TEST: Alles im Griff? – Vier Griffe im Test

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Der Griff ist ein Bauteil am Fahrrad, das häufig vernachlässigt wird. Dabei ist er – neben den Pedalen die einzige Verbindung zwischen Fahrer und Bike. Verliert man den Halt und der Griff rutscht aus der Hand, ist es in den meisten Fällen vorbei. Doch guter Grip ist lange nicht alles, was wir heute von einem Griff erwarten dürfen. Bei der Auswahl der Passform geht es nicht ganz so problematisch zu wie bei der Sattelwahl – dennoch sollte der Griff zur Hand des Fahrers passen. Deshalb sind viele Griffe in unterschiedlichen Durchmessern erhältlich. Auch auf die Gummihärte und die Oberflächenstruktur sollte man achten. Maximaler Grip ist nicht alles, schließlich soll der Griff auf langen Abfahrten kleine Schläge dämpfen und möglichst lange halten. Zum Schluss darf das Augenmerk auf die Optik fallen – oft ist die Farbwahl riesig.

Die meisten Griffe im Gravity-Bereich sind Schraubgriffe. Das bedeutet, die Griffenden lassen sich über eine Schraube fixieren. Die meisten Griffe kommen mit einer Schelle aus – doch testet unbedingt vor der Fahrt, ob der Griff wirklich fest sitzt! Denn habt ihr die Schraube nicht richtig angezogen, hat er Griff keinerlei Halt am Lenker.

Anders bei Griffen, die aufgeschoben werden – wie man sie häufig bei Dirt, Street und BMX sieht. Diese haben keinen Kunststoffkern und lassen sich nur mit etwas Mühe über den Lenker schieben. Hier gibt es verschiedene Methoden, um sich die Arbeit zu erleichtern. Beliebt ist Haarspray: Lenkerende einsprühen, der Griff gleitet über das noch flüssige Haarspray leicht auf den Lenker und sitzt, wenn das Spray getrocknet ist.
Die einfachste und sicherste Methode ist Bremsenreiniger, Feuerzeugbenzin oder Isopropanol: Lenkerende einsprühen, Griffinnenseite einsprühen, schnell aufschieben und etwa zehn Minuten warten, bis alles verflüchtigt ist. Mit diesen Mitteln lassen sich die Griffe auch wieder demontieren. Von Seife oder Spüli raten wir ab, da die Griffe insbesondere bei Nässe nicht richtig am Lenker halten.
In Fahrradläden wird zumindest die Demontage gerne mit Druckluft durchgeführt.

Bei Griffen mit Klemmschellen sollte die Werkzeugaufnahme mindestens ein 2,5 bis 3 Millimeter Inbus sein – alles darunter lässt sich nicht vernünftig anziehen und geht zu schnell kaputt.

Übrigens: Endkappen schützen nicht nur Lenker, Griff und Hauswand, sondern auch euch! Selbst mit Endkappe kann ein Sturz auf das Lenkerende fatale Folgen haben – erhöht also nicht noch das Risiko, indem ihr ohne fahrt!

 

Ergon – „GD1“

Mit dem nagelneuen „GD1“ hat Ergon erstmals einen Griff speziell für den Gravity-Bereich entworfen – und die Ergonomie-Experten haben ein durchdachtes Produkt auf den Markt gebracht. Der „GD1“ ist in zwei Größen erhältlich. Bei beiden Größen wächst der Durchmesser zum Griffende hin, um 1,5 Millimeter bei der Slim-Version und um 2 Millimeter beim Regular. Durch den konischen Verlauf liegt der Griff sicher in der Hand. Der Bereich am kleinen Finger ist im Kunststoffkern ausgespart und sorgt somit für eine extra Portion Halt. Der „GD1“ verfügt über eine angenehme Eigendämpfung durch die in Deutschland hergestellte Gummimischung – beim Regular-Modell ist die Dämpfung noch etwas ausgeprägter. Die Struktur ist genau auf die Hand ausgelegt – also bei der Montage beachten, dass der Daumen auf der glatten Fläche liegt und der Schriftzug im Gummi von vorne lesbar ist. Zur richtigen Ausrichtung findet ihr eine Hilfe auf der Klemmschelle. Das Gummiprofil des „GD1“ ist sogar so griffig, dass ohne Handschuhe schnell die Haut schmerzt. Doch Handschuhe gehören ja eigentlich zur Grundausstattung des Mountainbikers. Der Griff kommt mit einer dicken Klemmschelle mit 3 Millimeter Inbus aus. Die langen Endkappen halten bombenfest und sind schön dick für eine hohe Lebensdauer. Optional sind die auch in blau, rot und schwarz erhältlich.

