INTERVIEW: Tausche Surfbrett gegen Fully

200 Jahre wird das Fahrrad in diesem Jahr alt. Über die Jahrhunderte hat sich sehr viel getan: Aus dem einfachen Fortbewegungsmittel mit zwei Rädern sind High-End Maschinen geworden, mit denen man die Berge der Alpen erklimmen und hinab brettern kann. Während der Trend Mountainbiken von immer größerer Bedeutung wird, ist auch das Angebot für die Gravity-Liebhaberinnen gestiegen. Über 80 Frauen kamen zum Beispiel für das „MOUNTAINBIKE Women’s Camp“ nach Serfaus-Fiss-Ladis, um vier Tage die Trails im Bikepark unsicher zu machen. Wir haben uns mit Teilnehmerin Nina Schwab aus Wien über das Biken in der Gruppe, die Vorteile eines Camps und das Fahren an sich unterhalten.

Wie bist du überhaupt zum Biken gekommen?

Mit dem Mountainbiken habe ich erst sehr spät begonnen – und zwar auf Bali. Ich war zum Surfen im Chillhouse in Canggu und wir hatten ein paar Tage keine gescheiten Wellen. Es wurden aber auch Mountainbike Touren angeboten, also habe ich mich einfach für eine angemeldet. Das Gefühl auf dem Trail war so irre, dass ich am nächsten Tag gleich noch mal das Surfbrett gegen ein Fully eingetauscht habe. Wieder zu Hause war ich schneller im Radladen und mit meinem „Stumpjumper“ wieder heraus, als ich schauen konnte. Ich habe mich dann auch gleich bei meinem jetzigen Verein, den ‚Velochicks‘, angemeldet. Das war vor zweieinhalb Jahren. Seitdem bin ich viel mit dem Mountainbike unterwegs und fahre bei der ‚Enduro One‘ Serie mit.

Warum gehst du gerne in den Alpen biken?

Die Alpen sind für mich einfach das beste Mountainbike Revier in Europa. Mal ganz davon abgesehen, dass es von unserer Wahlheimat Wien aus leicht erreichbar ist. Je nachdem, was man vorhat, bietet es einfach extrem viele Möglichkeiten. Jedes Gebiet hat seine Eigenheit und Schönheit. Ich bin gerne vor oder nach der Arbeit auf den Trails unterwegs. Eine feine Abwechslung nach einem Tag vor dem Computer.

Wie haben dir die vier Tage in Serfaus-Fiss-Ladis gefallen?

„Isch lei oans!“, wie mein Tiroler Kollege sagen würde. Übersetzt heißt das so viel wie „es war einzigartig“. Einfach eine wunderschöne Gegend, in der wir sehr freundlich und entspannt empfangen worden sind. Wir hatten auch das Gefühl, dass die Infrastruktur gut auf Mountainbiker eingestellt ist. Kleine Details, wie der Abstellraum mit Werkzeug und der Wäscheservice im Hotel, sind uns besonders positiv aufgefallen. Kulinarisch gesehen hatten wir auf der Hög Alm ein weiteres Highlight, mit einem tollen Blick auf die umliegende Bergwelt.

Welche Strecken haben dir am meisten gefallen und warum?

Wir haben uns jeden Morgen im Bikepark ‚eingefahren‘. Zum Aufwachen ging es auf dem blauen „Milky Way“ oder dem roten „Supernatural“ sehr flowig bergab. Es gibt am Weg kleine Sprünge, Bodenwellen und sehr gut geshapte Anlieger. Die Beschaffenheit ist ideal, um die richtige Kurventechnik und das ‚leicht machen‘ am Trail zu üben. Die anderen Strecken im Park lassen sich nach Lust und Laune gut miteinander kombinieren. Ein Highlight waren auch die Tables und Drops in der Nähe der Talstation – ein bisschen Airtime darf natürlich nicht fehlen! Von den Trails hat mir der Frommestrail am Besten gefallen. Er startet auf ca. 2.500m und schlängelt sich dann an Speicherseen und über kleine Hügel entlang. Später geht es dann über flowige Serpentinen und ein paar knackige Wurzelpassagen ins Tal. Einfach Top!

