TEST: M1 Sporttechnik – „Spitzing Plus R-Pedelec”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Was für ein futuristisches Design! Das könnte glatt der Prototyp eines Supersportswagens für 2025 sein. Der gigantische Batterie- und Motorblock dämpfen jedoch diese Optik. Der High-Tech-Rahmen des „Spitzing“ ist komplett aus Carbon gefertigt, dennoch liegt das Gesamtgewicht wegen der schweren Maschine mit 27 Kilo deutlich über dem der gängigen E-Mountainbikes am Markt. Die Züge verlaufen sauber durch den Rahmen und auch der Dämpfer ist gut im Rahmen versteckt. Um ihn zu blockieren, tippt man einfach auf die Fernbedienung am Lenker. Für die Sag-Einstellung hat M1 eine kleine Öffnung im Rahmen gelassen, um das Dämpferventil zu erreichen. Wirklich gut erreichbar ist es trotzdem nicht, besser wäre eine Ventilverlängerung. Gegen Aufpreis gibt’s ein Bordcomputer-Upgrade, um neben Navi, SMS und Telefon auch seine Leistungsdaten auswerten zu lassen.

// Nettes Detail um den Dämpfer zu erreichen – dennoch etwas fummelig

Unser Testrad wurde sinnvollerweise mit einer KindShock Vario-Sattelstütze nachgerüstet. Dieses Upgrade ist in jedem Fall zu empfehlen, wenn auch der Hinterbau unerwartet viel Luft für die Versenkung einer herkömmlichen Sattelstütze bietet. Bei der Schaltung kommt Shimanos bewährte 10-fach „XT“ zum Einsatz. Dank Sensorik wird der Unterstützungs-Antrieb bei jedem Schaltvorgang unterbrochen – das sorgt für eine höhere Lebensdauer. Auch die kräftige Bremsanlage aus Maguras „MT5“ vorne und „MT4“ hinten ist komplett verkabelt. Schön wäre es, wenn ein solches Geschoss auch am Hinterrad eine große 203er Scheibe verbaut hätte – allein schon wegen des Gewichts. Das Fahrwerk von Manitou lässt sich ruhigstellen, der Dämpfer eben bequem vom Lenker aus. M1 Sporttechnik hat das 120 Millimeter Fahrwerk mit kräftigen Plus-Reifen von Schwalbe unterstützt. Die „Nobby Nic“s sorgen für einen guten Grip auf losem Boden und Schnee. Wird es steinig, nass oder verwurzelt, kommt die harte „PaceStar“-Mischung schnell an ihre Grenzen. Ein etwas kürzerer Vorbau und ein breiterer Lenker würde dem Fahrer mehr Kontrolle über den Boliden geben.

// Die Bremse sitzt sicher im Hinterbau

Bis auf das Modell „Worldcup“ kommen alle anderen „Spitzing Plus“-Versionen in der gleichen Ausstattung. Das „S-Pedelec“ läuft 45 km/h und kommt wegen der Zulassung für den Straßenverkehr zusätzlich mit Spiegel, Licht und Reflektoren. Das „R-Pedelec“ ist „offen“ und ausschließlich für Privatgelände und Wettkämpfe, also kein Seitenspiegel und so. Damit unterscheidet es sich optisch nicht von dem normalen „Spitzing Plus Pedelec“, das „nur“ bis 25 km/h unterstützt.
Unser Race-Pedelec hat ein maximales Drehmoment von 120 Newtonmeter – was für eine brachiale Power! Die Motorleistung ist mit 850 Watt, die Höchstgeschwindigkeit mit 75 km/h angegeben – das klingt nach Spaß. Fünf Modi bietet die Unterstützung. Auf der höchsten Stufe wird mit 550 Prozent der eigenen Tretkraft unterstützt – das Rad schiebt unglaublich voran! Kleiner Wermutstropfen: Extrem steile Anstiege werden durch das riesige Kettenblatt mit 48 Zähnen etwas knackig. Doch ohne die große Übersetzung lässt sich das „R-Pedelec“ eben nicht ausfahren. Vielleicht sollte man hier zu einer anderen Kassette greifen.

