TEST: Bergamont – „Encore Team”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Das „Encore“ ist Bergamonts jüngstes Enduro-Baby. Der Rahmen wird in Hybrid-Bauweise aus Aluminium und Carbon hergestellt. Der Hauptrahmen ist aus wärmebehandeltem, dreifach-konifierziertem Aluminium, Kettenstreben und Umlenkung sind aus Carbonfaser. Mit 165 Millimeter Federweg im Hinterbau schließt das „Encore“ die Lücke zwischen „Trailster“ und dem ganz großen „Straitline“-Downhill-Bike. Die Geometrie ist modern und ausbalanciert, auf Race getrimmt, aber dennoch fühlt sich auch der Hobbyfahrer auf Anhieb wohl. Für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild, verlaufen die gesamten Züge durch den Rahmen – dank Führungen im Rahmen klappert nichts. Das Bike wird in flacher Position ausgeliefert, erlaubt aber via Flip-Chip eine Geometrieveränderung. Dabei hebt sich das Tretlager auf -4,8 Millimeter, der Lenkwinkel steigt auf 65,7 Grad und der Sitzwinkel auf 76,1 Grad. Das Rad kommt zwar mit einem 1×11-Aufbau, besitzt aber eine Montagemöglichkeit für einen Direct-Mount-Umwerfer.

Die Ausstattung an der Team-Version ist ready to race. Die Manitou „Mattoc Pro“ bietet eine Menge feiner Einstellmöglichkeiten. Mit Hauptluftkammer aus der „Dorado“ und der neuen „Infinite Rate Tune“ hat uns die Gabel im „Encore“ positiv überrascht. Die neue „IRT“-Kartusche erlaubt es den mittleren Federweg abzustimmen – unabhängig von der Endprogression. So lässt sich der Federweg sehr gut nutzen, bei gleichzeitig gutem Ansprechverhalten. Am Hinterbau arbeitet der bekannte Rock Shox „Monarch Plus RC3“ – bergab super, bergauf leider nicht ruhig zu bekommen. Bergamont verbaut am „Encore“ den griffigen Alleskönner „High Roller 2“ von Maxxis. Unser Testbike in der höchsten Ausstattungsvariante, bringt ohne Pedale angenehm leichte 13,55 Kilo auf die Waage.

Das Bike bietet eine gute Traktion im Uphill, doch bei längeren Anstiegen stört der wippende Hinterbau, der selbst nach Ruhigstellung des Dämpfers munter weiter wippt. Bei der Abfahrt funktioniert alles so, wie es soll: Das Fahrwerk verrichtet souverän seinen Dienst und die Geometrie lässt den Piloten auch in steilen, ruppigen Passagen nicht im Stich. Das „Encore“ liegt satt und flach auf dem Trail, liebt hohe Geschwindigkeit und bügelt ohne Probleme überall runter. Enge Turns und Manual-Einlagen sind kein Problem. Ebenfalls macht das Superenduro im Bikepark eine gute Figur. Natürlich ist ein Enduro im Bikepark immer ein Kompromiss, doch für Leute, die sich dafür kein zweites Bike zulegen möchten, ist der Alleskönner genau richtig. Ebenso kann man mit dem „Encore Team“ out of the Box bei einem Enduro World Series Rennen an den Start gehen. Neben der Team-Version ist das „Encore“ noch in zwei günstigeren Varianten erhältlich, das 9.0er kostet 3.799,- Euro, das 8.0er gibt’s schon für 3.199,- Euro.

// Die Manitou „Mattoc Pro“ bietet gute Einstellmöglichkeiten
// Der abgestützte Eingelenker-Hinterbau funktioniert prima
// Grad Lenkwinkelveränderung via Flip-Chip

Fazit: Das Bergamont „Encore Team“ ist eine Rennmaschine mit hohem Spaßfaktor. Bergab lädt es zu Vollgas ein und überzeugt mit einer gelungenen Geometrie. Lediglich bergauf störte uns etwas das ständige Wippen, wo auch die Ruhigstellung des Dämpfers keine große Abhilfe schaffte.

