TEST: Pole – „Evolink 176”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Lang, länger… Pole Bikes! Die Firma aus Finnland macht seit einiger Zeit mit extrem langen Bikes auf sich aufmerksam. Die Eckdaten des Pole „Evolink 176“ sind schon mal sehr interessant. So beansprucht das Bike in Größe Large mit 510 Millimeter Reach in jedem Fall den Rekord für das längste Downhillbike für sich. Die 1348 Millimeter des Radstandes lassen darauf schließen, dass das Rad für harte und schnelle Strecken gebaut wurde. Was uns etwas wundert ist, der Federweg am Heck. Dieser ist mit 176 Millimeter nicht ganz so lang wie bei der Konkurrenz, fällt aber nicht negativ ins Gewicht. Im Stand macht das Bike einen imposanten Eindruck. Das schlichte Design der Räder von Chefdesigner Leo Kokkonen ergibt in Kombination mit den hochwertigen Komponenten einen sehr ausgefallenen Mix. Verbaut wurde hier ein DVO Fahrwerk, Sram „Code“- Bremsen mit passendem „XODH“ 7- Fach Antrieb und einer Race Face „SixC“ –Carbon Kurbel.

Was uns beim ersten Probefahren auffällt, ist der progressive Hinterbau, der trotz nur 176 Millimeter Federweg ein recht sicheres Gefühl vermittelt. Dämpfer- und Hinterbau-Performance waren gut und man hatte stets das Gefühl das Heck des Rades gut kontrollieren zu können. Die Gabel ist top. Allerdings ist die Verwindunssteifigkeit einer Upside Down Gabel anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sonst „normale” Doppelbrückengabeln gewöhnt ist. Das Fahrgefühl hat uns jedoch gut gefallen, man merkt aber, dass sie bei hoher Geschwindigkeit oder hohem Druck nicht ganz so steif ist, wie zum Beispiel die Fox „40“ und sich selbst den Weg durchs Steinfeld sucht.

Obwohl das Pole einen verhältnismäßig sehr langen Reach hat, fühlt sich die Position auf dem Rad immer noch sehr angenehm an. Das einzige, was uns besser gefallen hätte, wäre die Front etwas höher zu bauen. Das lässt sich mit einem anderen Vorbau oder Lenker und zur Not auch mit Vorbauspacern umsetzen. Die Front des Rades ist zwar nicht wirklich tief, aber durch den langen Reach steht der kleinere Fahrer etwas gestreckter auf dem Rad, wobei das Gewicht mehr auf dem Vorderrad hängt.

Eine andere Sache ist der extrem lange Hinterbau. So lange die Strecke nicht sonderlich eng ist, fällt dieser nicht negativ ins Gewicht, aber bei engen Kurven lässt sich das Rad nicht so leicht wie die meisten anderen Räder um die Kurve drücken, da der Hinterbau eine enorme Traktion hat. Dies kann jedoch in gewissen Situationen von Vorteil sein.

Ein Highlight ist die Zusammenklappfunktion des Bikes. So passt das Bike auch problemlos in einen Kleinwagen. Das bietet nur Pole und keine andere Marke im Gravity MTB Bereich.

// Die wohl leichteste Downhillkurbel auf dem Markt: Race Face „SixC“ rundet das edle Gesamtpaket ab.
// Der DVO „Jade“ Dämpfer bringt edle Optik in den eher schlicht gehaltenen Rahmen.
// Mit der „Emerald“-Gabel hat man auch an der Front des finnischen Rades hohe Performance.
// Wenn man den mittleren Bolzen des „Evolinks” entfernt, kann man das Bike einfach zusammenklappen. Für mehr Infos checkt unsere Eurobike-Videos auf unserer Seite.

Fazit: Das Pole „Evolink 176“ ist ein Rad mit einer sehr innovativen Geometrie, die besonders den etwas größeren Fahrern unter uns zugutekommt. Mit den 176 Millimeter Federweg am Heck ist das Rad trotz der Größe noch erstaunlich agil. Interessant wäre es das Rad mal mit einem kürzeren Hinterbau zu testen, aber dies würde das Verhältnis durcheinander bringen zwischen der langen Front den darauf abgestimmten Hinterbau. Dass man das Bike zusammenklappen kann, erleichtert den Transport im Auto ungemein.