Pro:

  • griffig
  • Klemmung
  • Ergonomie

Contra:

  • nicht zu empfehlen für alle
  • die ohne Handschuhe fahren

Unverbindliche Preisempfehlung: 34,95 € | Farben: Frozen Black, Frozen Orange | Gewicht: 108 g (Slim mit Endkappen) | Durchmesser: 29 – 30,5 mm (Slim), 30 – 32 mm (Regular) | Länge: 127 mm | Material: Custom Rubber Compound
www.ergon-bike.com | www.rtisports.de

 

ODI – „AG1”

„AG1“ steht natürlich für „Aaron Gwin 1“. Ist der Griff des Meisters das Nonplusultra am Markt? Direkt in der Hand fällt auf, dass die Griffe sehr schlank sind – der Durchmesser beträgt gerade einmal 28 Millimeter. Leute mit riesen Pranken werden hier schnell Schwielen bekommen. Passt der Griff von der Größe, bringt er optimale Kontrolle für den Fahrer. Der „AG1“ ist leicht ergonomisch geformt und bietet durch die kantigen Streifen (grau) einen guten extra Halt gegen ein Verdrehen der Hand. Ein Vorteil bei harten Schlägen im Steinfeld oder bei unsanften Landungen – besonders wenn die Hände schon etwas erschöpft sind. Bei der Montage beachten, dass der Daumen auf der glatten Fläche aufliegt und die grauen Streifen nach vorne stehen. Das Gummi im Pistolengriff-Design sorgt selbst bei Nässe für exzellenten Halt. Dabei ist die Gummimischung angenehm weich, aber nicht so weich, dass sie sich groß in sich verdrehen lässt. Nach außen hin ist der Kunststoffkern des Griffs ein wenig ausgespart, dadurch lässt er sich leichter eindrücken und der kleine Finger hat einen besseren Grip. Der „AG1“ kommt mit nur einer Aluminium-Klemmschelle aus, die mit einer vernünftigen Schraube mit 3 Millimeter Inbus-Aufnahme geschlossen wird. Auf den Griffenden sitzen harte Kunststoff-Kappen und schützen nicht nur den Lenker, sondern decken auch das gesamte Endstück des Griffs ab.

Pro:

  • griffig
  • Klemmung
  • Ergonomie

Contra:

  • nichts

Unverbindliche Preisempfehlung: 34,95 € | Farben: Black/ Gray/ Silver, Red/ Fire Red, Brt Blue/ Light Blue, Fl. Orange/ Fl. Yellow | Gewicht: 90 g (mit Endkappen) | Durchmesser: 28 mm | Länge: 123 mm
www.odigrips.com | www.sportimport.de

 

Revolution Suspension Grips – „Shock Absorbing Grip System”

Diese Griffe sind anders als alle anderen Griffe – sie liegen nicht auf dem Lenker auf. Nur die Klemmschellen innen und außen halten das Ganze am Lenker und bewirken genau das, was vom Hersteller gewünscht wird: Die Griffe bewegen sich! Das klingt im ersten Moment nach einer grausamen Vorstellung. Doch der Zweck dahinter ist, dass der Griff so Schläge und Vibrationen absorbieren kann und die Muskulatur nicht so schnell ermüdet. Sprich: mehr Abfahrten, kein Armpump und keine Schmerzen mehr. Und tatsächlich: Die Revgrips funktionieren. Und zwar so: Außen liegen die beiden Klemmschellen, die das Griffstück zusammenhalten und fixieren. Der Gummi selbst berührt den Griff nicht. Damit sich die Griffe hin und her bewegen können, ist jede Klemmschelle mit vier Aussparungen versehen, die mit „Shock Absorbing“-Einsätzen bestückt werden. Dazwischen sitzen Gleitringe – über die man in fünf Stufen die Bewegungsfreiheit des Griffs einstellen kann.