Stehst du eher auf angsteinflößende Tracks oder flowige Trails und warum?

Die Mischung macht’s, aber für mich darf es ruhig etwas abenteuerlicher sein! Ich liebe Herausforderungen und versuche immer, meine Grenzen ein wenig auszuloten. Schwierige Stellen probiere ich immer wieder, bis es irgendwann klappt. Das ist einfach das Beste! Durch das Anschauen und die Wiederholungen lernt man die richtige Linie zu finden. Und die Erfolgserlebnisse stärken das Selbstvertrauen.

In Serfaus-Fiss-Ladis wird am 22. Juli der dritte von fünf „Woman Workshops“ mit UCI Downhill Masters World Champion Alice Kühne angeboten. Weitere Termine folgen am 12. August und am 23. September. Alle Infos zur Anmeldung gibt es hier:

www.bikepark-sfl.at/de/aktuell/events/woman-workshop-alice

Mit welchem Bike warst du am Camp-Wochenende unterwegs und warum hast du dich für ein solches Bike entschieden?

Ich war mit meinem eigenen Bike, einem Specialized Stumpjumper FSR Comp EVO 29, unterwegs. Aber ich wollte beim Camp unbedingt auch mal mit einen ‚richtigen‘ Enduro fahren. Vor Ort war unser Guide und 7-fache deutsche Meisterin im Downhill Antje Kramer so nett, mit mir das Rad zu tauschen. Somit konnte ich auf dem Frommestrail das Liv Hail Advanced 0 testen. Ich war extrem beeindruckt, wie einfach und kontrolliert sich das Hail über verblockte Stellen, Wurzeln und durch enge Kurven manövrieren lässt. Ein absolutes Traumbike und schwer wieder herzugeben.

Was hast du aus dem Camp Bike-technisch und persönlich mitgenommen?

Wir hatten beim Camp einfach eine mega Truppe, die sich gegenseitig motiviert und gepusht hat. Die Chemie hat gepasst und wir hatten einen riesen Spaß. Selbst bei Regen und 200 Höhenmetern Hike-a-Bike ging es danach mit einem Grinsen bergab. Unsere Guides haben uns während des Fahrens viele wertvolle Tipps gegeben. Technisch habe ich daher einiges an Selbstvertrauen mitgenommen, speziell für die etwas ruppigeren Passagen und höheren Sprünge.

Inwiefern ist es wichtig, dass solche Camps für Bikerinnen angeboten werden?

Ich glaube, dass es wichtig ist solche Camps anzubieten, weil es einfach eine gute Möglichkeit ist, um Mädels und Frauen für den Sport zu begeistern. Dort ist es egal, wo du herkommst, wie alt du bist oder was du beruflich machst. Das gemeinsame Ziel ist es, eine super Zeit am Rad zu haben und sein Können zu verbessern. Und das Ganze ohne Druck. Die Camps zeichnen sich durch ein hohes Wohlfühllevel aus und man entscheidet selbst, in welche Könnensstufe man sich einordnet. Man sieht, dass auch andere mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben und versucht kleine Barrieren gemeinsam zu überwinden. In der Gruppe – und mit der richtigen Anleitung – probiert man auch mal Dinge, die man sich vorher vielleicht nicht zugetraut hätte.

Warum nimmst du an Camps oder Workshops für Frauen teil?

Warum nicht?! Die Camps sind extrem vielseitig. Man fährt mit erfahrenen Guides, die alle eine Vorbildfunktion übernehmen und viel Erfahrung in dem Sport haben. Das motiviert zusätzlich und pusht ungemein. Bei den Workshops kann man sich aussuchen, was einen persönlich interessiert. Entweder man lernt z.B. wie man seine Dämpfer richtig einstellt oder was man im Bereich der Sportfotografie beachten muss – oder einfach beides.

Worin unterscheiden sich reine Frauengruppen von gemischten Gruppen, wenn du sonst unterwegs bist? Findest du es besser in Frauengruppen?