Pro

  • Ausstattung
  • Hinterbaufunktion
  • Traktion
  • zusammenklappbar

Kontra

  • nichts für kleine Fahrer
  • langer Hinterbau

Unverbindliche Preisempfehlung: 6.600 € | Größen: S, M, L | Farbe: Traffic Red | www.polebicycles.com

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Video & Fotos: Leatt – „DBX 6.0 Carbon V23“ 2018 Fullface Helm – Produktvorstellung

Einst startete Leatt mit Neckbraces, mittlerweile sind Protektoren, Helme, Bekleidung und sogar Rucksäcke dazu gekommen. Wir haben uns für euch den 2018er Fullface Helm „DBX 6.0 Carbon V23“ genauer angeschaut.

Damit der Carbon Helm auf Reisen nicht verkratzt, ist eine praktische Helmtasche im Lieferumfang inklusive. In dieser finden sich Vent-Blocks“, die an kalten Tagen in die Belüftungslöcher eingesetzt werden können. So kommt noch Luft in den Helm, aber man wird etwas vor kalter Winterluft geschützt. Auch liegen Ersatzschrauben für das Visier bei. Denn damit das Visier nicht als Hebel beim Bodenkontakt auf das Genick wirkt, wurden die Schrauben mit Sollbruchstellen versehen. So kann das Visier ohne großen Widerstand an den Schrauben brechen. Zudem wurde die Helmschale um 10 Prozent verkleinert. Laut Leatt werden so Rotationskräfte, die bei einem Sturz auf Genick und Kopf wirken, bis zu 20 Prozent reduziert.

Die Helmtasche ist inklusive.
„Vent-Blocks“ für kalte Tage und Ersatzschrauben für das Visier liegen dem Helm bei.

Ebenfalls soll die „360 Turbine Technology“ – ähnlich wie MIPS – das Risiko auf Gehirnerschütterungen reduzieren.

Die „360 Turbine Technology“ soll das Risiko auf Gehirnerschütterungen reduzieren.

Der knapp 1000 Gramm leichte Helm ist durch seine spezielle Form am Hinterkopf bestens mit Neckbraces kompatibel.
Besonders praktisch ist zudem der „Fidlock“-Magnetverschluss, der sich auch mit Handschuhen leicht öffnen und schließen lässt.
Im Falle eines heftigen Sturzes können die Backenpolster einfach durch Rettungskräfte herausgenommen werden, um den Helm einfacher abnehmen zu können.

Der praktische „Fidlock“-Verschluss
Die Wangenpolster sind leicht herausnehmbar.

Selbstverständlich sind alle Polster herausnehmbar und waschbar. Die großen Belüftungslöcher sorgen auch bei mittleren Geschwindigkeiten für einen kühlen Kopf.

11 Belüftungslöcher sorgen für einen kühlen Kopf.

Da Leatt auch Trinkrucksäcke im Angebot hat, hat man sich für den Fullface Helm ein cooles Detail einfallen lassen. Mit dem optional erhältlichen „Hydration Handsfree Kit“ kann man eine Art Verlängerung für den Trinkschlauch nachrüsten, der seitlich am Kinnschutz eingeführt wird. So kann man während dem Biken aus der Trinkblase, Flüssigkeit zu sich nehmen, ohne eine Hand vom Lenker zu nehmen.

Hier lässt sich das optionale „Hydration Handsfree Kit“ anschließen.

Preis: 499€ | Gewicht: 950 g | www.leatt.com

Red Bull Rampage 2017 – Kurt Sorge flippt zum Hattrick

Kurt Surge schreibt Geschichte und triumphiert nach seinem Sieg 2012 und 2015 in diesem Jahr erneut in Utah. Cam Zink und der  20-jährige Rookie Ethan Nell komplettieren das Podium.

Der Kanadier holte sich von der Jury 92,66 Punkte und somit den Sieg.

Style, Geschwindigkeit und Tricks, es passte einfach alles. Sorge legte einen nahezu perfekten Run hin und das, obwohl er eine weniger extreme Line als Cam Zink wählte. Aber an Style geizte er keinesfalls, ob es ein lässiger Whip im Moto-Stil war oder ein perfekter Backflip mit extrem langsamer Rotation und perfekter Körperhaltung.