Pro:

  • Laufruhig
  • Spaßgarantie
  • Geometrie

Contra:

  • wippt bergauf

Unverbindliche Preisempfehlung: 4.499,- € (Komplettrad) | Größen: S, M, L, XL | Gewicht: 13,55 kg | www.bergamont.com

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TEST: Dartmoor – „Sniper 27,5 Disc“ Laufradsatz

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Der neue „Sniper“-Laufradsatz kommt in unauffälligem Schwarz oder hippem Türkis. Der Clou: Die Felgen sind anodisiert und somit sehr unempfindlich gegen Kratzer durch Steine und was euch auf dem Trail sonst noch so um die Ohren fliegt. Die Felgen haben Außenbreite von 30,5 Millimeter, innen sind es 24 Millimeter. Dadurch wird das Profil der gängigen Enduroreifen aufgefächert und erzeugt guten Grip. Die Innenbreite der Felge reicht sogar für Schwalbes „Procore“-System aus. Der Laufradsatz wird für die Schlauchmontage mit „Ride your way“-Felgenband von Dartmoor ausgeliefert, ist aber auch problemlos auf tubeless-ready umzubauen und dicht zu bekommen. Ohne das Felgenband liegt der Laufradsatz bei knapp unter zwei Kilo. Das ist nicht ganz so leicht, doch das Gewicht geht für den soliden Satz mit seinen massiven 2 Millimeter dicken Speichen schon in Ordnung. Die Naben sind am Vorderrad zweifach und am Hinterrad vierfach gelagert, außerdem lassen sie sich auf verschiedene Achsstandards umbauen. Dazu müssen bloß die Endkappen abgezogen und die passenden aufgeschoben werden. Die Adapter für den Umbau von 12 x 135 auf 12 x 142 Millimeter am Hinterrad und von 15 x 110 auf 20 x 100 Millimeter vorne gehören mit zum Lieferumfang. Optional ist ein Freilauf für die 11- und 12-fach Kassetten von Sram erhältlich – er wird ebenfalls einfach aufgesteckt. Das alles und zwei Jahre Herstellergarantie gibt’s für einen schlanken Preis von unverbindlichen 363,- Euro.

Fazit: Mit dem Dartmoor „Sniper“ bekommt ihr einen soliden Laufradsatz mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Auf den Felgen lassen sich alle gängigen Enduroreifen montieren und dank der Felgenbreite ist der „Sniper“-Satz sogar „Procore“-kompatibel. Außerdem kann der Laufradsatz für die Tubeless-Montage hergerichtet werden. Dank der hochwertigen Anodisierung sehen die Felgen lange schön aus.

Pro:

  • Haltbarkeit
  • „Procore“-kompatibel
  • Optik
  • Kompatibilität mit verschiedenen Achsstandards
  • Preis/Leistung

Contra:

  • nichts

Unverbindliche Preisempfehlung: 139,- € (VR), 224,- € (HR) | Farben: Matt Black anodisiert, Matt Turquoise anodisiert | Gewichte mit Felgenband in 27,5“: 1002 g (VR), 1067 g (HR) | Größen: 27,5 Zoll | Maße: 30,5 mm Außenweite, 24 mm Innenweite | Speichen: 32 | Achsstandard: 15 x 100 mm, 20 x 110 mm (VR), 12 x 135/ 142 mm (HR), Adapter im Lieferumfang |
www.trailtoys.de | www.dartmoor-bikes.com

TEST: Alles im Griff? – Vier Griffe im Test

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Der Griff ist ein Bauteil am Fahrrad, das häufig vernachlässigt wird. Dabei ist er – neben den Pedalen die einzige Verbindung zwischen Fahrer und Bike. Verliert man den Halt und der Griff rutscht aus der Hand, ist es in den meisten Fällen vorbei. Doch guter Grip ist lange nicht alles, was wir heute von einem Griff erwarten dürfen. Bei der Auswahl der Passform geht es nicht ganz so problematisch zu wie bei der Sattelwahl – dennoch sollte der Griff zur Hand des Fahrers passen. Deshalb sind viele Griffe in unterschiedlichen Durchmessern erhältlich. Auch auf die Gummihärte und die Oberflächenstruktur sollte man achten. Maximaler Grip ist nicht alles, schließlich soll der Griff auf langen Abfahrten kleine Schläge dämpfen und möglichst lange halten. Zum Schluss darf das Augenmerk auf die Optik fallen – oft ist die Farbwahl riesig.