// Das Tretlager mit Motorpack sitzt gefährlich tief

Fahrerisch lässt sich das „Spitzing Plus“ gut in die Trail- und AllMountain-Schiene einordnen. Auf Forstwegen ist das Bike eine absolute Wucht und M1 hat bewiesen, was aktuell schon möglich ist. Doch bei steileren Wegen im Gelände schieben die 27 Kilo Kampfgewicht gnadenlos in Richtung Tal. Etwas behäbig ist das sportliche Gefährt, aber Trails sind nicht das einzige Einsatzgebiet dieses Bikes. Dank des 880 Wattstunden starken Akkus lassen sich im sparsamen Modus auch ausgedehnte Touren unternehmen.

// Der Bordcomputer

Fazit: M1 Sporttechnik zeigt der Konkurrenz wo es lang geht. Das „Spitzing R-Pedelec“ ist das schnellste E-unterstützte Rad am Markt. Das Bike bringt viel Freude, so lange es nicht zu technisch bergab geht.

Pro:

  • Leistung
  • Spaßgarant
  • breites Einsatzgebiet
  • schnellstes Pedelec am Markt

Contra:

  • Kettenblattgröße
  • Gummimischung der Reifen

Unverbindliche Preisempfehlung: 8.899,- € (Komplettrad) | Größen: M, L | Gewicht: 27,00 kg | www.m1-sporttechnik.de

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TEST: Marin – „Attack Trail Pro“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Das Vollcarbon-Modell aus Cali wirkt auf den ersten Blick etwas gedrungen. Tatsächlich, die Geometriedaten bestätigen das. Aber warum nicht? Lange, tiefe und flache Bikes gibt es zu genüge am Markt.

Der Rahmen ist mit einigen netten Details gespickt. Die Züge verlaufen am Testbike alle durch den Rahmen, wahlweise können sie auch sauber außen entlang geführt werden. Über die Direct-Mount Umwerfer-Aufnahme, lässt sich alternativ eine Kettenführung montieren – oder wie am Testbike, die vermutlich beste Lösung: ein Flaschenöffner. Der Bremssattel der Hinterradbremse verschwindet im hinteren Rahmendreieck. Da ist die Bremse sicher und die cleane Optik gewahrt. Doch das geht auf Kosten der Erreichbarkeit des Bremssattels. Das empfindliche Unterrohr ist durch einen soliden, abnehmbaren Protektor geschützt. Am Hinterbau des Viergelenkers stehen 150 Millimeter Federweg zur Verfügung.

Beim Fahrwerk setzt Marin am Spitzenmodell auf „Monarch Plus Debon Air“ und „Pike RCT3“ mit 160 Millimetern Federweg. Die Bremsanlage kommt auch aus dem Hause Rock Shox. Bei der 12-fach Schaltung der „X01 Eagle“ geht es bis auf 50 Zähne auf der Kassette – damit lässt sich jeder noch so steile Anstieg meistern. Die neuen breiten Stan’s NoTubes „ZTR Flow MK3“-Laufräder passen super ins Bike und sorgen für einen tollen Grip.

Mit der leichten Trail-Bereifung kommt unser Testbike ohne Pedale auf 12,95 Kilo. Auch die restlichen Anbauteile der höchsten Ausstattungsvariante sind vom Feinsten: „X01“-Carbon-Kurbel, breiter Carbon-Lenker von Deity und LEV „Integra“-Sattelstütze von Kind Shock.

Der „Quad-3-Multi-Link“-Hinterbau mit virtuellem Drehpunkt sorgt für eine solide Dämpfung. Trotz „nur“ 150 Millimetern Federweg und des verhältnismäßig kurzen Radstands von 1167,9 Millimetern bleibt das Bike in Wurzelpassagen und bei höherem Tempo unerwartet ruhig. Wo heute fast alle Endurobikes in Richtung Race gehen – getreu dem Motto länger, tiefer, flacher, schneller – entschleunigt das Marin mit seiner urvertrauten Geometrie. Das soll nicht bedeuten, dass das Bike nicht schnell und konkurrenzfähig ist. Bloß, dass hier die Priorität mehr auf „Spaß haben am Biken“ liegt, anstatt das letzte Zehntel herauskitzeln zu wollen. So fährt sich das „Attack Trail“ wendig, flink und ebenso geschmeidig wie eine Katze über die Trails. Lediglich bei sehr hohem Tempo, grobem Geläuf und richtig steilen Passagen muss das Bike Abstriche machen. Hier würden abfahrtsorientiertere Reifen schon eine Menge bewirken. Doch dank des leichten Aufbaus und der guten Position auf dem Rad, tritt sich das „Attack Trail“ mühelos bergauf. Das „Pro“-Modell liegt bei 5.999 Euro.