Seht am besten selbst, hier der First Place Run von Kurt Sorge.

 

Cam Zink schrammt knapp an seinem zweitem Rampage Triumph vorbei. Lange saß er auf dem Hot Seat, bevor er sich am Ende mit dem zweiten Platz zufrieden geben musste.

„Das war der Run meines Lebens,“ dies waren die Worte nach seinem ersten Lauf. Hier seht ihr den kompletten Run.

 

Dieses Jahr ging der 20-jährige Rampage Rookie Ethan Nell zum ersten mal an den Start. Er hatte jedoch einen entscheidenden Vorteil: Er lebt in der Region, wohnt keine 15 Minuten entfernt von der Rampage Location in Utah und kennt wie er selbst sagt jedes Sandkorn – und das spürte man.

Er rauschte mit beeindruckender Unbekümmertheit und jeder Menge Style ins Ziel.

Interview: Senior Badass – Jordie Lunn im Interview

Jordie Lunn hat vor einer ganzen Weile im Downhill World Cup mitgemischt, sein Herz schlug jedoch auch schon immer fürs Freeriden. Einige von euch werden sich an die lustigen Szenen aus Roam erinnern, wo Jordie mit dem älteren Semester der Bike-Szene eine lässige Dirt-Session in seinem Garten veranstaltete. Der MTB-Tausendsassa hat in den letzten Jahren auch immer mal wieder mit krassen Clips auf sich aufmerksam gemacht, zuletzt mit „Rough AF 2“- wo einem beim Anschauen die Kinnlade runterfällt. Zeit für uns, einem der mutigsten Big Mountain Freerider ein paar Fragen zu stellen.

Jordie, bist du der Chuck Norris der Freeride-Mountainbike-Szene?
[lacht] Nein, das müsste Brandon Semenuk sein.

Jordie Lunn in seinem Fitnessraum

Du bist ein krasses Muskelpaket. Wie lange hast du gebraucht, um richtig fit zu werden und in Form zu kommen?
Das waren schon drei bis vier Jahre harte Arbeit und stetiges Training. Ich habe Zuhause einen Fitness-Raum, schaufle viel, baue Sprünge und sitze natürlich viel auf dem Rad – das hält fit.

Hat deine körperliche Fitness auch deinen Fahrstil beeinflusst?
Die Fitness hat mir geholfen, agiler auf dem Bike zu sein, schneller Fortschritte zu machen, sei es beim Tricksen oder sauberer eine fette Line zu fahren. Wenn du fit bist, ist es auch einfacher zu stürzen. Du steckst das besser weg und kannst dich eleganter abrollen oder abfangen. Mein Style ist dadurch aber sicher nicht besser geworden, denke ich. [Lacht]

Fitness ist heute ein großer Teil in deinem Leben. Was war die Entscheidung für dich so in Form zu kommen?
Ich wollte mich einfach nur besser fühlen, sowohl abseits des Bikes.

Es fühlt sich an, als ob du schon ewig ein Teil der Freeride-Szene bist. In welchem Alter hattest du das erste Mal einen Part in einem Bikefilm?
Da war ich gerade 16 Jahre alt, als wir für „Ride To The Hills“ gefilmt haben.

Heute bist du 33 und hast gerade deinen neusten „Rough AF 2“ Edit rausgehauen. Es scheint als spiele das Alter bei dir keine Rolle?
[Lacht] Doch das tut es. Definitiv. Ich fühle mein Alter manchmal nach harten Stürzen oder nach langen Tagen auf dem Bike. Ich brauche einfach viel mehr Zeit, um mich zu erholen.

Wird es dieses Jahr noch weitere Bike-Clips von dir geben?
Ich habe noch einen kurzen Clip für diesen Herbst geplant. Aber es wird auch noch einen „Rough AF 3“ geben – er wird im Frühling 2018 fertig sein. Ich werde den ganzen Winter brauchen, um meine Bauwerke fertigzustellen.