Die meisten Griffe im Gravity-Bereich sind Schraubgriffe. Das bedeutet, die Griffenden lassen sich über eine Schraube fixieren. Die meisten Griffe kommen mit einer Schelle aus – doch testet unbedingt vor der Fahrt, ob der Griff wirklich fest sitzt! Denn habt ihr die Schraube nicht richtig angezogen, hat er Griff keinerlei Halt am Lenker.

Anders bei Griffen, die aufgeschoben werden – wie man sie häufig bei Dirt, Street und BMX sieht. Diese haben keinen Kunststoffkern und lassen sich nur mit etwas Mühe über den Lenker schieben. Hier gibt es verschiedene Methoden, um sich die Arbeit zu erleichtern. Beliebt ist Haarspray: Lenkerende einsprühen, der Griff gleitet über das noch flüssige Haarspray leicht auf den Lenker und sitzt, wenn das Spray getrocknet ist.
Die einfachste und sicherste Methode ist Bremsenreiniger, Feuerzeugbenzin oder Isopropanol: Lenkerende einsprühen, Griffinnenseite einsprühen, schnell aufschieben und etwa zehn Minuten warten, bis alles verflüchtigt ist. Mit diesen Mitteln lassen sich die Griffe auch wieder demontieren. Von Seife oder Spüli raten wir ab, da die Griffe insbesondere bei Nässe nicht richtig am Lenker halten.
In Fahrradläden wird zumindest die Demontage gerne mit Druckluft durchgeführt.

Bei Griffen mit Klemmschellen sollte die Werkzeugaufnahme mindestens ein 2,5 bis 3 Millimeter Inbus sein – alles darunter lässt sich nicht vernünftig anziehen und geht zu schnell kaputt.

Übrigens: Endkappen schützen nicht nur Lenker, Griff und Hauswand, sondern auch euch! Selbst mit Endkappe kann ein Sturz auf das Lenkerende fatale Folgen haben – erhöht also nicht noch das Risiko, indem ihr ohne fahrt!

 

Ergon – „GD1“

Mit dem nagelneuen „GD1“ hat Ergon erstmals einen Griff speziell für den Gravity-Bereich entworfen – und die Ergonomie-Experten haben ein durchdachtes Produkt auf den Markt gebracht. Der „GD1“ ist in zwei Größen erhältlich. Bei beiden Größen wächst der Durchmesser zum Griffende hin, um 1,5 Millimeter bei der Slim-Version und um 2 Millimeter beim Regular. Durch den konischen Verlauf liegt der Griff sicher in der Hand. Der Bereich am kleinen Finger ist im Kunststoffkern ausgespart und sorgt somit für eine extra Portion Halt. Der „GD1“ verfügt über eine angenehme Eigendämpfung durch die in Deutschland hergestellte Gummimischung – beim Regular-Modell ist die Dämpfung noch etwas ausgeprägter. Die Struktur ist genau auf die Hand ausgelegt – also bei der Montage beachten, dass der Daumen auf der glatten Fläche liegt und der Schriftzug im Gummi von vorne lesbar ist. Zur richtigen Ausrichtung findet ihr eine Hilfe auf der Klemmschelle. Das Gummiprofil des „GD1“ ist sogar so griffig, dass ohne Handschuhe schnell die Haut schmerzt. Doch Handschuhe gehören ja eigentlich zur Grundausstattung des Mountainbikers. Der Griff kommt mit einer dicken Klemmschelle mit 3 Millimeter Inbus aus. Die langen Endkappen halten bombenfest und sind schön dick für eine hohe Lebensdauer. Optional sind die auch in blau, rot und schwarz erhältlich.