Ich würde sagen, dabei kommt es sehr darauf an, mit welchen Leuten man unterwegs ist. Ich finde die Ausfahrten mit den Velochicks super, fahre aber genauso gerne mit Freunden in gemischten Gruppen. Da gibt es keine Unterschiede. Ich habe bei Events aber auch schon ein paar ‚Mansplaining‘-Situationen erlebt, die einfach unnötig waren. Da wundert es mich ehrlich gesagt nicht, wenn Frauen beim Biken auch mal gerne ‚unter sich‘ sind.

Hast du einen Tipp für andere Mountainbikerinnen oder die, die es noch werden wollen?

Ja, ich finde ein gescheites Grundlagen-Techniktraining für den Anfang extrem wichtig. Das bringt schnell Erfolgserlebnisse und man tut sich später leichter, wenn es ans Eingemachte geht. Ich hatte dabei sehr viel Glück mit meinen Guides und meiner Trainerin. Schaut Euch daher am Besten gleich mal um, ob es einen Verein oder Angebote wie das Women’s Camp in Eurer Region gibt. Gemeinsam macht es einfach viel mehr Spaß und man lernt schnell Leute kennen, mit denen man sich zu weiteren Ausfahrten verabreden kann. Wenn Ihr in Österreich seid, könnt Ihr gerne bei den Velochicks vorbeischauen. Wir haben Communities in Wien, Graz und Salzburg.

Weitere News und Termine zum Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis gibt es auf:
www.bikepark-sfl.at oder www.facebook.com/bikepark.serfaus.fiss.ladis

Weitere Informationen zur Region Serfaus-Fiss-Ladis gibt es auf:
www.serfaus-fiss-ladis.at oder www.facebook.com/serfausfissladis

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VIDEO: Rundumschutz für den Oberkörper – POC „Spine VPD 2.0 DH Jacket“

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VIDEO: Enduro oder Freerider? Cube „Fritzz 180“ Test

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PM: Biketember Festival – 15-jährige Valentina Höll schneller als Europameisterin

Vor dem Oktober kommt der Biketember: Vergangenes Wochenende hat die Bikeregion Saalfelden Leogang beim Biketember Festival nochmal seine Expertise in Sachen Mountainbike unter Beweis gestellt. Beim Saisonfinale des iXS European Downhill Cup kämpften 300 Starter aus 26 Nationen zum letzten Mal in diesem Jahr um alles entscheidende Sekunden. In der Kategorie Elite hatten Europameisterin Eleonora Farina (ITA) und Ondrej Stephanek (CZE) die Nase vorn, in der Kategorie U17 Damen dominierte ganz klar das österreichische Nachwuchstalent Valentina Höll.

Valentina Höll
©Rick Schubert

Die Leoganger Weltcup-Strecke „Speedster“ wartete beim Saisonfinale des iXS European Downhill mit besonders erschwerten Bedingungen auf: Während sich das Wetter am Freitag beim Training noch von seiner besten Seite zeigte, erschwerten Regen und daraus resultierender Matsch die Qualifikation am Samstag sowie das fünfte und letzte Rennen der höchsten Rennserie nach dem Weltcup. Auf dem rutschigen und daher besonders anspruchsvollen Kurs zeigte Ondrej Stephanek (CZE – CTM Racing Team) starke Nerven und holte sich mit knapp drei Sekunden Vorsprung vor Jure Zabjek (SLO – Unior Tools Team) den Tagessieg. In der Gesamtwertung führt Zabjek, der vergangenen Juni beim Weltcup in Leogang erstmals mit einem beachtlichen 12. Platz von sich reden machte, vor Stephanek. Mit nur sechs hunderstel Sekunden Abstand sicherte sich Joshua Barth (GER – Solid Reverse Factory Racing) aus Neuenbürg im Nordschwarzwald den 3. Platz und landete in der Gesamtwertung des iXS European Downhill Cup 2017 in der Kategorie Elite Men auf dem 4. Platz.