Wenn du niemals zum Biken gekommen wärst, was denkst du würdest du jetzt machen?
Harte Frage! Ich habe ehrlich gesagt nicht die leiseste Ahnung. Vielleicht würde ich irgendwo arbeiten, vielleicht hätte ich die Uni fertig gemacht.

Das kanadische Kraftpaket ist für seine krassen Lines bekannt

Du bist früher im Downhill World Cup mitgefahren. Was war der Grund aufzuhören?
Ich denke mir hat einfach die Freiheit in der Freeride-Szene zu gut gefallen. Rennen zu fahren, hat mir immer Spaß gemacht und macht es auch heute noch. Ich versuche wenigstens, ein Rennen pro Jahr mitzufahren.

Wenn wir einen Blick auf dein Instagram Profil werfen, lesen wir „get sketchy 2017“. Ist das dein Ziel für diese Saison?
[Lacht] Definitiv nicht mein Ziel… Ich habe bloß viele sketchy Obstacles in diesem Jahr gezimmert, da dachte ich, es sei angemessen. Möglicherweise sollte ich es ändern in #getsketchier next year!

Wie viele größere Verletzungen hattest du in den letzten zehn Jahren?
Oh davon habe ich schon einen ganzen Haufen. Die schlimmsten müssten Gehirnerschütterungen sein. Alle anderen Sachen sind Knochenbrüche und Verletzungen die zum größten Teil wieder zu 100 Prozent verheilt sind. Jordie, was oder wer ist deine größte Inspiration?
Das sind schon immer meine Brüder. Inspiriert vom Talent meines jüngeren Bruder und dem Biss und der Motivation meines älteren Bruders. In letzter Zeit pusht mich auch sehr die Progression, vielleicht nicht so sehr für Tricks, aber für neue und krasse Lines zu fahren.

Was ist wichtiger, mehr Talent zu haben, oder mehr Leidenschaft?
Immer Leidenschaft!

Jordie ist auch auf dem Dirt Jump Bike fit

Was ist deine größte Errungenschaft oder Leistung?
Gar nichts Spezielles… Ich denke, dass ich immer noch Teil der Szene bin und immer noch den Spaß daran habe.

Wo siehst du dich selbst in fünf Jahren?
Ich werde damit beschäftig sein, überall Trails und Bikeparks zu bauen. Hoffentlich noch immer gesund sein und viel Zeit auf dem Bike verbringen.

Was machst du während des kanadischen Winters?
Hauptsächlich draußen Stunts und Strecken bauen und wenn es möglich ist, gehe ich natürlich Biken.

Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?
Aufwachen, Laufen gehen oder Trainieren, Frühstück, an Sprüngen oder Trails bauen, Mittagessen, Biken, Abendessen, Filme schauen und schlafen gehen.

Welche drei Webseiten besuchst du regelmäßig?
E-Mail, Pinkbike, Amazon

Wie wichtig ist dir die Unterstützung deiner Familie?
Die ist mir immer sehr wichtig. Meine Familie steht seit Tag eins hinter mir, unterstützt und motiviert mich.

Wovor hast du wirklich Angst?
Vor einem Leben ohne Bikes.

Letzte Frage: Was sind deine Pläne für den Rest des Jahres?
Wie gesagt, die Video-Projekte spannen mich voll ein und die Bauarbeiten für „Rough AF 3“. Ansonsten werde ich noch etwas Coachen und die Daumen drücken für die Rampage.

Vielen Dank für deine Zeit, Jordie. Alles Gute für die Zukunft und viel Spaß auf und neben dem Bike.

Entweder Oder?
Slopestyle Fully oder Dirt Hardtail? Fully
BMX oder FMX? Beides
Skatepark oder Downhill Track? DH
Rampage oder FEST Series? Beides
Bikepark oder Singletrail? Bikepark
Camper oder Hotel? Camper
Snowboard oder Ski? Snowboard
Sportswagen oder Jeep? Weder noch
Burger oder Sushi? Sushi
Bier oder Saft? Bier
Biken mit oder ohne Handschuhe? Ohne
Fullface oder Dirt helmet? Beides
Metal oder Charts? Metal
Mac oder PC? Mac
Buch oder Film? Film
YouTube oder Instagram? IG