Nicht, dass ihr jetzt glaubt, statt zehn Abfahrten im Bikepark plötzlich 20 machen zu können. Doch ihr werdet den Unterschied merken. Das anfangs seltsame Gefühl, dass der Griff verrutscht, ist nach kurzer Eingewöhnungsphase verschwunden. Die Gummistruktur fällt eher sanft aus und der Griff liegt auch ohne Handschuhe angenehm in der Hand. Dass der Revgrip griffig ist, erreicht er über die weiche Gummimischung. Sie verstärkt die Dämpfung nochmals, nutzt sich aber etwas schneller ab.
Die hochwertigen Aluminium-Endkappen sind geschraubt. Die Griffe bringen keine Nachteile mit sich und wirken sich positiv auf Arme und Hände aus – allerdings muss man bei einem Preis von über 100 Doller auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Pro:

  • innovativ
  • griffig
  • Dämpfung

Contra:

  • Preis

Unverbindliche Preisempfehlung: 109,95 US$ | Farben: Schwarz | Gewicht: 122 g (inkl. Endkappen) | Durchmesser: 31 mm (Small), 34 mm (Large) | Länge: 118 mm | Material: Silikon
www.revgrips.com

 

Supacaz – „Siliconez”

Die „Siliconez“ gibt’s in vielen bunten Farben, dazu sind die Griffe UV-Licht resistent, damit die schöne Farbe lange erhalten bleibt. Die latexfreien Silikongriffe passen sich super an die Hände an und bieten gleichzeitig eine stoßdämpfende Eigenschaft – das verlangsamt die Ermüdung beim Biken. Der Griff richtet sich eher an Dirt-Fahrer als an Downhiller, denn er kann sich am Lenker etwas verdrehen. Das passierte im Test nur minimal bei der Montage ohne Hilfsmittel. Die Gefahr, dass der Griff stark verrutscht, besteht also nicht. Mit Haarspray oder Bremsenreiniger lässt sich der Griff wunderbar montieren und hält danach auch besser am Lenker. Der „Siliconez“ bietet auch ohne Handschuhe tollen Grip – selbst bei Nässe ändert sich das nicht. Sehr gut: Das Griff-Material aus Silikon nutzt sich lange nicht so schnell ab wie weiche Gummigriffe. Die Endstopfen aus Kunststoff werden einfach in das Lenkerende gesteckt.

Pro:

  • UV-resistent
  • Haltbarkeit
  • griffig
  • Gewicht

Contra:

  • Verdrehen nicht auszuschließen

Unverbindliche Preisempfehlung: 18,90 € | Farben: Schwarz, Rot, Weiß, Neon Pink, Neon Blau, Neon Grün, Neon Gelb | Gewicht: 72 g (inkl. Endkappen) | Durchmesser: 30 mm | Länge: 130 mm | Material: Silikon
www.supacaz.com | www.trailtoys.de

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VIDEO: Aaron Gwin Talks Racing

Im neuen Video seines Helm-Sponsors BELL, spricht Aaron Gwin ungewohnt offen über seine Ziele für die kommende Saison und die nächsten Jahre. 

Neben dem Ziel seinen lang ersehnten, ersten Weltmeistertitel zu gewinnen, erfahrt Ihr auch noch einiges über seine Favoriten unter den Worldcup-Strecken und seine erstaunlich unspektakuläre Rennvorbereitung. Wir sind gespannt wie sich der mittlerweile 30-jährige US-Amerikaner an diesem Wochenende in Lošinj schlagen wird und freuen uns auf einen spannenden Start in die diesjährige Worldcup-Saison. Unbedingt anschauen!

 

VIDEO: The Good Old Times Are Now – The Movie

Zwar schon etwas älter aber erzeugt bei uns mächtig Lust auf den Sommer! Dies ist die Geschichte eines Traums mit der Realität vermischt. Verfolge eine Gruppe von Freunden, die das tun, was sie am meisten lieben: Fahrrad fahren, Bier trinken und Spaß haben.

PM: Weltcupstopp in Leogang – Out Of Bones Festival

Am kommenden Wochenende starten die Downhiller beim Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup in Losinj in Kroatien in die neue Saison. Von 7. bis 10. Juni wird dann Saalfelden Leogang zum achten Mal in Folge Schauplatz des einzigen Weltcupstopps in Österreich sein.

Vieles ist neu bei der achten Auflage des Weltcups in Saalfelden Leogang, darunter das Rahmenprogramm: Eine spektakuläre FMX Show wird hier heuer erstmals für Aufsehen sorgen. Mit der Hogmoa Team-Challenge wird es außerdem einen  Staffelbewerb für Jedermann geben. Hier kommt es zum Team-Building von Bergauf-Fahrern, Downhillern und Bike-Akrobaten, für die es gilt, drei Streckenabschnitte in der kürzesten Zeit zu absolvieren –  dafür geht’s für das Siegerteam dann per Hubschrauber in die Lüfte, um das beeindruckende Bergpanorama Saalfelden Leogangs mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Beim Kinder Pumptrack-Rennen am Samstag bekommen die Allerjüngsten ihren großen Auftritt, bevor abends bei freiem Eintritt ein Open Air-Konzert mit der Rockband „Strongbow“ wartet. Danach wird beim „After Show Bar-Hopping“ weitergefeiert. Ein kostenloser Shuttleservice bringt die Partygänger in die Stadt Saalfelden, wo in den diversen Lokalitäten die Nacht zum Tag gemacht werden kann. Alle Jahre wieder sehens- und erlebenswert ist die große Expo-Area, in der man nicht nur nach Herzenslust shoppen, sondern den Stars der Szene ganz nah sein kann.