Pro:

  • griffig
  • Klemmung
  • Ergonomie

Contra:

  • nicht zu empfehlen für alle
  • die ohne Handschuhe fahren

Unverbindliche Preisempfehlung: 34,95 € | Farben: Frozen Black, Frozen Orange | Gewicht: 108 g (Slim mit Endkappen) | Durchmesser: 29 – 30,5 mm (Slim), 30 – 32 mm (Regular) | Länge: 127 mm | Material: Custom Rubber Compound
www.ergon-bike.com | www.rtisports.de

 

ODI – „AG1”

„AG1“ steht natürlich für „Aaron Gwin 1“. Ist der Griff des Meisters das Nonplusultra am Markt? Direkt in der Hand fällt auf, dass die Griffe sehr schlank sind – der Durchmesser beträgt gerade einmal 28 Millimeter. Leute mit riesen Pranken werden hier schnell Schwielen bekommen. Passt der Griff von der Größe, bringt er optimale Kontrolle für den Fahrer. Der „AG1“ ist leicht ergonomisch geformt und bietet durch die kantigen Streifen (grau) einen guten extra Halt gegen ein Verdrehen der Hand. Ein Vorteil bei harten Schlägen im Steinfeld oder bei unsanften Landungen – besonders wenn die Hände schon etwas erschöpft sind. Bei der Montage beachten, dass der Daumen auf der glatten Fläche aufliegt und die grauen Streifen nach vorne stehen. Das Gummi im Pistolengriff-Design sorgt selbst bei Nässe für exzellenten Halt. Dabei ist die Gummimischung angenehm weich, aber nicht so weich, dass sie sich groß in sich verdrehen lässt. Nach außen hin ist der Kunststoffkern des Griffs ein wenig ausgespart, dadurch lässt er sich leichter eindrücken und der kleine Finger hat einen besseren Grip. Der „AG1“ kommt mit nur einer Aluminium-Klemmschelle aus, die mit einer vernünftigen Schraube mit 3 Millimeter Inbus-Aufnahme geschlossen wird. Auf den Griffenden sitzen harte Kunststoff-Kappen und schützen nicht nur den Lenker, sondern decken auch das gesamte Endstück des Griffs ab.

Pro:

  • griffig
  • Klemmung
  • Ergonomie

Contra:

  • nichts

Unverbindliche Preisempfehlung: 34,95 € | Farben: Black/ Gray/ Silver, Red/ Fire Red, Brt Blue/ Light Blue, Fl. Orange/ Fl. Yellow | Gewicht: 90 g (mit Endkappen) | Durchmesser: 28 mm | Länge: 123 mm
www.odigrips.com | www.sportimport.de

 

Revolution Suspension Grips – „Shock Absorbing Grip System”

Diese Griffe sind anders als alle anderen Griffe – sie liegen nicht auf dem Lenker auf. Nur die Klemmschellen innen und außen halten das Ganze am Lenker und bewirken genau das, was vom Hersteller gewünscht wird: Die Griffe bewegen sich! Das klingt im ersten Moment nach einer grausamen Vorstellung. Doch der Zweck dahinter ist, dass der Griff so Schläge und Vibrationen absorbieren kann und die Muskulatur nicht so schnell ermüdet. Sprich: mehr Abfahrten, kein Armpump und keine Schmerzen mehr. Und tatsächlich: Die Revgrips funktionieren. Und zwar so: Außen liegen die beiden Klemmschellen, die das Griffstück zusammenhalten und fixieren. Der Gummi selbst berührt den Griff nicht. Damit sich die Griffe hin und her bewegen können, ist jede Klemmschelle mit vier Aussparungen versehen, die mit „Shock Absorbing“-Einsätzen bestückt werden. Dazwischen sitzen Gleitringe – über die man in fünf Stufen die Bewegungsfreiheit des Griffs einstellen kann.

Nicht, dass ihr jetzt glaubt, statt zehn Abfahrten im Bikepark plötzlich 20 machen zu können. Doch ihr werdet den Unterschied merken. Das anfangs seltsame Gefühl, dass der Griff verrutscht, ist nach kurzer Eingewöhnungsphase verschwunden. Die Gummistruktur fällt eher sanft aus und der Griff liegt auch ohne Handschuhe angenehm in der Hand. Dass der Revgrip griffig ist, erreicht er über die weiche Gummimischung. Sie verstärkt die Dämpfung nochmals, nutzt sich aber etwas schneller ab.
Die hochwertigen Aluminium-Endkappen sind geschraubt. Die Griffe bringen keine Nachteile mit sich und wirken sich positiv auf Arme und Hände aus – allerdings muss man bei einem Preis von über 100 Doller auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Pro:

  • innovativ
  • griffig
  • Dämpfung

Contra:

  • Preis

Unverbindliche Preisempfehlung: 109,95 US$ | Farben: Schwarz | Gewicht: 122 g (inkl. Endkappen) | Durchmesser: 31 mm (Small), 34 mm (Large) | Länge: 118 mm | Material: Silikon
www.revgrips.com

 

Supacaz – „Siliconez”

Die „Siliconez“ gibt’s in vielen bunten Farben, dazu sind die Griffe UV-Licht resistent, damit die schöne Farbe lange erhalten bleibt. Die latexfreien Silikongriffe passen sich super an die Hände an und bieten gleichzeitig eine stoßdämpfende Eigenschaft – das verlangsamt die Ermüdung beim Biken. Der Griff richtet sich eher an Dirt-Fahrer als an Downhiller, denn er kann sich am Lenker etwas verdrehen. Das passierte im Test nur minimal bei der Montage ohne Hilfsmittel. Die Gefahr, dass der Griff stark verrutscht, besteht also nicht. Mit Haarspray oder Bremsenreiniger lässt sich der Griff wunderbar montieren und hält danach auch besser am Lenker. Der „Siliconez“ bietet auch ohne Handschuhe tollen Grip – selbst bei Nässe ändert sich das nicht. Sehr gut: Das Griff-Material aus Silikon nutzt sich lange nicht so schnell ab wie weiche Gummigriffe. Die Endstopfen aus Kunststoff werden einfach in das Lenkerende gesteckt.

Pro:

  • UV-resistent
  • Haltbarkeit
  • griffig
  • Gewicht

Contra:

  • Verdrehen nicht auszuschließen

Unverbindliche Preisempfehlung: 18,90 € | Farben: Schwarz, Rot, Weiß, Neon Pink, Neon Blau, Neon Grün, Neon Gelb | Gewicht: 72 g (inkl. Endkappen) | Durchmesser: 30 mm | Länge: 130 mm | Material: Silikon
www.supacaz.com | www.trailtoys.de

TEST: Rocky Mountain – „Slayer 770 MSL“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Nach einigen Jahren Abstinenz ist endlich ein neues „Slayer“ im Lineup von Rocky Mountain. Flo Konietzko hat uns das Prachtstück schon auf der Eurobike präsentiert. Den Vollcarbon-Rahmen gibt’s in zwei Farben: glänzend blau-gelb und matt schwarz-rot. Am „Slayer“ findet sich auch das bekannte „Ride-4“-System zur Geometrie-Verstellung und gibt 165 Millimeter Federweg frei. Optisch wirkt das Bike sehr clean, alle Züge verlaufen durch den Rahmen und schauen nur kurz im Tretlagerbereich nochmal hervor. An dieser Stelle besitzt der Rahmen auch die Möglichkeit, eine „Di2“-Schaltung zu montieren. Der Rahmen verfügt über einen Flaschenhalter an der richtigen Stelle und ist mit einem Unterrohrschutz bestückt, der gerne etwas voluminöser ausfallen dürfte. Die schlanken Kettenstreben bieten sogar dicken Schlappen bis 2,5 Zoll Platz. Der Kettenstrebenschutz ist am Testbike noch nicht final – am Serienbike wird er einem Gummiprotektor ähnlich dem am Unterrohr weichen.

Da passt idealerweise der neue Stan’s NoTubes „ZTR Flow MK3“ Laufradsatz. Das „Slayer“ kommt mit eigener Kettenführung, die wahlweise abgeschraubt werden kann. Auch die neue „Reverb“-Sattelstütze mit 170 Millimetern Verstellweg fand unter den Testern schnell Gefallen. Bitte mehr Variostützen mit großem Hub! Es ist einfach klasse, wenn bei richtig steilen Stellen der Sattel wirklich komplett aus dem Weg ist.
Bei der Schaltung kommt die neue „XT“ mit zwölf Ritzeln von 11 bis 46 zum Einsatz, und auch bei der Bremse setzt Rocky Mountain auf Shimanos bewährtes „XT“-Paket. Im Heck steckt der neue „Debonair RCT3“, der im Gegensatz zu unserem Testmodell noch farblich passende Decals bekommen wird. Beim „Slayer 770 MSL“ leistet die „Lyrik RCT3“ mit 170 Millimetern Federweg tolle Dienste an der Front.