Steckbrief:
Heimat: Parksville, BC, Canada
Geburtstag: 22.08.
Größter Erfolg: Familie und Biken
Sponsoren: Rockstar Energy, YT Industries, Deity, Sram, Rockshox, Strikt, SDG, Sensus, Halo Wheels, Vee Tire Co, Endur Officials, Kali Protectives, Obtainum Performance Products, FiveTen, Cache Bikes, Spy Optics
Social Media: @jordielunn

Interview: Sam Hill – Der bekannteste Flat-Pedal-Racer der Welt

Der 1985 in Viveash, Perth, Australien geborene Samuel Hill, wurde bereits drei Mal Downhill-Weltmeister und zwei Mal gewann er den Downhill-Worldcup. 2017 wird er Enduro World Series Champion – alles auf Flatpedals. Auf den er schon im zarten Alter von zwölf seine ersten Downhill-Rennen bestritt. Angefangen hat der Zweirad-Sport mit Motocross und BMX. Auch nachdem Sam Familienvater wurde, bleibt er dem Radsport treu. 2013 wechselte er zum CRC-Nukeproof-Team und  zum Saisonende 2016 von Downhill Worldcup zur Enduro-World-Series.

Sam Hill gewinnt die Enduro World Series 2017 // Foto: Ale Di Lullo

Was ist das Wichtigste, was du durchs Rennenfahren gelernt hast?
Ich habe jede Menge gelernt. Es ermöglichte mir, um die Welt zu reisen und hat mir viele Kulturen näher gebracht. Ich habe die Schule nicht besonders gemocht und habe das Gefühl, dass mir Reisen und das Racing eine Menge im Leben gelehrt hat.

Erzähl uns von deinem aufregendsten Moment auf dem Bike?
Ich hatte viele tolle und aufregende Momente auf dem Bike, aber ich denke die World Chamopionships zu gewinnen, war der beste Moment.

Wie stark beeinflussen dich deine Kinder in deiner Risikobereitschaft?
Ich denke nicht, dass Kinder zu haben, die Art wie ich bike oder Rennen fahre geändert haben. Ich gehe kalkulierte Risiken ein, wenn ich denke, dass es nötig ist.

Sams Fokus liegt seit diesem Jahr auf der Enduro World Series 2017 // Foto: Ale Di Lullo

Wie viele Tage bist du ohne deine Familie unterwegs? Begleiten sie dich zu den Rennen?
Ich bin mir nicht genau sicher, aber während der Rennsaison bin ich immer mal 2-3 Wochen am Stück unterwegs, also möglicherweise sind es insgesamt so drei bis vier Monate pro Jahr.

Was ist deine größte Motivaion? Was inspiriert dich?
Ich denke mein Verlangen zu gewinnen! Zu siegen ist das beste Gefühl und zeigt, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat.

Wie wichtig ist dir Sport neben dem Mountainbiken? Was trainierst du?
Ich mache nicht wirklich Sport, neben dem Biken. Ich liebe Motocross, aber das war es auch schon an anderen Sportarten.

Was sind deine Hobbies und Interessen neben dem Mountainbiken?
Motocross und Bikes sind alles was mich interessiert. [lacht]

Wie kann man den Mitstreitern immer einen Schritt voraus sein?
Ich denke, es ist am besten, so gut wie möglich vorbereitet zu sein.

Wo liegt aktuell dein Hauptfokus?
Die Enduro World Series.

Wer oder was inspiriert dich am meisten?

Chad Reed. (Australischen Motocross Champion Anm.d.R.)

Sam bei seinem Siegesrun in Meribel, Frankreich, 2014. // Foto: Paris Gore

Was ist deiner Meinung nach der größte Fortschritt in der Bike-Technology?
Dass alles über die Jahre langsam ausreift und es immer mehr Fortschritte gibt und das noch überall, vom Antrieb, Federelementen und sogar Rahmen und das Material selbst.

Was bedeutet dir das Radfahren?
Das Biken bedeutet mir sehr viel. Es ist mein Leben, schon seit ich drei Jahre alt bin.

Wie lange hälst du es ohne dein Bike aus?
Ich fahre jeden Tag ziemlich viel Rad, also am liebsten keinen Tag ohne.