Auch das Starterfeld erweitert sich in diesem Jahr um eine Lokalmatadorin: Zum ersten Mal überhaupt wird mit Vali Höll eine Pinzgauerin und zugleich Österreichs größte Nachwuchshoffnung beim Weltcup der Juniorinnen am Start stehen. Nicht neu ist der Blick auf den Favoritenkreis bei den Topathleten – denn es hat einen Grund, warum der Amerikaner Aaron Gwin in diesem Jahr das Plakat des Out of Bounds Festivals ziert: Gwin schrieb im vergangenen Jahr Geschichte und drückte dem österreichischen Bike-Mekka mit dem Hattrick-Erfolg seinen Stempel auf.

Einer der berühmtesten Downhilltracks der Welt // Leogang

Downhill-Weltmeisterschaft 2020

Natürlich laufen auch die Vorbereitung auf das nächste Großereignis in Saalfelden Leogang auf Hochtouren: 2020 wird Österreichs Mountainbike-Hochburg nach acht Jahren wieder eine WM ausrichten. Im Herbst 2020 kehren die Medaillenentscheidung in der Disziplin Downhill zurück in den erfahrenen Weltcuport.
Für alle, die es nicht nach Leogang schaffen, gibt es den Mercedes-Benz UCI Mountain Bike Downhill Weltcup in Leogang live und als Video-on-Demand kostenlos unter redbull.tv/uci auf dem Red Bull TV BIKE Channel: redbull.tv/bike. Auch auf Servus TV wird der Mercedes-Benz UCI Mountain Bike Downhill Weltcup in Leogang live übertragen.

 

Programmübersicht:

Freitag, 8. Juni
Ab 12.00 Uhr Team – und Expo-Area
18.30 Uhr Hogmoa Team-Challenge (Anmeldung vor Ort)

Samstag, 9. Juni
10.00 Uhr Kids Pumptrack Challenge
12.15 Uhr World Cup Downhill – Seeding Run – Women Juniors
12.30 Uhr World Cup Downhill – Qualifying Round – Men Juniors
13.30 Uhr World Cup Downhill – Qualifiying Round –Women Elite
14.00 Uhr World Cup Downhill –  Qualifiying Round – Men Elite
19.30 Uhr Open Air-Konzert mit Strongbow – Eintritt frei!

Sonntag, 10. Juni
9.45 Uhr World Cup Downhill – Final – Women Juniors
10.15 Uhr World Cup Downhill Finale – Women Elite
13.30 Uhr World Cup Downhill Finale- Men Elite

LAUNCH: Das neue Specialized „Stumpjumper“ Trailbike – ein Allrounder? – inkl. VIDEO

Wir waren für euch beim Specialized Launch des neuen Stumpjumper und haben es in seinem Einsatzgebiet getestet. Per Livechat mit einem der Entwickler direkt aus Kalifornien wurden uns die ersten Infos zum neuen Bike erklärt. Anschließend haben uns die Mitarbeiter von Specialized Germany in Holzkirchen ihre Eindrücke während der Entwicklung nahe gebracht.

Trailevent 2018 in Holzkirchen

Die wichtigsten Änderungen vorweg, es gibt eine Short- und eine Long-,travel Variante. Das Stumpjumper hat eine komplett neue, deutlich steifere Geometrie mit mehr Reach. Bei der Entwicklung hat man einige Eindrücke des Demo’s einfließen lassen. Zudem gibt es einen Flipchip mit dem ihr in wenigen Minuten die komplett Geo anpassen könnt.

Direkt zum Anfang findet ihr hier die beiden Geometrien:

Geometrie des Longtravel in der Carbon Variante und 29″

Geometrie des Short travel Stumpjumper’s in 29″

 

 

Der eigentlich simple Flipchip, verändert die Höhe des Tretlagers um bis zu ±6mm und den Lenkwinkel um bis zu ±0,5°

 

Außerdem könnt ihr euch euer Rad so zusammenstellen, wie ihr es wollt, vom Hybridlaufradsatz bis zu 3,0″ Reifenbreite ist alles möglich und das Ganze bei 29″ oder 650b.