Auf dem „Slayer“ fühlt man sich sofort wohl. Das Bike ist schön lang und laufruhig, aber auch nicht zu lang – eben gerade richtig. Die kurzen Kettenstreben verpassen dem 13,65 Kilo (Large) schweren Bike eine schöne Wendigkeit. Der flache Lenkwinkel entschärft die fiesesten Steilabfahrten. Und wenn er zu flach für den Uphill ist, einfach die Geometrie über den Flipchip mit nur einer Schraube anpassen. Die Einstellungen des „Ride-4“-Systems wirken sich auch auf den Radstand, die Kettenstrebenlänge und weitere Parameter aus. So kann man der ohnehin schon gelungenen Geometrie des Bikes noch einen Feinschliff verpassen und an den gewünschten Fahrstil anpassen. Das gilt nicht nur für Trails, auch vor dicken Nummern in Bikeparks braucht man keinen Halt zu machen.

FAZIT: Endlich ist das „Slayer“ zurück! Das Warten hat sich gelohnt. Rocky Mountain ist ein großer Wurf gelungen – sowohl von der Geometrie, als auch optisch. Das Bike macht überall riesen Spaß und lässt sich ohne viel Mühe wieder bergauf pedalieren.

Pro:

  • ausgewogene Geometrie
  • Vielseitigkeit
  • Details
  • Einstellmöglichkeiten („Ride-4“)

Contra:

  • wenn überhaupt der schmale und dünne Unterrohrschutz – doch ein dickerer würde die cleane Optik stören

 

Unverbindliche Preisempfehlung: 6.800,- € (Komplettrad) | Größen: S, M, L, XL | Gewicht: 13,65 kg | www.bikeaction.de | www.bikes.com

TEST: Pivot – „Firebird XT/ XTR 1x”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

In mattem schwarz, mit innenverlegten Zügen wirkt der Bolide edel und schlicht zu gleich. Auf den zweiten Blick fallen nicht nur einige Detaillösungen auf, sondern auch, dass es sich hier um ein wildes Gerät handelt.

Die Ein- und Ausgänge für die innenverlegten Züge sind passgenau an den Rahmen geschraubt, am Unterrohr befindet sich eine kleine Klappe, um die „DI2“ zu verstauen und an allen wichtigen Stellen ist der Rahmen durch Gummi-Pads geschützt. Lediglich die Dämpferanlenkung steht unter Matsch- und Steinbeschuss durch das Hinterrad. Im Testzeitraum – der immerhin im Winter lag – hatten wir aber keine Probleme damit. Es scheint, als wollte Pivot mit allen Mitteln noch einen Flaschenhalter unterbringen. Das ist gelungen, doch der Platz nahe dem Tretlager ist in jeglicher Hinsicht fragwürdig. Die neue Waffe aus Arizona schließt die Lücke zwischen dem „Mach 6“-Enduro mit 155 Millimetern Federweg und dem „Phoenix DH“ mit 204 Millimetern am Heck. Pivot hat dem „Firebird“ satte 170 Millimeter im „DW-Link“-Hinterbau verpasst. Der Radstand ist riesig, 1228,6 Millimeter beim „L“-Rahmen, dazu ein 65 Grad flacher Lenkwinkel – das verspricht beste Downhill-Qualitäten.

In der Front steckt die mächtige Fox „36“ mit ebenfalls 170 Millimetern Federweg, im Hinterbau arbeitet der dicke „Float X2“-Dämpfer, der sich per Hebelchen ruhig stellen lässt. Die neue Teleskop-Sattelstütze von Fox und eine edle „XTR“ 1×11-Schaltung mit großer Abstufung wahren den Enduro-Charakter. Der 800er Carbon-Lenker gibt massig Kontrolle über das Geschoss, die 180er Scheiben der „XT“-Bremsanlage hingegen schreien eher nach flowigen Trails als nach langen steilen Downhill-Pisten. Das Bike passt in keine Schublade. Der Laufradsatz von DT-Swiss mit der „Minion“-Tubeless Bereifung macht in allen Bereichen eine gute Figur.