 

Ondrej Stephanek holte sich Rang drei im Seeding und kämpft morgen um seinen ersten Sieg.
©Rick Schubert
Podium Elite Männer mit Andreas Kolb, Jure Zabjek, Ondrej Stephanek, Joshua Barth und Loris Revelli.
©Rick Schubert

 

Tagessiegerin in der Kategorie Elite Women wurde die Europameisterin Eleonora Farina (ITA – GB Rifar Mondraker). Die Deutsche Sandra Rübesam (Nukeproof Factory Racing) durfte sich über den 2. Platz freuen, während Monika Hrastnik aus Slowenien (Blackthorn) Dritte wurde. Hrastnik geht damit als Seriensiegerin 2017 hervor.

Podium Elite Frauen mit Sandra Rübesam, Eleonora Farina und Monika Hrastnik.
©Rick Schubert
Eleonora Farina gewinnt mit 5 Sekunden Vorsprung vor Sandra Ruebesam.
©Rick Schubert

 

Aufsehen erregte wieder einmal Valentina „Vali“ Höll (AUT – Sram TLD Racing): Obgleich gelistet in der Kategorie U17, hätte die 15-Jährige bei den Elite Damen ganz klar die Nase vorn gehabt: Voll auf Adrenalin gab Vali alles und beendete ihren Run fast ganze vier Sekunden schneller als Elite-Tagessiegerin Farina. Damit ist das österreichische Nachwuchstalent beim Europacup in dieser Saison ungeschlagen. „Saalfelden Leogang ist einfach mein Wohnzimmer, ich fühle mich hier wohl und kenne die Strecke in- und auswendig – das wird es wohl sein. Ich habe jetzt alle fünf Tour-Stopps in meiner Kategorie gewonnen und bin voll happy“, so die junge Athletin, die sich bereits jetzt auf die nächste Saison freut: 2018 wird Höll erstmals den Weltcup der Junioren bestreiten.

Valentina Höll
©Rick Schubert

Für den Österreicher Markus Pekoll (MS Mondraker) bedeutete das Biketember Festival nicht nur das Saisonfinale, sondern auch das Ende seiner Karriere. In Lederhosen und Trachtenhut fuhr Pekoll am Sonntag sein letztes Downhill-Rennen als Profi. Mit Leogang verbindet ihn nicht nur eine langjährige Partnerschaft, hier feierte er auch seine größten Erfolge, wie einen 9. Platz bei der Heim-WM 2012. Dementsprechend war der letzte Auftritt des ehemaligen Europameisters und sechsfachen Staatsmeisters sehr emotional – das Rennen gegen die Zeit für den 22. Platzierten nebensächlich: „Die Platzierung hat für mich heute keine Rolle gespielt, ich hatte sogar noch Zeit, Servus zu den Streckenposten zu sagen. Es waren viele Freunde da, meine Familie, die Leoganger Partner, die mich immer unterstützt haben. Ich bin stolz, einen Teil zur Bekanntheit des Sports beigetragen zu haben und habe alles aus meiner Karriere rausgeholt. Mit diesem Gefühl ist es wunderschön aufzuhören“, so Pekoll.

Markus Pekoll
©Rick Schubert

Während die einen bereits aufhören, fangen die anderen gerade erst an: Bei der Scott Junior Trophy zeigten die jungen Nachwuchsbiker, was in ihnen steckt. Kids zwischen 3 und 16 Jahren konnten in verschiedenen Altersklassen erste Rennerfahrung sammeln und ihren Vorbildern nacheifern. Auf Distanzen von 250m bis zu 6km ging es rund um den Saalfeldener Ritzensee. Insgesamt gingen rund 60 Nachwuchsbiker an den Start – fast doppelt so viel wie vor drei Jahren.

Scott Junior Trophy 2017
©Michael Geißler
Scott Junior Trophy 2017
©Michael Geißler

Bike-Fans sollten sich schon mal den 7.-10. Juni 2018 rot im Kalender anstreichen: Freunde gepflegter Bike-Action dürfen sich bereits jetzt auf das Out of Bounds Festival freuen – in dessen Rahmen finden der UCI Mountain Bike Downhill Weltcup sowie der legendäre Slopestyle-Contest 26TRIX in Leogang statt.