Wir haben beide Varianten für euch getestet. Erst das Longtravel mit 150/140mm, welches von Werk aus auch für den Bikepark geeignet ist. Durch die 29″ Laufräder ist das Bike sehr laufruhig und trotz gröberen Wurzelfeldern stand die Performance des Fahrwerks wohl kaum einem Enduro nach.

Man merkt sofort das Specialized zusammen mit dem Fahrwerkshersteller die Geometrie angepasst hat 

 

Die asymmetrische Brücke passt sich dem ebenfalls asymetrischen Rahmen, welcher vor allem darin dem Demo sehr ähnelt, perfekt an. Durch das neue Design soll der Rahmenflex minimiert werden und die Flexibilität zwischen Steuerrohr und Tretlager so minimal gehalten werden wie möglich. Dennoch trägt es auch dazu bei, das Gewicht nochmals zu reduzieren. Um ein bestmögliches Fahrwerk zu konstruieren, hat Specialized von Beginn an mit dem Fahrwerksherstellern zusammen gearbeitet.

 

Deutlich zu sehen, die asymetrische Dämpferaufnahme

 

Dennoch wollten die Entwickler das Gewicht noch reduzieren und so ergibt sich ein Gewichtsersparnis von ca. 250g bei den Größen S, M und 100g bei den Größen L & XL (bezogen auf den Rahmen). Zur erhöhten Steifigkeit, trägt die neue Strebe einen großen Teil hinzu.

 Rider first engenerd // Die Verbindung zwischen Bike und Fahrer soll perfekt funktionieren, egal wie groß der Fahrer ist.

Höchste Steifigkeit auch beiden Größen L/XL

Zudem könnt ihr einen kleinen Schlauch, eure Regenjacke oder Energieriegel im Stauraum unter der Getränkehalterung verstauen. Diese Swat Box ist noch 20% größer als die im vorherigen Modell.

Die Swat Box bietet einiges an Platz und kommt ohne zusätzliche Bauteile aus

 

Die 2,6″ Specialized Bereifung beim Longtravel und die 2,3er beim Shorttravel erstaunte uns sehr, beste Performance auf dem Trail, mit einem gröberen offenen Profil aber dennoch einen definitiv guten Lauf bergauf oder auf dem Asphalt.

Der Butcher vorne und der Purgatory hinten bieten bei 2,6″/2,3″ einen optimalen Kompromiss

Weitere tolle Feature’s sind, der neue geräuscharme integrierte Kettenstrebenschutz mit Noppen und die innenverlegten Züge mit einem Schlauchsystem für Bremse, Schaltung und Sattelstütze, welche das Verlegen der Leitungen bei der Carbon Version des neuen Stumpjumper’s zum Kinderspiel machen.

Dem „Kettenschlag“ wird durch die Noppen aktiv entgegengewirkt

 

Zudem wird es eine Women Edition in der Short Variante geben, welche bis zur Austattungsvariante „comp“ zur Verfügung steht. Bei dieser „Women“ Edition wurden alle Kontaktpunkte verändert, unter anderem die Griffe, der Sattel, eine komplett höhere Front, eine kürzere Kurbellänge und ein extra abgestimmter Dämpfertune. An der Geometrie hat Specialized keine Änderungen vorgenommen, da sie aus Praxiserfahrung festgestellt haben, dass sich die Sitzposition zwischen Frauen und Männern nur minimal unterscheidet und hier eine Anpassung der Kontaktpunkte völlig ausreiche.

Die Women Comp 29″ Edition, hier als Alurahmen

Außerdem wird im Laufe des Jahre’s noch eine „Evo“ Variante herausgebracht, welche über eine laut Specialized „sehr spezielle bzw. extreme“ Geometrie verfügt. Der Lenkwinkel dieser komme laut der Entwickler, der Geo des Demo’s sehr nahe.

Im Praxistest

Schon auf dem flachen Schotterweg zum Trail, fiel einem direkt das super Rollverhalten des Bikes auf. Das tiefe Tretlager und die 160mm (bei M/L/XL) variable Commander Post sorgt für eine angenehme Sitzposition auch bei steileren Anstiegen. Ziemlich am Anfang unserer Tour gab es eine Passage mit einem relativ steilen Abhang, durch die ausgeklügelte Suspension zusammen mit den 29″ Laufrädern war dies kein Problem. Durch die 2,6″ breite Specialized Bereifung hat man bei trockenen sowohl auch bei matschigen Bedingungen hervorragenden Grip.