FAZIT: Mit dem „Attack Trail Pro“ hat Marin ein tolles Bike mit hochwertiger Ausstattung am Start. Alle die gerne auf den Trails spielen, wendige Bikes lieben und auch mal verwinkelte Kurven meistern, treffen mit dem Marin die richtige Wahl.

Pro:

  • wendig
  • agil
  • geringes Gewicht
  • Uphill-Performance

Contra:

  • nichts

Unverbindliche Preisempfehlung: 5.999,- € (Komplettrad) | Größen: S, M, L, XL | Gewicht: 12,95 kg | www.marinbikes.com

Test & Video: Leichte Knieprotektoren für Tourenfahrer: Dainese – „Trail Skin 2“

Gehört ihr zu der Familie der Protektorenmuffel? Bei eurer Feierabendrunde lasst ihr eure Knieprotektoren oft zu Hause, da sie für eine lockere Runde zu dick auftragen? Dann solltet ihr mal einen Blick auf die leichten Dainese „Trail Skin 2“ werfen, um diese schlechte Angewohnheit abzulegen.

Fast jeder hat diesen Protektorenmuffel unter seinen Bike Buddys, der zur vermeintlich lockeren Feierabendrunde ohne Knieschoner aufbricht. Das aus einer geplant lockeren Endurorunde schnell ein kleiner Partyride mit Sprüngen, technischen Abfahrten und Stürzen werden kann, kennt auch jeder. Also warum Knieverletzungen riskieren, wenn man das Risiko auch problemlos mindern kann?

Gegenargumente für Antischoner-Ausreden wie Gewicht, wenig Tragekomfort oder erhöhtes Schwitzen, kann man mit den 300 Gramm leichten „Trail Skin 2“ schnell aushebeln. Der Knieschoner trägt nicht dick auf und passt so auch im Winter problemlos unter eine lange Hose. Die Schoner sind so leicht und angenehm ergonomisch geformt, dass man sie schon vergessen hat, wenn man sich die Bikeschuhe angezogen hat und die offene Wabenstruktur namens „Pro Armor“ lässt ordentlich Frischluft ans Knie. So kann es auch im Hochsommer keine Ausreden geben.

Gehalten werden die Knieschoner mit zwei dezenten Klettverschlüssen am oberen und unteren Bund. Wir waren da erst sehr skeptisch, ob die Schoner nicht schnell beim Pedalieren verrutschen. Aber es bleibt alles am rechten Platz. Silikonstreifen wirken ebenfalls dem Verrutschen entgegen.
Selbst bei leichten Stürzen bleibt der Schoner, da wo er schützen soll. High Speed Crashs hatten wir mit den „Trail Skin 2“ nicht, sind aber skeptisch, ob diese dann nicht doch verrutschen.

Die offene Wabenstruktur bringt zwar Vorteile bei Gewicht und Luftzirkulation, aber schon bei leichten Stürzen füllen sich die Zwischenräume mit Dreck. Diesen muss man dann ausklopfen.

Seitlich ist das Knie ebenfalls leicht geschützt. Auf der Innenseite sind oben und unten kleine Pads eingenäht, auf der Außenseite ein Pad unten.

Welcher Schoner ans rechte Knie kommt und welcher ans linke, verraten die Etiketten „DX“ und „SX“. Also rechts und links.

Fazit: Die Dainese „Trail Skin 2“ sind kaum spürbar dank geringem Gewicht, ergonomischer Form und Luftzirkulation. Also ideal für jeden Tourenfahrer, der sein Knie nicht unnötig gefährden möchte. Für Bikeparkbesuche, schnelle Downhills oder dicke Sprünge können wir diese minimalistischen Protektoren jedoch nicht empfehlen.

Preis: 79,95 € | Gewicht: 300 g | www.dainese.com

TEST & Video: Specialized „Turbo Kenevo Expert“ E-Bike mit 180 Millimeter Federweg

Mit dem „Kenevo“ möchte Specialized Gravity Mountainbikern ein E-Bike mit 180 Millimetern Federweg anbieten, dass zu knackigen Downhills und Sprüngen einladen soll. Wir haben uns das Bike genauer angeschaut.