Für einen „runden Rad-Urlaub“ gibt es in Saalfelden Leogang spezielle Bike-Hotels wie den Salzburger Hof, Rupertus, Bacher, Riederalm, Ritzenhof, Puradies und Mama Thresl sowie kompetente Bike-Shops wie Sport Mitterer oder Sport 2000 Simon. Informationen hier.“

Photos by ©Rick Schubert & ©Michael Geißler

VIDEO: Hinter den Kulissen beim Red Bull District Ride

Red Bull District Ride war der absolute Wahnsinn! Ob es die respektiven World’s First von Szymon Godziek (POL) und Nicholi Rogatkin (USA) oder die Krönung von Emil Johansson (SWE) zum jüngsten FMB World Champion aller Zeiten waren, ein Highlight jagte das nächste. Über 300 fleißige Helfer waren beim Kursbau involviert, um den Wünschen von Kursdesigner und Slopestyle-Legende Martin Söderström gerecht zu werden. 7.800qm an Holzplatten wurden von knapp zwei Tonnen Schrauben zusammengehalten, die aneinander gereiht einer Länge von 8km entsprachen. Damit würden sie 1,5 mal um die Nürnberger Altstadt reichen, die die einzigartige Szenerie für den 700m langen Kurs bot. Der damit längste Kurs der Saison fand seinen Abschluss im Big Air District mit einem der massivsten Kicker, den die Slopestyle-Szene je gesehen hat. Der 4,5m hohe Monster-Absprung beförderte die Athleten direkt in den Nürnberger Himmel und bot massig Airtime für die krassesten Tricks. 94.000 Zuschauer zog es in die Nürnberger Altstadt, um das Weltklasse-Event live vor Ort zu verfolgen – 24.000 mehr als 2014. Wirf mit der spannenden Dokumentation einen Blick hinter die Kulissen des Red Bull District Ride und schau zurück auf die besten Momente des größten Mountainbike-Events der Saison.

PM: Emil Johansson – der jüngste FMB World Champion und angehende MTB-Legende

Emil Johansson hat sich sehr schnell als das neue Wunderkind des Mountainbikens herausgestellt. Der Kick-off seiner internationalen Karriere hat letztes Jahr beim 26TRIX in Leogang stattgefunden, ein Jahr später wurde er zum FMB World Champion gekrönt. Emils Saison ist eine einzige Erfolgsgeschichte: Zu Beginn des Jahres wurde der 18-jährige Schwede Mitglied des prestigeträchtigen TREK C3 Projects, im Laufe der Saison ergatterte er diverse Podiumsplätze bei verschiedenen Crankworx Events und wurde darüber hinaus Sieger der Crankworx World Tour. In Whistler wurde dann auch noch sein großer Traum wahr, nämlich Teil der Red Bull Familie zu werden.

Emil Johansson of the Sweden performs during the finals of the Red Bull District Ride 2017 in Nuremberg, Germany on September 2nd, 2017

Für sein Alter ist Emil extrem reif. Er ist gelassen, einsichtig und sehr weise. Seine mentale Reife zeigt sich deutlich in seinem Fahrstil: Die Fähigkeit, Ruhe zu bewahren und zu fokussieren kommt gerade recht, wenn man mit seinem Bike in sechs Metern Höhe einen Backflip macht. Schweden hat einen großen Beitrag zur Mountainbike-Welt geleistet und Emil ist definitiv die neueste strahlende Ausgabe.

Als er Anfang 2017 zum TREK Team stieß, zeigte sich Emil selbst beeindruckt von der Entwicklung, die er bis dahin genommen hatte und erwähnte, dass er ein Jahr zuvor noch gar keine FMB Lizenz besaß. Jetzt hat die FMB Diamond Series ihren Abschluss gefunden und man muss festhalten, dass Emil alle Erwartungen übertroffen und alle Ziele erfüllt hat. Emil merkt man trotz dieser Erfolge dennoch an, dass er mit beiden Füßen am Boden geblieben ist. Im Gespräch macht er klar, dass ihm nur wichtig ist, dass er weiterhin Spaß daran hat sein Bike zu fahren.

