurrieren. Also Grund genug dabei zu sein, ob als Zuschauer oder Fahrer.

Viel Arbeit ist in den vergangenen 12 Monaten in den Umbau der Strecke geflossen, die schon letztes Jahr verbesserte und vergrößerte Slopestyle Jumps mit Holzabsprüngen bot. Für dieses Jahr konnte die große Line noch größer, spektakulärer und gleichzeitig für die Fahrer angenehmer gestaltet werden. Ermöglicht wurde das durch den großangelegten Ausbau des Anlaufhügels. Mehr Platz und Geschwindigkeiten erlauben neben höheren Sprüngen auch einen reibungsloseren Ablauf beim Veranstaltungstag selbst. Bei dem es wie gewohnt frisch Gegrilltes, vegetarische Köstlichkeiten und natürlich reichlich Getränke geben wird. Der Termin Mitte September erlaubt zudem wieder eine legendäre Night-Session, die den Profi- und Best Trick Contest in Flutlicht taucht und damit das Highlight des Tages darstellt. Abgerundet wird das Spektakel durch regionale DJs, die nach der Radfahr-Action musikalisch übernehmen und den futuristischen Red Bull Truck ablösen, der tagsüber die Beats macht.

Foto: Florian Schreier

 

Dieses Jahr winken den Profis Preisgelder in Höhe von 500 € (Euro) sowie Goodies oder Cash für den Best Whip oder verrücktesten Trick. Ein Best Trick wird an dem Abend ebenfalls gekürt und die Amateure können sich auf zahlreiche Sachpreise freuen, darunter auf einen brandneuen Slopestyle Rahmen von Radon Bikes.

Frontflip Nohand bei der Flutlicht Session von Tom Pfeiffer. Foto: Leo Brecher

Wer sich also vom Extremsport-Feeling mitreißen lassen möchte, FMB Punkte sammeln will oder sich für den ersten deutschen Hessenmeister qualifizieren möchte, sollte sich am 14.09 an der Bembelbahn in Zwingenberg, Ende Rieslingstraße, einfinden. Beginn für Kids, Amateure und Profis ist um 14 Uhr und der Eintritt ist für Zuschauer frei. Zeitlich ist der Amateurcontest auf 17:30 Uhr und der Proficontest auf 19:30 Uhr geplant.

Hier gehts zum offiziellen Facebook Event.

oder folgt den Jungs auf Instagram.

 

 

 

 

GIRLS ON BIKES!!!! NIVA! No Diva Racecamp

Dieses Jahr war es wieder einmal so weit. Das von HAIBIKE HERO Helene Fruhwirth veranstaltete “NIVA! No Diva Racecamp” ging beim Glemmride 2019 in die nächste Runde.

Helene, die nicht nur zu den weltbesten weiblichen Athleten im Radsport zählt, ist neben Ihren Künsten als Zweirad-Mechanikerin auch eine wirkliche Expertin, wenn es darum geht, Fahrtechnik richtig zu vermitteln. In den letzten Jahren werden Extremsportarten wie Downhill im Frauensport immer populärer.

Die gebürtige Österreicherin, die sich schon seit Kindesbeinen dem Downhill und 4-Cross verschrieben hat, fördert daher schon seit Jahren aktiv den Frauensportbereich und fordert die die Bike-Branche immer wieder dazu auf, Frauen als ernstzunehmende Athleten wahrzunehmen und aktiv in die Entwicklung von Produkten mit aufzunehmen. Und Helene hat es geschafft! Denn Ihr “NIVA! No Diva Racecamp” gehört nun schon seit geraumer Zeit zum Veranstaltungsinventar des Glemmride und auch die E-Bike-Pioniere von HAIBIKE haben sich der Sache angenommen und gehen mit Helene bereits seit Anfang des Jahres gezielt in Richtung Zukunft. Chapeau Helene!