Man kann von E-Bikes halten, was man möchte, aufzuhalten sind sie jedoch nicht mehr. Mittlerweile gibt es auch ein größer werdendes Angebot im Gravity Bereich. Neu für 2018 ist das 180 Millimeter Bike „Turbo Kenevo“ von Specialized. Für ein E-MTB wirkt das Bike optisch überraschend schlank. Der Akku verbirgt sich im Unterrohr, wo sich nebem dem Einschaltknopf auch die Akkuanzeige befindet. Der Akku liefert dem 250 Watt Motor „Drive-S“ aus dem Hause Brose die Energie. Die Intensität lässt sich über zwei Buttons auf der linken Lenkerseite bequem mit dem Daumen bedienen. Auf einen Bordcomputer verzichtet Specialized. So wirkt das Bike auch am Cockpit sehr clean und nicht so überladen wir andere E-Bikes auf dem Markt.

Der Motor stammt aus dem Hause Brose – Made in Germany.
Die dezente Akkuanzeige am Unterrohr.
Mit dem linken Daumen lässt sich die Power des Motors bequem steuern.

Wird es auf dem Trail bergauf oder bergab mal etwas kniffliger, geben die 2,8″ breiten Specialized „Butcher Grid“ Reifen Anfängern Sicherheit. Fortgeschrittenen dürften die Reifen bei hohen Geschwindigkeiten zu schwammig sein.

Stolze 2,8″ Zoll misst die Breite des Specialized „Butcher Grid“.

Coole Details am „Kenevo“: Die Sattelstütze und das integrierte Werkzeug. Ist die Specialized „Command Post Wu“ Sattelstütze unten, ist die Neigung des Sattels perfekt für bergab. Lässt man die Sattelstütze nach oben schnellen, verändert sich die Neigung des Sattels ebenfalls und ist so angenehmer zum Pedalieren. Übrigens wächst der Hub der Sattelstütze mit der Rahmengröße. Bei größeren Rahmen gibt es so auch mehr Hub, was absolut Sinn macht, aber bei anderen Marken nicht immer die Regel ist. Unserer Meinung nach dürfte die Sattelstütze aber mit etwas weniger Power nach oben schnellen, um die Weichteile des Fahrers nicht zu gefährden.

Die Neigung des Sattels ändert sich mit der Höhe der Sattelstütze.
Das Minitool versteckt sich unter dem Flaschenhalter.

Das integrierte Werkzeug befindet sich an zwei Stellen. Unterhalb des Flaschenhalters ist ein kleines Multitool versteckt, das essentielle Sechskant und Torxschlüssel beinhaltet. Mit einem der Schlüssel lässt sich die Aheadkappe am Vorbau öffnen, unter der sich ein Kettennieter versteckt. So hat man auch ohne Rucksack wichtiges Werkzeug dabei.

Die fast 24 kg Gewicht merkt man bergauf durch den starken Motor nicht. Bergab muss man sich erst an das Mehrgewicht beim Bremsen in steilen Sektionen gewöhnen, hat den Dreh aber schnell raus. Beim Springen muss man mehr Körpereinsatz zeigen, um das Heck in die Luft zu bekommen. Durch den Motor ist der Schwerpunkt des Bikes schön tief, was für gutes Handling bei hohen Geschwindigkeiten bergab sorgt. Das „Turbo Kenevo“ ersetzt den Lift am Hometrail und macht bergab nach kurzer Eingewöhnung auch E-Bike Neulingen Spaß. Specialized ist mit dem Modell definitiv ein E-MTB gelungen, mit dem man als Gravity Mountainbiker Spaß hat, wenn man sich für ein E-MTB entscheiden möchte.

Preis: 6299,- € | Gewicht: 23,8 kg | www.specialized.com

 

 

Stellenangebot: Gravity MTB Magazine sucht REDAKTEURE (m/w)

Das Gravity Mountainbike Magazine sucht ab sofort Redakteure (m/w) für das Print- und Onlinemagazin. Was solltest du „mitbringen“ und wie kannst du dich bewerben?

Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir ab sofort Redakteure (m/w) auf Freelancer- oder Angestelltenbasis idealerweise im Raum Koblenz. Als Redakteur versorgst du unsere Leser täglich mit spannendem Content  auf unserer Website und Social Media Kanälen. Alle zwei Monate erscheint zudem unser Printmagazin, das ebenfalls mit Stories, Interviews und Produkttests gefüttert werden möchte.