Wie sehr gefallen dir Skinsuits, siehst du einen großen Vorteil darin?
Ja, die Skinsuits sind schon schneller, also ein Vorteil gegenüber den normalen Downhill-Klamotten. Doch wenn sie einer trägt, dann tragen alle einen Skinsuit und dann ist der Vorteil wieder futsch.

Interessierst du dich für Dirtjump- und Slopestyle-Contests?
Nein, gar nicht meine Welt.

Wie wichtig ist dir das Dirtfahren?
Ab und an hab ich Spaß damit, aber nicht mehr.

Foto: Paris Gore

Was ist deine lieblings Downhill-Strecke und warum?
Definitiv Schladming, sie ist schnell, rau und sehr technisch.

Was ist deine lieblings Enduro-Strecke und warum?
Da gibt es so viele, aber ich würde sagen, La Thuille hat einen genialen Mix und ist super vielfältig.

Welche Art von Strecken/ Untergrund magst du am liebsten?

Ausgesetzt, Steil und Technisch.

Wo hättest du gerne deinen Zweitwohnsitz und warum?
Nirgendwo.

Klar: Du bist Flatpedal-Anhänger, ebenso im tretlastigen Enduro-Rennen. Was sind die entscheidenden Vorteile für dich?
Ich denke es ist alles eine persönliche Entscheidung und Einstellung – was auch immer die Person bevorzugt zu fahren.

Du fährst noch einige heimische Downhill-Rennen, richtig? Warum bist du vom Downhill World Cup zu den Enduro World Series gewechselt?
Ich hab auf den Enduro Rennen mehr Spaß, Downhill hat sich langsam aber sicher in den letzten Jahren verändert und es hat mir nicht mehr so viel Spaß gemacht, wie es sollte.

Sam Hill auf dem Weg zum Sieg der Enduro World Series 2017 in Italien // Foto: Ale Di Lullo

Du bist einige Downhill-Rennen mit deinem Endurobike gefahren. Wie funktioniert dein Enduro auf einem DH-Track?
Das moderne Enduro ist der Wahnsinn, ich komme sehr gut damit klar. Die meisten Stages der Enduro World Series, die ich dieses Jahr gefahren bin, sind um einiges härter und rauer als die aktuellen Downhill World Cup Strecken.

Sind die Enduro Series ein großes Ding für Downhill-Rentner?
Das denke ich nicht, es ist bloß eine andere Art des Mountainbikens.

Hast du manchmal Angst vor schwierigen Sektionen oder großen Sprüngen? Was ist dein Tipp, um die Angst zu überwinden?
Ich denke, du musst dich selbst pushen, um Fortschritte zu machen, allerdings musst du auch innerhalb deines Limits fahren.

 

Foto: Ale Di Lullo

ENTWEDER ODER

Alkohol oder Saft? Alkohol
Vegetarier oder Fleischfresser? Fleischfresser
Buch oder Film? Film
Winter oder Sommer? Sommer
Chillen oder Party? Chillen
Staub oder Matsch? Staub
Sprünge oder Wurzeln? Wurzeln
Crankworx oder Rampage? Crankworx
Fullface oder Halbschale? Halbschale

STECKBRIEF
Name: Samuel Hill
Geburtstag: 21.07.1985
Größe: 1,75 m
Gewicht: 75 kg
Wohnort Parkerville, Australien
Größte Erfolge: 2006, 2007, 2010 DH-Weltmeister, 2007, 2009 Sieger Downhill-Worldcup
Sponsoren: Chain Reaction Cycles, Nukeproof, Monster Energy, 100%, Five Ten, Sram
Web: www.facebook.com/SamHillRacing

TEST: Votec – „VE EVO”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Mit dem „VE“ hat Votec ein Enduro am Start, was sich so gleich in der Enduro World Series wohlfühlt. Mit wahlweise 160 oder 170 Millimeter Federweg im Horst-Link Hinterbau und 180 Millimeter Federweg an der Front ist das Bike für alles gewappnet. Dazu lässt sich die Geometrie absenken – ebenfalls über den Flip-Chip. So liegen der Lenkwinkel bei 64,7 oder 64,3 Grad und der Sitzwinkel auf 74,1, beziehungsweise 73,7 Grad. Insgesamt ist die Geometrie abfahrtsorientiert, doch es wurde auch die Bergauffahrt berücksichtigt. Die Züge verlaufen sauber durch den Rahmen, selbst die Fernbedienung für den Dämpfer hat eine extra Verlegung bekommen. Von Ausstattung, Geometrie und Fahrwerk lässt sich das Bike sicher auch mal gut im Bikepark ausführen, wir waren gespannt.