Mehr Infos zu Helene findet Ihr unter: https://www.haibike.com/at/de/ueber-haibike/haibike-heroes/helene-fruhwirth

Radeln für einen guten Zweck

Wenn sich am Samstag, 7. September, wieder über 1.000 Athleten zum Massenstart im Zentrum von Hinterglemm einfinden und zum Startschuss um 09:00 Uhr doppelt so viele Cleats in die Pedale einklicken liegt Spannung in der Luft. Wer schafft die Königsdistanz und wer entscheidet sich während des Rennens für eine kürzere Strecke? 21, 31, 42 und 58 Kilometer stehen noch zur Auswahl. Wer sich zu Beginn selbst unterschätzt, hat während des Rennens jederzeit die Option eine längere Distanz zu wählen.
Nach ein paar Jahren Pause kehrt 2019 auch wieder der Cross Country Bewerb zurück. Wer für beide Disziplinen genug Kraft hat kann sein Allround-Talent auch am Freitag, 6. September, unter Beweis stellen.

Helden der Berge
Echtes Heldentum will verdient sein. Zwei spektakuläre Events vereinen sich, um seinen König und seine Königin zu finden. Bei der Mountain Attack, die jedes Jahr im Jänner in Saalbach Hinterglemm stattfindet, messen sich über 1.000 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen und bewältigen Höhen bis zu 3.010m. Beide Events zusammen küren am Ende die verdienten „Mountain Heros“.

Young Guns
Einmal Mountainbike-Rennen fahren wie die Großen. Über die gleiche Zielgerade einfahren wie die Profis. Angefeuert werden von zahllos jubelnden Zuschauern. Rennluft schnuppern – das macht nicht nur den Kids, sondern auch den Eltern und Zuschauern Spaß. Immer am Tag vor dem Marathon geht es im Start/Zielbereich für alle bis 13 Jahre zur Sache. Auf dem 500 bzw. 900 m langen Rundkurs mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden werden die Rennen für Mädchen und Jungen in sechs Altersklassen ausgetragen.

Radeln für den guten Zweck
Im Rahmen der World Games of Mountainbiking wird auch in diesem Jahr wieder eine wohltätige Organisation unterstützt. Wer eine Patenschaft für einen der Wettkämpfer übernimmt, spendet pro gefahrenen Kilometer einen Euro an den Verein Debra Austria, zugunsten von Schmetterlingskindern. Die Emotionen schwingen hoch, wenn am Ende der Veranstaltung die Spendensumme verkündet wird. Rund € 10.000 jährlich konnte der Verein „Biking 4 Butterfly Children“ im Zuge der „World Games of
Mountainbiking“ an DEBRA Austria spenden.
Weitere Infos und Programm unter:saalbach.com/worldgames

Nicholi Rogatkin beim Glemmride 2019 – Interview

Nicholi Rogatkin dürfte keinem von Euch ein fremder Name sein. Der Weltklassen-Slopestyler aus den USA hat letztes Jahr die Triple Crown of Slopestyle gewonnen und gilt als einer der erfolgreichsten Jungs im Contest-Geschehen. Er hat bereits unzählige Events für sich entschieden, darunter auch einige Crankworx Tourstops.

Und Nicholi fällt einfach auf! Durch seine revolutionären Tricks, seine unglaublichen Sprunghöhen und seine unzerstörbar wirkende Zielstrebigkeit hat ihn an die Weltspitze im Slopstyle getrieben. Nicht umsonst ist Nicholi einer der Gründe, warum sich tausende Zuschauer zu Events wie dem Glemmride oder Crankworx bewegen, um sich dort die Shows der weltbesten Athleten diesen Planetens anzuschauen. Inmitten der Final-Qualifikationen haben wir uns mit ihm zusammengesetzt, um mit ihm sein Wahnsinns-Jahr 2018 als auch den diesjährig etwas holprigeren Saisonauftakt zu rekapitulieren.