Die trotz 29″ verspielte Geometrie lädt auch bei kleinen Wurzeln zum Abziehen ein

 

Als wir die Bikes tauschten und wir ein Short Travel bekamen, hat es uns definitv überrascht, wie man die 130/120mm so effektiv nutzen kann. Die Endprogression war immer gegeben und man hatte nie das Gefühl durchzuschlagen. Trotz des tiefen Tretlagers war man auch hier nicht in Gefahr, direkt an der nächst höheren Wurzel hängen zu bleiben. Allerdings könnte man hier auch durch den Flipchip, dass Tretlager nochmals 6mm höher setzen. Bei der Short Travel Variante sitzt man einfach etwas aufrechter, was bei langen Uphill Passagen definitv sehr angenehm ist. Bei Downhill Passagen bot die Long Travel Variante aber ein potenteres Fahrverhalten.

Auch das Short Travel mit 130/120mm ist so gut wie jedem Trail gewappnet

Als Fazit können wir auf jeden Fall nur Positives berichten, beide Varianten machen einfach Spaß und bieten ausreichend Reserven. Die neuen Features sind wirklich praktisch und mit den 29″hat Specialized wie auch bei den Reifen einen perfekten Kompromiss aus Rollwiderstand und Grip bzw. Sicherheit gefunden. Als Nachteil müssen wir leider den vergleichsweise hohen Preis nennen. Doch Spaß ist garantiert und einen treuen Allrounder für eure Trails oder einen Flowtrail findet ihr hier auf jeden Fall.

Wir haben für euch noch ein Video am Tag des Trailevent`s aufgenommen, unter anderem mit Fabio Wibmer (siehe oben).

 

 

TEST: Die Neuauflage der ION „K-Pact“ Knieschoner im Test

Wir haben die neuen ION K-Pact Knieschoner getestet. Sie wurden komplett überarbeitet und begleiten euch bei so gut wie jedem Einsatzbereich. Durch ihr dünnes Design können sie auch unter der Jeans getragen werden und sind somit auch interessant für Dirt- und Street-Fahrer. 

Wie uns die Protektoren gefallen haben und alle Info’s erfahrt ihr in unserem neuen Video:

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 89,95€

Weitere Informationen erfahrt ihr hier.

PM: Laurie Greenland und Myriam Nicole gewinnen in Maribor

Was für ein Saisonauftakt der Europacupserie. Laurie Greenland und Myriam Nicole gewinnen auf der legendären Strecke von Maribor. Bei dem ausgebuchten Rennen gingen 400 Fahrer aus 33 Nationen an den Start.

Nachdem Maribor nun drei Jahre von der internationalen Bildfläche verschwunden war, kehrte am vergangenen Wochenende erstmalig wieder der iXS European Downhill Cup in die slowenische Metropole zurück. Im Vergleich zur letzten Austragung eines Rennens dieser Serie hat sich einiges an der Strecke verändert. Der komplette untere Teil nach dem berühmten Rock Garden wurde einer Überarbeitung unterzogen, ohne jedoch den besonderen Charakter der Strecke, die zu den weltweit beliebtesten zählt, zu verändern. Obwohl vor zwei Wochen noch ordentlich Schnee lag, haben es die Veranstalter hinbekommen, einen perfekten Kurs zu bieten.

Landscape - EDC Maribor 2018.jpg

Obwohl der Termin für den Serienauftakt sehr früh angesetzt war, waren die äußeren Bedingungen optimal. Warme Temperaturen und trockene Verhältnisse sind für April nicht selbstverständlich, aber natürlich dem Anlass angemessen. Die Wahl des Datums war natürlich absichtlich, schließlich konnte somit das Rennen für viele als Generalprobe für den eine Woche später stattfinden Weltcup im kroatischen Losinj dienen. Somit war es wenig verwunderlich, dass unter den 400 Teilnehmern aus 33 Nationen viele internationale Top-Fahrer an den Start gingen. Der Favoritenkreis war ziemlich groß und gerade am Anfang der Saison schwierig abzustecken.

Die Qualifikation

Nachdem am Freitag der obligatorische Track Walk und das Freie Training auf dem Programm standen, wurde es am Samstag dann nach der ausgiebigen Trainingssession am Morgen zum ersten Mal ernst. Wie im Europacup üblich, ging es in der Elite Men Klasse um den Einzug ins Super Final am Sonntag, bei dem die besten 30 der Qualifikation dann um den Rennsieg fahren. Für alle anderen ging es um erste wichtige Punkte für das Gesamtklassement und die Startaufstellung im Finale.