Du bist 18 Jahre alt und offiziell der jüngste FMB World Tour Champion. Hättest du dir das vorstellen können, als du letztes Jahr nach Leogang zum 26TRIX, deinem ersten großen internationalen Contest, gefahren bist?

Ich bin der jüngste Rider in der Diamond Series und es ist oft nicht einfach, weniger Erfahrung mit Contests und Big Jumps zu haben als die ganzen älteren Rider. Ich habe die letzten zwei Jahre darauf hingearbeitet, den Gesamttitel zu ergattern, aber dass es mir so schnell gelingen würde – das hätte ich mir letztes Jahr beim 26TRIX nicht träumen lassen. Ich habe wirklich hart für den Titel gearbeitet, von daher bin ich mehr als happy, dass mir der Gesamtsieg letztendlich gelungen ist.

Inwieweit hast Du Dein Bike-Set-up im Vergleich zu letztem Jahr verändert? Was sind die wichtigsten Unterschiede hinsichtlich Features?

Ich fahre jetzt ein Full-Suspension-Bike. So werden meine Landungen smoother und das Bike fühlt sich in der Luft stabiler an. Eigentlich gibt es nur Vorteile mit einem Full-Suspension-Bike, deshalb bleibe ich jetzt dabei.

Erst kürzlich hast Du einen glänzenden neuen Red Bull Helm bekommen. Es muss sich wahnsinnig anfühlen, für die gleiche Marke zu fahren wie die Rider, zu denen du immer aufgeschaut hast. Wie hast du dich gefühlt, als du den Helm beim Red Bull Joyride at Crankworx Whistler überreicht bekommen hast?

Es war schon immer mein Traum, ich wollte schon immer ein Red Bull Athlet sein, aber es war dann doch eine große Überraschung, dass es diese Saison schon so weit war.

Rückblick auf die Saison 2017: Was war dein Event-Highlight?

Es war der Wahnsinn, in Montpellier und in Whistler zu sein, weil der Vibe die ganze Woche über einfach super war! Aber nichts geht über den Red Bull District Ride – der Contest und der Vibe waren einfach der absolute Hammer! Die vielen Zuschauer, Teil des Ganzen gewesen zu sein – eine unvergessliche Erfahrung!

Was ist dein persönlicher Riding-Style? Wie würdest du dich und deine Fortschritte im Vergleich zum Beginn der Saison beschreiben?

Ich weiß nicht so recht. Ich schätze, ich bin eher ein Slopestyle-Fahrer, denn Slopestyle macht mir richtig Spaß. Letztes Jahr bin ich abgesehen vom Red Bull Joyride nicht viel Slopestyle gefahren. Mir gefällt diese Disziplin so gut, weil es eine echte Herausforderung ist, sich besonders kreative Tricks für den gesamten Kurs auszudenken, anstatt nur die zwei besten rauszuhauen.

Was sind deine Pläne für diesen Winter?

Ich freue mich auf eine kleine Auszeit und darauf, mal nicht so viel zu reisen und mehr Zeit fürs Fahren zu haben. Aber dieses Schuljahr ist mein Abschlussjahr, daher werde ich auch einiges an Zeit für die Schule investieren müssen.

Was sind deine persönlichen Ziele für 2018?

Weiterhin Spaß haben und mich und mein Fahren so weit zu pushen wie ich nur kann.

Vielen Dank für das Interview, Emil, und viel Glück für die Saison 2018!

Du willst mehr von Emil sehen? Dann zieh Dir seine Runs bei Red Bull Joyride at Crankworx Whistler und bei Red Bull District Ride 2017 rein.

Hier kannst Du Emils Bike auschecken und SRAM’s Steps to the Top.

Emils beste Ergebnisse der Saison 2017:

1st    FISE World Montpellier (FRA) FMB Gold

2nd   Red Bull District Ride (GER) FMB Diamond

2nd   Red Bull Joyride at Crankworx Whistler (CAN) FMB Diamond

2nd   Crankworx Les Gets 2017 (FRA) FMB Diamond

3rd   Crankworx Rotorua Slopestyle in Memory of McGazza (NZL) FMB  Diamond

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