Folgende Eigenschaften solltest du mitbringen:

  • perfekte Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Du bist Mountainbike Gravity Szenekenner
  • Du fährst selbst aktiv Gravity Mountainbike
  • Biken ist „dein Leben“
  • Du hast kein Problem mit Verantwortung und kannst selbstständig arbeiten
  • Du hast Kenntnisse in Fotografie und Bildbearbeitung
  • Social Media gehört zu deinem Alltag
  • Du stehst auch gerne mal vor der Kamera (Foto und Video)
  • Du hast Spaß an Reisen und Events
  • Du bist kommunikativ und kannst gut auf Leute zugehen
  • Du kannst zuverlässig deinen Arbeitsalltag planen und Abgabetermine überfordern dich nicht

Interesse geweckt? Dann schicke eine aussagekräftige Bewerbung mit eventuellen Leseproben schnellstmöglich mit dem Betreff „Bewerbung Gravity Redaktion“ an info@gravity-magazine.de

 

Trickmaschine Sam Pilgrim ab sofort mit E-Bike von Haibike unterwegs

Die E-Bike Welle hat nun auch die Freestyle Sparte erreicht. Slopestyler und Freerider Sam Pilgrim fährt ab sofort offiziell die E-Bikes von Haibike. Alle Infos zum neuen Teamfahrer der Schweinfurter gibt es hier in der offiziellen Pressemitteilung.

Offizielle PM:

Der britische Freeride-Profi Sam Pilgrim steigt ab dem 1. Januar 2018 auf die Bikes von ePerformance-Pionier Haibike. Der 27-jährige Freestyle-Spezialist wird das Potenzial der XDURO-Serie voll ausloten und die Grenzen des eMountainbikes neu definieren.

Für seine spektakulären Sprünge braucht Sam Pilgrim, dem über die Social Media Kanäle mittlerweile über 500.000 Fans folgen, jeden Funken Energie und volle Konzentration. Der Bike-Profi startete seine Dirt Jump Karriere schon früh im Alter von 14 Jahren. Seitdem fährt er bei internationalen Wettbewerben ganz vorne mit: 2011 gewann er den Red Bull District Ride in Nürnberg, 2013 holte er den Gesamtsieg bei der Freeride Mountainbike World Tour. „Wir heißen Sam Pilgrim herzlich willkommen und freuen uns sehr, mit ihm gemeinsam das Thema ePerformance auch international auf das nächste Level zu pushen“, so Bernd Lesch, Director Marketing/Product bei Haibike.

Wenn Sam Pilgrim eines nicht mag, dann ist es bergauf fahren. „I personally hated pedalling uphill it was just something that sucked in between the fun stuff.“ In seiner Heimat, im britischen Colchester, sucht man jedoch vergeblich nach dem Lift, der Fahrer und Bike entspannt nach oben befördert. Wer hier die Trails rocken möchte, muss erst mal schwitzen oder – wie Pilgrim – aufs eBike steigen. „I first saw Haibike on Youtube and I remember thinking it was crazy you could pedal up to the top of a freeride line or downhill track and then blast down without feeling worn out. Now everything is fun.“
Mit seinem custom-made Haibike Jump Bike wird Pilgrim 2018 bei einigen Events der FMB World Tour am Start stehen und auf seinen Social Media Plattformen mit adrenalinreichen Videos eindrucksvoll demonstrieren „what’s possible on an ebike with new tricks and big jumps“. Die Erfahrungen und Ideen des talentierten Riders fließen direkt in die Weiterentwicklung der Haibike XDURO-Modelle ein.

TEST & Video: Haibike „Nduro 9.0“ E-Bike mit 180 Millimeter Federweg

Stolze 180 mm Federweg bietet das „Nduro 9.0“ mit E-Antrieb aus dem Hause Haibike und hat so genügend Reserven für den Gravity MTB Einsatz.

E-Bikes sind seit den letzten Jahren auf dem Vormarsch und haben sich mittlerweile in allen Sparten etabliert. Mit dem „NDuro 9.0“ bietet Haibike auch ein Modell, dass für abfahrts- und sprungorientierte Biker interessant sein könnte.
Neben dem hohen Federweg sind daher auch die Komponenten entsprechend auf den Einsatzbereich ausgelegt.

Als Federelement kommt an der Front eine Rock Shox „Yari RC“ Gabel mit „Boost“ Steckachse zum Einsatz. Am Heck wurde ein „Super Deluce RC3“ Dämpfer verbaut. Beide Federlemente lassen sich bequem mit Gabelpumpe auf das Gewicht und die Bedürfnisse des Fahrers abstimmen.