Die nicht nur qualitativ, sondern mit knapp 30 Frauen auch quantitativ stark besetzte Klasse der Elite Women hielt Myriam Nicole (FRA – Commencal Vallnord) mit einer Zeit von 4:06.275 Minuten in Schach. Allerdings zeigten sich auf den nachfolgenden Plätzen unter anderem Tracey Hannah (AUS – Polygon UR) oder die neue Europameisterin Monika Hrastnik (SLO – Blackthorn) ziemlich angriffslustig.

Myriam Nicole - iXS EDC

Schnellster Elite Men Fahrer war Amaury Pierron (FRA – Commencal Vallnord), der mit einer Zeit von 3:31.629 Minuten sich ganz knapp vor Troy Brosnan (AUS – Canyon Factory Team) halten konnte.

Amaury Pierron - iXS EDC

Die Finalläufe

Der Sonntag startete dann erneut mit perfekten Bedingungen. Nachdem noch einmal vier Stunden Training angesetzt waren, ging es pünktlich um 12.30 Uhr los mit den Finals. Die erste Klasse war wie immer die Masters Kategorie. Wie schon am Vortag setzte sich Fabrizio Dragoni (ITA – Alessi Racing Team) durch und verwies Dominik Dierich (GER – TREK AmperRad) und Billy Caroli (SUI – Fabien bike tramelan) auf die nachfolgenden Plätze.

Nachwuchsklassen

Nach den älteren Herren war mit der U17 male Klasse der Nachwuchs an der Reihe. Am Ende entschied Simon Chapelet (FRA – Polygon UR Development) das Rennen mit 3:42.845 Minuten für sich. Blake Ross (NZL – Revolution Products NZ) und Chris Cumming (IRL – Wideopenmag) komplettierten das Podest. Siel van der Velden (BEL – VDV) war die Schnellste der U17 female Kategorie. Sie verbesserte sich im Vergleich zum Vortag um etwa 20 Sekunden und dürfte damit ziemlich zufrieden sein.

Valentina Höll wird in einer Woche an ihrem ersten Weltcup teilnehmen © Rick Schubert Valentina Höll wird in einer Woche an ihrem ersten Weltcup teilnehmen © Rick Schubert

 

In der U19 female Klasse konnte sich Valentina Höll (AUT – Sram Rockshox Factory Racing) mit einem deutlichen Sieg das nötige Selbstvertrauen für ihr Weltcupdebut sichern. Wie üblich muss sich das Ausnahmetalent und seit neuestem auch Mitglied der Red Bull Familie den Vergleich ihrer Zeit mit den Elite Women gefallen lassen und um das Ganze schon einmal vorweg zu nehmen, es hätte diesmal für den dritten Platz gereicht. Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass sich die anderen aus dieser Klasse nicht entmutigen lassen, denn auch wenn die junge Österreicherin immer etwas das Ergebnis verwischt, die Leistungen der anderen sollen nicht geschmälert werden. Lisa Gava (ITA – 3stars) und Ottilia Johansson Jones (SWE – Propain Gravity Juniors) lieferten durchaus solide Rennläufe ab und fanden sich auf der rechten und linken Seite des Podiums wieder.

Elite Women

Im Anschluss startetet die Elite Women und wie zu erwarten war, wurde hier Racing auf höchstem Niveau geliefert. Der Red Bull Hot Seat war hart umkämpft und als dann Nina Hoffmann (GER – Santa Cruz Bicycles) als erstes eine Zwischenzeit ablieferte, die in der Region der Schnellsten des Vortages lag, war die Spannung förmlich zu spüren. Die junge Deutsche konnte schon mit ihrem fünften Platz in der Quali überzeugen und schob sich dann sogar noch einen weiteren Platz nach vorn, denn die nach ihr gestartete Petra Bernhard (AUT – Friesis Bikery) hatte im Ziel mehr als drei Sekunden Rückstand. Als nächstes kam Monika Hrastnik ins Ziel, die ihre Vortageszeit um sieben Sekunden verbesserte und somit schneller als die Bestzeit des Samstags war.