#FullgasMTB: Emotionaler Comeback-Sieg von Rissveds – van der Poel bezwingt Schurter und Flückiger

 

Der Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup ging am Sonntag mit den Cross-Country-Bewerben emotional und hochklassig zu Ende. Jenny Rissveds (SWE) und Mathieu van der Poel (NED) begeisterten 13.000 Zuschauer. Nino Schurter und Mathias Flückiger (SUI) hielten mit den Plätzen zwei und drei am letzten Tag der MTB-Festspiele am Rothorn die schweizer Fahnen hoch.

 

Trockene und sonnige Bedingungen begrüßten Athleten und Zuschauer am Sonntag zu den mit Spannung und vor allem auch mit Begeisterung erwarteten Cross-Country-Rennen. Die Hoffnungen 13.000 Fans ruhten auf den Lokalmatadoren Jolanda Neff und Nino Schurter (beide SUI) – doch der Tag sollte eine andere emotionale Wendung nehmen. Nach vier zweiten Plätzen im Cross Country 2019 hatte Neff nur ein Ziel: ihren ersten Saisonsieg und gleichzeitig ihren ersten Heimsieg einfahren. Schon in der Einführungsrunde übernahm die amtierende Gesamtweltcupsiegerin die Führungsarbeit. Der Tempoverschärfung von Anne Terpstra (NED) in der dritten von fünf Runden konnte Neff jedoch nicht mehr folgen. Nur Jenny Rissveds (SWE) und Pauline Ferrand-Prévot (FRA) konnten mit der Niederländerin mithalten. Eine Runde später musste auch Short-Track-Siegerin Ferrand-Prévot abreißen lassen und fuhr hinter dem Spitzenduo einen ungefährdeten dritten Platz ein. Den Tagessieg holte sich Rissveds. Die Schwedin attackierte am langen Anstieg zu Beginn der fünften und letzten Runde, distanzierte Terpstra und fuhr einem emotional überwältigenden zweiten Weltcupsieg entgegen. Schon auf der Zielgeraden konnte Rissveds ihre Emotionen kaum zurückhalten, im Ziel ließ sie ihren Tränen freien Lauf.

 

Zwei Jahre lang war Rissveds wegen Depressionen, wie sie offen und öffentlich bekannte, nahezu von der Bildfläche verschwunden. Die Olympiasiegerin von 2016 kehrte in diesem Jahr in Nové Město (CZE) wieder auf die große Weltcup-Bühne zurück. In Vallnord (AND) fuhr sie als Fünfte erstmals wieder auf das Podium und erzielte in der vergangenen Woche in Val di Sole (ITA) den dritten Platz. Ihre atemberaubende Comeback-Saison krönt die erst 25-Jährige nun mit dem Triumph in Lenzerheide. «Dieser Sieg bedeutet mir unfassbar viel. Die vergangenen zwei Jahren hatte ich eine extreme Lebenskrise. Mein Erfolg soll auch als Message für alle zu sehen sein, die in einer ähnlichen Lage sind, wie ich damals war: Gebt niemals auf! Mit dem Sieg hat sich für mich ein Kreis geschlossen», sagte eine emotionale Rissveds, die 2016 in Lenzerheide ihren ersten Weltcupsieg feierte.

 

Im Ziel freute sich die zweitplatzierte Terpstra mit ihrer Rivalin: «Ich freue mich wahnsinnig für Jenny. Nach all dem, was sie durchmachen musste, ist es schön sie gewinnen zu sehen. Für mich war die gesamte Woche harte Arbeit. Ich muss meinem Team danken, das mir extrem geholfen hat, da ich zunächst kein gutes Gefühl auf dem Bike hatte und ohne die Hilfe des Teams auf dem technischen Kurs den zweiten Platz nie erreicht hätte», sagte die Niederländerin. Hinter der Dritten Ferrand-Prévot verlor Neff ihren sicher geglaubten vierten Platz durch einen Defekt am Hinterreifen in der letzten Runde. Die 26-Jährige musste sogar noch ihre große Rivalin im Kampf um den Gesamtweltcup passieren lassen und überquerte hinter der siebtplatzierten Kate Courtney als Achte die Ziellinie. Im Weltcup führt Neff vor dem anschließenden Event in Snowshoe (USA) mit 73 Punkten vor Courtney. Vierte und damit beste Schweizerin wurde Sina Frei. Catharine Pendrel (CAN) komplettierte das Podium als Fünfte.