Guter Service: Votec liefert die Bikes mit Tubeless-Ready Reifen und Felgen aus und legen dem Kunden sogar noch die Tubelessmilch und Ventile bei. Als renntaugliches Bike setzt Votec auf unterschiedliche Vorderrad- und Hinterrad-Bereifung. Vorne die griffige „Magic Mary“ und hinten Schwalbes „Hans Dampf“ mit geringem Rollwiderstand. Die höchste Ausstattung „EVO“ kommt entsprechend mit feinsten Anbauteilen. Fox-Fahrwerk und sogar einer Fernbedienung für den „Float X3P“-Dämpfer. Nicht nur am Lenker kommt Carbon von Race Face zum Einsatz, auch die Kurbel stammt aus der edlen und leichten „SIXC“-Reihe. Bei den Bremsen lässt sich Votec nicht lumpen und setzt auf zuverlässige Anker: Magura „MT7“ mit 203er und 180er Scheibe. Dass das „VE“ für die gröbere Gangart bestimmt ist, zeigt die verbaute Kettenführung mit Bashguard. Clever: Je nach Rahmengröße wächst auch die verbaute Vorbaulänge. Käuferfreundlich gibt’s das Bike von XS-XL bereits ab 2.599 Euro in der „PRO“ Variante. Übrigens bekommt jeder Käufer einen Drehmoment Schlüssel und eine digitale Dämpferpumpe mit dabei.

Auf dem Trail macht das „VE“ eine gute Figur, seine Trümpfe spielt das Bike aber erst aus, wenn es richtig ruppig wird. Steinfelder, Wurzelteppiche und Drops steckt das Votec mit Leichtigkeit weg. Hier spielt der für den Enduro-Sektor recht hohe Federweg von 180 und 170 Millimetern eine entscheidende Rolle. Der viele Federweg bringt auch bei Tempo noch Ruhe ins Bike, wenn auch der Radstand nicht der längste ist. Dennoch beschleunigt das Bike gut und selbst der fiese Gegenanstieg wird dank technischer Spielereien zum Klacks. Sattel hoch, Dämpfer blockiert – alles per Fernbedienung vom Cockpit. So geht die Fahrt ungebremst weiter.

In Kurven macht das Votec eine gute Figur und zeigt sich angenehm wendig. Auf heimischen Trailtouren oft unterfordert, fühlt sich das „EVO“ eher auf Enduro World Series Terrain wohl. Auch die einen oder anderen Ausfahrten in den Bikepark sind mit dem Votec überhaupt kein Problem. Das „VE EVO“-Testbike kostet 3.799 Euro und ist auch in Topausstattung noch preislich attraktiv. Darunter liegt das „VE Elite“ für 3.099,- Euro und das Einsteigermodell „VE Pro“ kostet 2.599,- Euro.

Fazit: Das Votec „VE EVO“ lässt sich ebenso aus dem Karton bei den EWS fahren, als auch im Bikepark, oder Spaßgarant auf dem Hometrail. Eine gute Mischung aus reichlich Federweg, guten Komponenten und einer ausgewogenen Geometrie. Uns hat der Alleskönner für 3.799,- Euro durch die Bank überzeugt.

Pro:

  • Preis
  • schluckfreudig
  • Fahrwerk
  • Geometrie

Contra:

  • Nichts

Unverbindliche Preisempfehlung: 3.799,- € (Komplettrad) | Größen: XS, S, M, L, XL | Gewicht: 13,6 kg | www.votec.de

VIDEO: Rémy Métailler drückt im Whistler Bikepark wieder ordentlich aufs Gas

Der Franzose dreht in seiner kanadischen Wahlheimat erneut richtig auf.

Nun heißt es zurücklehnen und staunen, wie schnell Rémy auf seinem Cube Two 15 über die Trails bügelt.

Film ab.

 

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