Tracey Hannah fuhr schon 2007 auf dieser Strecke, damals wurde sie Dritte © Rick Schubert
Tracey Hannah fuhr schon 2007 auf dieser Strecke, damals wurde sie Dritte // Rick Schubert

 

Aber dann kam auch schon Tracey Hannah und unterbot um ganze acht Sekunden. Es fehlte also nur noch Myriam Nicole, die an der Zwischenzeit einen hauchdünnen Vorsprung von vier Zehntelsekunden hatte. An der Ziellinie war dieser dann leicht gewachsen und somit gewann die Französin mit einer Zeit von 3:55.398 Minuten vor Hannah und Hrastnik.

Junioren

Danach kamen die U19 Fahrer. Einer der ersten war George Kerr (GBR – Propain Dirt Sixpack), der am Vortag ein DNF eingefahren hatte. Er legte mit 3:51.172 eine Zeit vor, die schon im Bereich der Top 5 der Qualifikation war. Somit konnte er es sich im Hot Seat erst einmal bequem machen. Doch dann irgendwann war seine Zeit nur noch Makulatur und einer nach dem anderen unterbot. Am Schluss führte Kye A´hern (AUS – Canyon Factory Racing) mit 3:31.371 Minuten, was schneller war als die Bestzeit der Elite Klasse des Vortages. Zweiter wurde Henry Kerr (GBR – Propain Dirt Sixpack), gefolgt von Stefano Introzzi (ITA – Scout / Nukeproof).

Kye A´hern ist bisher noch ziemlich unbekannt, aber Gabe Fox hat ihn nicht umsonst ins Team geholt.
Kye A´hern ist bisher noch ziemlich unbekannt, aber Gabe Fox hat ihn nicht umsonst ins Team geholt.

 

Super Final Elite Men

Die letzte Entscheidung fiel dann im Super Final. 30 Fahrer kämpften um den Tagessieg und schenkten sich dabei nichts. Die erste ernstzunehmende Zeit legte Laurie Greenland (GBR – MS Mondraker Team) vor. Der Juniorenweltmeister von 2015 und Vizeweltmeister der Elite Klasse 2016 brauchte für 2600 Meter eine Zeit von 3:27.997 Minuten. Doch zu diesem Zeitpunkt fehlten noch zwei Drittel der Klasse im Ziel. Doch die nächsten Fahrer platzierten sich alle hinter dem Briten. Was seine Zeit aber wirklich wert war, zeigte sich, als dann selbst große Namen wie Mark Wallace (CAN – Canyon Factory Team), Brendan Fairclough (GBR – Scott Velosolutions) oder Brook MacDonald (NZL – MS Mondraker) sich dahinter platzierten. Leichter Regen hatte nun eingesetzt, so dass die Verhältnisse nicht ganz einfach waren.

Brook MacDonald schien diese Strecke wirklich zu mögen © Rick Schubert
Brook MacDonald schien diese Strecke wirklich zu mögen // Rick Schubert

 

Nun waren es noch die drei Besten des Vortages, die etwas am Sieg von Greenland ändern konnten. Dakotah Norton (USA – Unior Devinci Factory Team) hatte an der Zwischenzeit bereits fünf Sekunden Rückstand und war so keine Gefahr mehr. Auch Troy Brosnan hatte sich schon bis zur Zwischenzeit ins Aus geschossen. Somit war es nur noch der Schnellste der Qualifikation, der irgendwas anrichten konnte. An der Zwischenzeit lag er zwar zurück, aber durchaus noch in Schlagdistanz. Als Amaury Pierron dann über den Zielsprung ging, sah man, dass es knapp werden würde, aber beim Überqueren der Ziellinie offenbarte die Anzeigetafel ein Plus von 1,7 Sekunden und somit gewann Greenland sein erstes internationales Rennen in der Elite Klasse. Amaury Pierron wurde Zweiter, gefolgt von Brook MacDonald an dritter Stelle, während Brendan Fairclough und Mark Wallace das Fünfer-Podest komplettierten.

Laurie Greenland bewies seine frühe Form © Rick Schubert
Laurie Greenland bewies seine frühe Form // Rick Schubert

 

Maribor hat auf jeden Fall wieder einmal abgeliefert, was alle erwartet hatten. Die Strecke hat an ihrer Attraktivität und Beliebtheit nichts eingebüßt und sich bei vielen Fahrern wieder ins Gedächtnis eingebrannt. Das Ambiente war zudem einfach exzellent, die Stimmung dem Anlass angemessen und das Wetter wahrscheinlich besser, als wir oftmals im Sommer erwarten können. Der nächste Stopp der Serie findet Mitte Juni in Kranjska Gora, ebenfalls in Slowenien, statt.

 

Die Course Preview könnt ihr euch hier anschauen:

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