 

Van der Poel sichert sich doppeltes Double – Schweizer auf Rang zwei und drei
Damit lagen alle Hoffnungen auf einen Heimsieg auf Nino Schurter und der Lokalmatador machte seine Absichten schon in der ersten Runde deutlich. Der Antritt des zweifachen Saisonsiegers zog das Feld auseinander. So führten die Protagonisten vom Freitag, Schurter, Henrique Avancini (BRA) und Mathieu van der Poel (NED) zunächst das Feld an. Aber Mathias Flückiger (SUI) hat beflügelt von der heimischen Kulisse den Anschluss geschafft und vorübergehend die Spitze in ein Quartett verwandelt. Schon in der zweiten von sechs Runden trat van der Poel an und der Zweikampf zwischen ihm und Schurter um den Tagessieg begann, denn kein Verfolger konnte mit dem Top-Duo mithalten. Bis zum vorletzten Umlauf wechselten sich die beiden Spitzenathleten mit der Führungsarbeit ab, ehe der Niederländer erneut seinen Turbo zündete und in der letzten Runde den Vorsprung souverän ins Ziel brachte. Wie sehr das Radsport-Phänomen in seiner eigenen Liga fährt, zeigt, dass van der Poel in der fünften Runde sogar schneller war als in der verkürzten Einführungsrunde. Nach 1:17,50 Stunden stand der historische Sieg des 24-Jährigen fest. Mit seinem zweiten Doppelsieg in Folge erzielte van der Poel eine neue Bestmarke. Zudem war es sein achter Saisonsieg, der dritte im olympischen Cross Country nach seinen Siegen in Nové Město und Val di Sole.

 

«Der Sieg bedeutet mir viel. Es ist der wahrscheinlich schwierigste im ganzen Jahr, weil Nino vor seinem Heimpublikum natürlich noch motivierter ist. Der Gesamtweltcup wird vielleicht irgendwann ein Thema, vorerst bleibe ich bei meinem Plan und werde nicht nach Snowshoe fahren. Ich habe noch andere Ziele. Mit meiner Mountainbike-Saison bin ich sehr zufrieden», sagte van der Poel. Schurter erreichte das Ziel mit 25 Sekunden Rückstand, wo er den Sieg seines Rivalen neidlos anerkannte: «Es war wahnsinnig hart heute. Mathieu war stärker und so ist es keine Schande hinter ihm Zweiter zu werden. Mein Plan war, dass ich von Beginn hohes Tempo gehe und ihm so den Zahn ziehe. Das hat leider nicht geklappt. Trotzdem war es ein gutes Rennen von mir und es ist einfach immer überragend hier zu starten. Dass van der Poel nicht zum Saisonfinale reist ist natürlich schade. Er tut dem Mountainbike-Sport gut», sagte der amtierende Weltmeister nach Rennende.

 

Den gelungenen schweizer Auftritt vervollständigte Mathias Flückiger (SUI) als Dritter. «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen. Ich wollte am Start nicht überpacen und war überrascht, dass ich so schnell wieder an die Spitze gekommen bin. Dann haben mir die entscheidenden Körner gefehlt. Aber mein Heimpublikum hat mir viel Kraft gegeben und mich aufs Podium gehievt, worüber ich sehr zufrieden bin. Ich werde nicht nach Snowshoe reisen, sondern mich auf meine Mountainbike Marathonziele vorbereiten.»