Das knapp unter 23 Kilo schwere Bike lässt sich gut durch die kraftvollen Magura „MT5“ Bremsen kontrollieren. Vorne und hinten sind 203 mm Bremsscheiben verbaut.

Die Magura „MT5“ Bremsen packen kraftvoll zu.

Das Shimano „Deore XT“ Schaltwerk lässt geschmeidig die Gänge wechseln, allerdings ist unserer Meinung nach, ein zu langer Schaltkäfig für den Gravity Bereich verbaut. Durch den langen Käfig besteht die erhöhte Gefahr, dass sich das Schaltwerk an Steinen oder Wurzeln verbiegen oder abreißen könnte. Wir empfehlen die kürzere Version des Schaltwerkes zu verbauen.

Als Variosattelstütze wurde eine „AllMtn“ von XLC verbaut, allerdings ist der Hub leider gering. Möchte man den Sattel in der passenden Höhe für effizientes Bergauffahren, reicht es bei steilen Abfahrten leider als großer Fahrer nicht, die Variosattelstütze per Remote vom Lenker aus abzusenken. Man muss per Schnellspanner die gesamte Sattelstütze herabsenken. Das kostet Flow und liegt nicht im Sinne einer Variosattelstütze.

Die breiten „Magic Mary“ Reifen von Schwalbe bieten Beginnern bei moderaten Geschwindigkeiten ein sicheres Fahrgefühl durch gute Traktion. Für Fortgeschrittene Fahrer sind die extrabreiten Reifen bei hohen Geschwindigkeiten zu schwammig.

Der Akku sitzt auf dem Unterrohr.
Der Yamaha Motor mit 500 Wh.

Das Herzstück des „Nduro 9.0“ ist der Motor und Akku von Yamaha. Der „PW-X System Motor“ der Japaner hat einen 500 Wh Lithium Ionen Akku und bietet damit ordentlich Vortrieb – auch wenn es richtig steil bergauf geht. Die Intensität lässt sich bequem über zwei Buttons auf der linken Lenkerseite per Daumen steuern. Selbstverständlich stoppt die Unterstützung des Motors aus gesetzlichen Gründen ab 25km/h wie bei jedem anderen E-Bike.

Mit dem linken Daumen kann man bequem die Intensität des Motors steuern.
Der Motor ist neben dem Vorbau positioniert.

Geschwindigkeit, Akkulaufzeit, Modi und weitere Infos lassen sich bequem während der Fahrt auf dem Bordcomputer ablesen. Dieser befindet sich unmittelbar neben dem Vorbau auf gleicher Ebene.
Diese Positionierung hat den Vorteil, dass der Computer nicht absteht und ist so bei einem Sturz besser geschützt, als wenn er auf dem Lenker sitzen würde.

Interessant ist das verbaute eConnect-System. Dieses lässt das Smartphone mit dem Bike verbinden und übermittelt hilfreiche Daten wie GPS.
So können zum Beispiel Touren gespeichert und mit anderen geteilt werden. Gut, dies kann man heutzutage auch rein mit Smartphone dank „Strava“ und Co, aber das eConnect-System kann noch mehr.
So kann das Bike im Falle eines Diebstahles geortet werden. Sogar der Hinweis auf dem Smartphone während eines Diebstahls ist dank Erschütterungssensor möglich.
Wenn das Bike eine ungewöhnliche Erschütterung wahrnimmt, zum Beispiel bei einem Sturz, wird eine Nachricht an das Smartphone des Fahrers gesendet. Reagiert dieser in einem bestimmten Zeitfenster nicht auf die Meldung, wird automatisch ein Notruf inklusive Standort an eine zuvor festgelegte Nummer gesendet.

Durch die Geometrie des Rahmens sitzt man aufrecht im Sattel. Verglichen mit anderen Gravity Bikes fällt das Oberrohr eher kurz aus, was bei höheren Abfahrtsgeschwindigkeiten gewöhnungsbedürftig ist.
Zwar bietet das Bike durch Komponenten und Federweg die Grundlage für Downhill und Sprung-Einlagen, allerdings richtet sich das potente Bike eher an Tourenfahrer, die zwar Reserven möchten, aber nicht den Hauptfokus auf krasse Downhill Abfahrten während der Tour legen. Das „Nduro 9.0“ ist somit vorallem etwas für komfortbewusste Mountainbiker statt für Vollblut-Freerider.

Preis: 5.699 € | Gewicht: 22,3 kg | www.haibike.de

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