Wer hätte gedacht, dass dieser – sagen wir mal „Freerider“- nur 13,65 Kilo auf die Waage bringt und sich ohne Wippen und große Anstrengung den Berg hinauf strampeln lässt? Auf der Abfahrt gibt’s nur ausstattungsbedingte Limitierungen, sonst einfach laufen lassen. Das schluckfreudige „Firebird“ liebt es schnell und verblockt, dennoch besitzt es die nötige Wendigkeit, um auch durch enge Kurven zu zirkeln. Das Pivot ist voll Bikepark-tauglich und schreckt vor keinem Sprung und Drop zurück. Für das 13,65 Kilo leichte Bike aus dem Test mit „XT/ XTR 1x“-Ausstattung werden 6.899 Euro fällig.

Fazit: Das „Firebird“ lädt ein zu Downhills, Uphills, Bikepark-Besuchen, Hometrails, Endurotouren, dicken Sprüngen und hohen Drops – ein Gravity-Allrounder im besten Wortsinn. Der Carbon-Rahmen ist schön gearbeitet und punktet mit einigen eleganten Detaillösungen.

Pro:

  • laufruhig
  • vielseitig
  • Downhill-Performance

Contra:

  • kleine Scheiben beschränken den Einsatzbereich etwas

 

Unverbindliche Preisempfehlung: 6.899,- € (XT/ XTR 1x spec) | Größen: S, M, L, XL | Gewicht: 13,65 kg | www.pivotcycles.com

TEST: Marin – „Attack Trail Pro“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Das Vollcarbon-Modell aus Cali wirkt auf den ersten Blick etwas gedrungen. Tatsächlich, die Geometriedaten bestätigen das. Aber warum nicht? Lange, tiefe und flache Bikes gibt es zu genüge am Markt.

Der Rahmen ist mit einigen netten Details gespickt. Die Züge verlaufen am Testbike alle durch den Rahmen, wahlweise können sie auch sauber außen entlang geführt werden. Über die Direct-Mount Umwerfer-Aufnahme, lässt sich alternativ eine Kettenführung montieren – oder wie am Testbike, die vermutlich beste Lösung: ein Flaschenöffner. Der Bremssattel der Hinterradbremse verschwindet im hinteren Rahmendreieck. Da ist die Bremse sicher und die cleane Optik gewahrt. Doch das geht auf Kosten der Erreichbarkeit des Bremssattels. Das empfindliche Unterrohr ist durch einen soliden, abnehmbaren Protektor geschützt. Am Hinterbau des Viergelenkers stehen 150 Millimeter Federweg zur Verfügung.

Beim Fahrwerk setzt Marin am Spitzenmodell auf „Monarch Plus Debon Air“ und „Pike RCT3“ mit 160 Millimetern Federweg. Die Bremsanlage kommt auch aus dem Hause Rock Shox. Bei der 12-fach Schaltung der „X01 Eagle“ geht es bis auf 50 Zähne auf der Kassette – damit lässt sich jeder noch so steile Anstieg meistern. Die neuen breiten Stan’s NoTubes „ZTR Flow MK3“-Laufräder passen super ins Bike und sorgen für einen tollen Grip.

Mit der leichten Trail-Bereifung kommt unser Testbike ohne Pedale auf 12,95 Kilo. Auch die restlichen Anbauteile der höchsten Ausstattungsvariante sind vom Feinsten: „X01“-Carbon-Kurbel, breiter Carbon-Lenker von Deity und LEV „Integra“-Sattelstütze von Kind Shock.

Der „Quad-3-Multi-Link“-Hinterbau mit virtuellem Drehpunkt sorgt für eine solide Dämpfung. Trotz „nur“ 150 Millimetern Federweg und des verhältnismäßig kurzen Radstands von 1167,9 Millimetern bleibt das Bike in Wurzelpassagen und bei höherem Tempo unerwartet ruhig. Wo heute fast alle Endurobikes in Richtung Race gehen – getreu dem Motto länger, tiefer, flacher, schneller – entschleunigt das Marin mit seiner urvertrauten Geometrie. Das soll nicht bedeuten, dass das Bike nicht schnell und konkurrenzfähig ist. Bloß, dass hier die Priorität mehr auf „Spaß haben am Biken“ liegt, anstatt das letzte Zehntel herauskitzeln zu wollen. So fährt sich das „Attack Trail“ wendig, flink und ebenso geschmeidig wie eine Katze über die Trails. Lediglich bei sehr hohem Tempo, grobem Geläuf und richtig steilen Passagen muss das Bike Abstriche machen. Hier würden abfahrtsorientiertere Reifen schon eine Menge bewirken. Doch dank des leichten Aufbaus und der guten Position auf dem Rad, tritt sich das „Attack Trail“ mühelos bergauf. Das „Pro“-Modell liegt bei 5.999 Euro.