 

Die schweizer Elite-Athleten blieben bei ihrem Heimrennen zwar ohne Sieg, sorgten mit insgesamt sieben Podiumsplatzierungen dennoch für strahlende Gesichter bei den Besuchern.

 

U23: Eibl gewinnt Gesamtweltcup – Heimsieg für Colombo
Den Auftakt am Sonntag machten die U23-Frauen: Dort fuhr Ronja Eibl (GER) auf den zweiten Platz. Nach drei Siegen und drei zweiten Plätze hat sich die Deutsche damit vorzeitig den Gesamtweltcupsieg gesichert. Der Tagessieg ging an Martina Berta (ITA) und Haley Batten (USA) wurde Dritte. Im letzten Rennen des Wochenendes sorgte Filippo Colombo für einen erfolgreichen schweizer Abschluss. Colombo setzte sich im Sprint gegen Vlad Dascalu (ROU) durch und sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg bei den U23-Männern. Jofre Cullell Estape (ESO) landete auf dem dritten Platz.

 

MTB-Festspiele begeistern Zuschauer
Die Mountainbike-Festspiele am Rothorn wurden erneut ihrem Ruf gerecht: Action, Drama, Ekstase, Emotionen und Hochspannung – die Short-Track-Rennen am Freitag, die Downhill-Wettbewerbe am Samstag und die Cross-Country-Hauptrennen am Sonntag beinhalteten alles, was das Mountainbike-Herz begehrt und zogen insgesamt zirka 28.500 in die Bike-Arena gepilgerten Zuschauer in ihren Bann.

 

«Wir wussten nicht, was uns erwartet», sagte OK-Präsident Christoph Müller. Andere Veranstalter hätten davon berichtet, dass nach einer Weltmeisterschaft das Interesse der Zuschauer abflache. «Bei uns war das aber nicht der Fall, im Gegenteil», freute sich Müller. «Die Zuschauerzahlen von knapp 30.000 über das gesamte Wochenende übertraf alle Erwartungen. Das Short-Track-Format von Freitagabend war ein zusätzliches Highlight, das bereits früh viele Besucher anlockte und als überaus gelungene Premiere bezeichnet werden darf. Die Stimmung war einfach gigantisch und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!»

Die spannenden Rennen von Elite Damen und Herren sind als Video-on-Demand kostenlos auf www.redbull.tv verfügbar.

 

All photos by ©  Piotr Staron

#FullgasMTB: Französische Downhill-Party mit starken Schweizerinnen

 

Der Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup Lenzerheide fand mit den Downhill-Rennen am Samstag seine Fortsetzung. Amaury Pierron und Marine Cabirou erzielten auf der STRAIGHTline einen französischen Doppelsieg. Aber auch Emilie Siegenthaler und Camille Balanche schafften bei ihrem Heimrennen den Sprung auf das Podest und sorgten für erneut ausgelassene Stimmung bei den 10.000 Zuschauern.

 

Getreu dem Motto «#FullgasMTB» standen die Mountainbike-Festspiele am Rothorn am Samstag ganz im Zeichen des Downhills. Die Athleten mussten sich dabei nicht nur auf eine für den diesjährigen Weltcup geänderte Streckenführung einstellen, sondern vor allem auch auf täglich wechselnde Streckenbedingungen: Starker Regen am Mittwoch durchnässte den Track zunächst, ehe bestes Sommerwetter an Donnerstag und Freitag die Strecke nach und nach austrocknete. Am Renntag zeigte sich Lenzerheide von seiner ungemütlichen Seite: Leichter Regen war für einen extrem herausfordernden Wechsel des Untergrunds verantwortlich. 15 Starterinnen in der Kategorie Frauen Elite stellten sich um 12:30 Uhr der Herausforderung. Die erste Richtzeit setzte die Deutsche Raphaela Richter in 3:44,136 Minuten bis Lokalmatadorin Camille Balanche (SUI) die Top 10 eröffnete. Die Europameisterin verbesserte Richters Zeit um 1,226 Sekunden und nahm im Hot Seat Platz. Aus besagtem Sitz wurde Balanche von Kate Weatherly (NZL), Achte des Qualifyings, verdrängt. Weatherly und Balanche hielten ihre Spitzenplätze bis nur noch die Top 5 des Qualifyings im Starthaus standen.

 

Die spannende Schlussphase eröffnete Emilie Siegenthaler (SUI). Angetrieben von tausenden Zuschauern ging die Eidgenossin in ihrem Heimrennen volles Risiko, musste sogar einmal ausklicken, um die Balance zu halten, aber erzielte in 3:41,389 Minuten eine neue Bestzeit. Wie ungewohnt nahe das Damenfeld in Lenzerheide zusammenlag, zeigte die nachfolgende Veronika Widmann (ITA), die nach Problemen mit drei Sekunden Rückstand im Ziel zunächst Siebte war. Als Drittletzte ging Marine Cabirou (FRA) ins Rennen. Die Französin nahm den Schwung aus Val di Sole (ITA) mit, wo sie in der Vorwoche ihren ersten Weltcupsieg feierte. Cabirou baute bei jeder Zwischenzeit ihre Führung aus und war im Ziel mit 3:34,304 Minuten sieben Sekunden schneller als Siegenthaler. Die Qualifying-Zweite Nina Hoffmann nahm anschließend risikofreudig das Rennen auf. Nach gutem Beginn unterliefen der 23-jährigen privaten Starterin im technischen Teil kleinere Fehler. Dennoch hatte die 23-Jährige mit rund zwei Sekunden Rückstand den zweiten Rang im Blick. Ein platter Reifen sowie ein daraus resultierender Sturz beendeten das Vorhaben. Letztendlich fuhr Hoffmann mit 25 Sekunden Rückstand über die Ziellinie und wurde am Ende 13.

 

Wie in der Vorwoche fiel die Entscheidung somit zwischen Cabirou und Tracey Hannah (AUS), die in dieser Saison zum sechsten Mal die Schnellste im Qualifying war. Cabirou blickte vom Hot Seat gespannt nach oben und beobachtete, wie die australische Gesamtweltcupführende mit einer technischen feinen Fahrt ihren knappen Rückstand von 0,3 Sekunden bei der ersten Zwischenzeit in einen Vorsprung von 1,1 Sekunden bei der dritten Zeitnahme umwandelte. Im unteren Streckenabschnitt fehlte Hannah die entscheindende Risikobereitschaft und so fiel die zweimalige Saisonsiegerin im Herzschlagfinale mit 0,264 Sekunden hinter Cabirou zurück. Die 22-jährige Französin freute sich nach der knappsten Saisonentscheidung und dem geringsten Vorsprung in der Lenzerheide-Weltcup-Geschichte über ihren zweiten Saisonsieg in Folge: «Zwei Siege hintereinander zu erreichen ist einfach nur unglaublich. Dabei war ich mit meinem Lauf gar nicht so zufrieden. Ich habe viele Fehler gemacht, weil es sehr rutschig war. Aber ich bin auf dem Rad geblieben und habe versucht so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Jetzt bin ich einfach nur glücklich», sagte Cabirou. Aber auch die nur um einen Wimpernschlag unterlegene Hannah gab sich im Anschluss zufrieden: «Es war ein verrücktes Rennen. Im oberen Teil hat es geregnet und es war schwierig sich auf die Strecke einzustellen. Ich habe nicht direkt ein Sicherheitslauf gezeigt, ich wollte schon gewinnen, aber klar lag der Fokus bei den Bedinungen darauf, ohne Sturz ins Ziel zu kommen. Ich war hier noch nie besser als Zweite, also alles gut und ich habe wichtige Punkte für den Sieg im Gesamtweltcup einfahren.»