FAZIT: Mit dem „Attack Trail Pro“ hat Marin ein tolles Bike mit hochwertiger Ausstattung am Start. Alle die gerne auf den Trails spielen, wendige Bikes lieben und auch mal verwinkelte Kurven meistern, treffen mit dem Marin die richtige Wahl.

Pro:

  • wendig
  • agil
  • geringes Gewicht
  • Uphill-Performance

Contra:

  • nichts

Unverbindliche Preisempfehlung: 5.999,- € (Komplettrad) | Größen: S, M, L, XL | Gewicht: 12,95 kg | www.marinbikes.com

Test & Video: Leichte Knieprotektoren für Tourenfahrer: Dainese – „Trail Skin 2“

Gehört ihr zu der Familie der Protektorenmuffel? Bei eurer Feierabendrunde lasst ihr eure Knieprotektoren oft zu Hause, da sie für eine lockere Runde zu dick auftragen? Dann solltet ihr mal einen Blick auf die leichten Dainese „Trail Skin 2“ werfen, um diese schlechte Angewohnheit abzulegen.

Fast jeder hat diesen Protektorenmuffel unter seinen Bike Buddys, der zur vermeintlich lockeren Feierabendrunde ohne Knieschoner aufbricht. Das aus einer geplant lockeren Endurorunde schnell ein kleiner Partyride mit Sprüngen, technischen Abfahrten und Stürzen werden kann, kennt auch jeder. Also warum Knieverletzungen riskieren, wenn man das Risiko auch problemlos mindern kann?

Gegenargumente für Antischoner-Ausreden wie Gewicht, wenig Tragekomfort oder erhöhtes Schwitzen, kann man mit den 300 Gramm leichten „Trail Skin 2“ schnell aushebeln. Der Knieschoner trägt nicht dick auf und passt so auch im Winter problemlos unter eine lange Hose. Die Schoner sind so leicht und angenehm ergonomisch geformt, dass man sie schon vergessen hat, wenn man sich die Bikeschuhe angezogen hat und die offene Wabenstruktur namens „Pro Armor“ lässt ordentlich Frischluft ans Knie. So kann es auch im Hochsommer keine Ausreden geben.

Gehalten werden die Knieschoner mit zwei dezenten Klettverschlüssen am oberen und unteren Bund. Wir waren da erst sehr skeptisch, ob die Schoner nicht schnell beim Pedalieren verrutschen. Aber es bleibt alles am rechten Platz. Silikonstreifen wirken ebenfalls dem Verrutschen entgegen.
Selbst bei leichten Stürzen bleibt der Schoner, da wo er schützen soll. High Speed Crashs hatten wir mit den „Trail Skin 2“ nicht, sind aber skeptisch, ob diese dann nicht doch verrutschen.

Die offene Wabenstruktur bringt zwar Vorteile bei Gewicht und Luftzirkulation, aber schon bei leichten Stürzen füllen sich die Zwischenräume mit Dreck. Diesen muss man dann ausklopfen.

Seitlich ist das Knie ebenfalls leicht geschützt. Auf der Innenseite sind oben und unten kleine Pads eingenäht, auf der Außenseite ein Pad unten.

Welcher Schoner ans rechte Knie kommt und welcher ans linke, verraten die Etiketten „DX“ und „SX“. Also rechts und links.

Fazit: Die Dainese „Trail Skin 2“ sind kaum spürbar dank geringem Gewicht, ergonomischer Form und Luftzirkulation. Also ideal für jeden Tourenfahrer, der sein Knie nicht unnötig gefährden möchte. Für Bikeparkbesuche, schnelle Downhills oder dicke Sprünge können wir diese minimalistischen Protektoren jedoch nicht empfehlen.

Preis: 79,95 € | Gewicht: 300 g | www.dainese.com

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