 

Zur Freude des elektrisierten schweizer Publikums stellte Siegenthalter als Dritte ihr bislang bestes Weltcup-Ergebnis ein: «Ich war noch nie besser als Dritte und selbst das ist schon eine Weile her. Zuletzt 2017 ebenfalls in Lenzerheide. Dieser dritte Platz heute vor meinem Heimpulikum bedeutet mir schon sehr viel.» Weatherly wurde Vierte und Balanche komplettierte das hervorragende schweizer Abschneiden als Fünfte. Richter erreichte in ihrem erst zweiten Weltcuprennen einen starken achten Platz. Bei ihrer Premiere in Leogang belegte die 21-Jährige sogar Rang sechs.

 

Die Franzosen schlagen zurück – Pierron verkürzt Rückstand auf Bruni
In der Vorwoche kam der Sieger beim Downhill der Männer erstmals in dieser Saison nicht aus Frankreich und hieß somit weder Loic Bruni noch Amaury Pierron. Der Brite Laurie Greenland sorgte in Val di Sole (ITA) für Abwechslung auf der obersten Stufe des Siegerpodest und zeigte auch in Lenzerheide sein Können. 2:53,688 Minuten benötigte der Qualifying-Elfte für seinen Run die 2,2 Kilometer lange STRAIGHTline hinunter in die ausverkaufte Bike Arena und nahm mit knapp zwei Sekunden Vorsprung im Hot Seat Platz. Fünf Rider bissen sich in der Folge an der Zeit des 22-Jährigen die Zähne aus.

 

Amaury Pierron, Saisonsieger in Fort William (SCO) und Les Gets (FRA), läutete als Qualifying-Fünfter den finalen Showdown ein. Der Franzose riskierte alles, baute seine Führung sukzessive aus und fand im neu angelegten Steilstück «The Plunge» eine Traumlinie, so dass er bei der dritten Zwischenzeit bereits mit 3,5 Sekunden führte. Selbst ein kleiner Fehler im Schlussektor des amtierenden Gesamtweltcupsiegers verhinderte den Führungswechsel nicht. Mit einer Zeit von 2:49,422 Minuten pulverisierte der 23-Jährige Greenlands bisherige Bestzeit um knapp 4,3 Sekunden. Nach ihm startete der Altstar: Greg Minnaar (RSA) führte bei der ersten Zwischenzeit noch minimal, aber im technisch extrem anspruchsvollen Mittelteil konnte selbst der 21-fache Weltcupsieger nicht mit Pierron mithalten. Erst gegen Ende machte der Rekordweltcupsieger wieder Zeit gut, aber verpasste den Hot Seat um eine knappe Sekunde und reihte sich als Zweiter ein.

 

Troy Brosnan (AUS) fuhr mit einem beherzten Run auf Rang drei hinter Minnaar. Durch Pierrons Traumlauf stand Loic Bruni vor seinem Start unter Druck. Dennoch nahm der Gesamtweltcupführende seinen Run gewohnt ruhig, sicher und schnell auf. Im Gegensatz zu Pierron wählte der dreimalige Weltmeister nicht die engste Linie im Steilstück und büßte Zeit ein. Im Ziel hatte der dreimalige Saisonsieger 1,4 Sekunden Rückstand und verdrängte Brosnan vom dritten Platz. Auch der Qualifying-Schnellste, Danny Hart (GBR), konnte Pierron nicht vom Hot Seat verdrängen. Der Brite touchierte am Ende des oberen Waldstücks zweimal die Streckenprotektoren und hatte zur Rennhälfte bereits zwei Sekunden Rückstand, die auf einen entfesselnd gefahrenen Pierron nicht mehr aufzuholen waren und überquerte die Ziellinie 3,2 Sekunden hinter der Siegerzeit.

 

Mit seinem dritten Saisonsieg verkürzt Pierron (1.222 Punkte) den Rückstand im Gesamtweltcup auf Bruni (1.312 Punkte) auf 90 Punkte. «Um ehrlich zu sein habe ich diese Leistung nach meinen schweren Stürzen im Training niemals erwartet. Mit dem Qualifying-Ergebnis war ich schon zufrieden. Es hat mir so viel Spaß gemacht. Die Strecke war gar nicht so rutschig wie ich gedacht habe, sondern nur ein bißchen. Ich habe alles gegeben und bin begeistert. Der Sieg war natürlich auch für den Gesamtweltcupsieg wichtig. Mal schauen was passiert, es ist weiterhin alles offen», sagte Pierron. «Ich musste ein wenig improvisieren, weil ich nicht wusste wie die Bedingungen sind. Über die Lautsprecher habe ich von Amaurys Führung und seiner guten Zeit erfahren und das hat mich schon beeinflusst, obwohl ich es ausblenden wollte. Ich hatte einen kleinen Fehler und hätte natürlich gerne besser abgeschnitten. Aber alles gut. Die Gesamtwertung ist jetzt wahnsinnig spannend. Die Situation ist komplett neu für mich, wir werden sehen was passiert», sagte Bruni.

 

Zwischen den Franzosen platzierte sich ein fröhlicher Greg Minnaar: «Die Strecke war in super Zustand und es hat richtig Spaß gemacht. Ich hatte einen tollen Lauf. Aber immer, wenn mir so ein Run aufgeht, wie schon in Leogang, habe ich einen dieser Franzosen vor mir. Die sind einfach so gut. Mein Ziel ist es sie zu schlagen und mal wieder ein Rennen zu gewinnen.»

 

Höll und Sherlock siegen bei den Junioren
Den Downhill-Samstag eröffneten die Juniorinnen, wo einmal mehr Vali Höll (AUT) ihre Klasse gezeigt hat. Die Qualifying-Schnellste aus Österreich ging als Letzte auf die Strecke und überquerte die Ziellinie nach 3:28,234 Minuten und einem Vorsprung von knapp 30 Sekunden auf die Zweitplatzierte Nastasia Gimenez (FRA). Anna Newkirk (USA) belegte nach Sturz den dritten Rang. Mit ihrem fünften Saisonsieg wiederholte Höll vorzeitig ihren Erfolg im Gesamtweltcup. Auf Seiten der Junioren gewann Seth Sherlock (CAN) seinen ersten Weltcup vor Lokalmatador Janosch Klaus (SUI) und dem Neuseeländer Tuhoto-Ariki Pene.

 

Krönender Abschluss am Sonntag
Nach dem gelungen Short-Track-Debüt am Freitag und der Downhill-Action am Samstag gehen die Mountainbike-Festspiele in Lenzerheide am Sonntag mit den Cross-Country-Rennen zu Ende.

Die beiden Elite-Rennen im Cross Country aus Lenzerheide werden live auf Red Bull TV gezeigt. Die Übertragung des Downhill-Rennens der Frauen startet um 11:00 Uhr, gefolgt von der Berichterstattung des Männer Rennens um 13:30 Uhr. Direkt im Anschluss an die Übertragung steht der gesamte Broadcast zum Abruf auf redbull.tv zur Verfügung.

Ausstehende Rennen UCI Mountain Bike World Cup Lenzerheide:

Datum Uhrzeit (CEST) Disziplin
Sonntag, 11.08. 09:00 Uhr Cross Country Frauen U23
Sonntag, 11.08. 11:20 Uhr Cross Country Frauen Elite
Sonntag, 11.08. 13:50 Uhr Cross Country Männer Elite
Sonntag, 11.08. 16:10 Uhr Cross Country Männer U23

Der Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup sorgt dafür, dass in der Region die Straßen leergefegt sind:

 

All photos by © Piotr Staron