PM: 360° Biking in Saalbach

Saalbach Hinterglemm ist schon seit jeher dafür bekannt neue Wege zu beschreiten und richtungsweisend zu denken. Im Mountainbike-Bereich hat alles vor ca. 15 Jahren angefangen, als die ersten Mountainbike-Wege unter Vertrag genommen und für die Öffentlichkeit legalisiert wurden. Es folgten die ersten Freeride-Strecken sowie der – zu damaligen Zeiten für die Bergbahnen – „unvorstellbare“ Biketransport mit den Seilbahnen. Parallel wurde Saalbach Hinterglemm Austragungsort der legendären Adidas Slopestyle Contests sowie weiterer Bike Events, die Teilnehmer wie auch Publikum gleichermaßen begeisterten und es weiterhin noch tun. Das Trail-Angebot wuchs, die Infrastruktur passte sich mehr und mehr an, Hotellerie sowie die Region stellten sich auf die neue Gästeschicht ein und prompt wurde Saalbach Hinterglemm zu einem wahren Biker’s Paradise, oder, um es in der eigenen Marketing-Sprache zu sagen, zum „Home of Lässig“.

Und dann kam der neueste Clou: „Wir wollten weiterhin als Wegweiser auftreten und da uns die neue Technologie mit den 360° Kameras und Brillen fasziniert, wollten wir verschiedenste 360° Clips für unser Publikum schaffen. Wir haben uns mit der österreichischen Produktionsfirma noVR zusammengetan, die in dem Bereich als Vorreiter zu verstehen ist, um gemeinsam diesen lässigen, und vor allem im Bike-Bereich noch nie dagewesenen Clip zu produzieren, und das in technischer, inhaltlicher sowie auch qualitativer Hinsicht“, so Wolfgang Quas, Marketingleiter des Tourismusverbandes  Saalbach Hinterglemm und ergänzt, dass natürlich noch weitere Videos folgen würden.

Mit einem von der Produktionsfirma noVR speziell entworfenen, am Integralhelm montierten Kamerasystem und den Profi-Bikern Tibor Simai und Steffi Marth wurde das 360° Video auf dem legendären und allseits beliebten Hacklberg Trail in der wohl lässigsten Bike-Region Österreichs in Angriff genommen – Eine spektakuläre Aussicht auf die Kitzbühler Alpen, die Leoganger Steinberge sowie die Hohen Tauern inklusive.

„Um unsere Videos zu filmen, verwenden wir ein maßgeschneidertes System das aus Actionkameras mit speziellen 220° Fisheye Objektiven bestückt ist. Mit speziellen In-ear binauralen Mikrofonen werden die Umgebungsgeräusche aufgenommen, um den Zusehern möglichst realistische Soundeffekte bieten zu können – Das ist eine ganz andere Qualität als gewöhnliche Action-Cams in der Lage sind aufzunehmen. Für Interessierte: Wir verwenden Adobe After Effects, Premiere Pro und Speedgrade CC um die 360° Videos in weiterer Folge zu schneiden und umzusetzen. Die Stabilisierung erfolgt durch spezielle Plug-Ins in Blender sowie Mocha VR“, meint Matthias Ortner von noVR zu seiner eingesetzten Technologie.

„Unser Ziel ist es, das einzigartige Bergerlebnis von Saalbach Hinterglemm, gepaart mit dem faszinierenden Sport des Mountainbikens, den Leuten nach Hause zu bringen. Wir wollen ihnen zeigen, wie großartig es ist in einer solchen Kulisse über die lässigsten Trails der Region zu surfen. Unser größter Wunsch ist es, dass Menschen, die mit diesem Sport noch nicht vertraut sind, motiviert werden diesen Sport in Saalbach Hinterglemm oder in einer anderen Bike-Region selbst auszuprobieren. Mountainbiken soll Spaß machen, Leute zusammenbringen und das Naturerlebnis in den Fokus stellen. Mountainbiken muss nicht gleich Risiko, Gefahr oder unzumutbare Action bedeuten. Mountainbiken ist vielmehr eine Lebenseinstellung, eine Leidenschaft sowie ein kontrolliertes Abenteuer im alpinen Gelände, von dem man nicht genug bekommen kann“, so Bernhard Niederseer vom Marketing der Bergbahnen Saalbach Hinterglemm.

„noVR begann als ein Nebenprojekt, man könnte sogar sagen als Hobby. Vor einigen Jahren kam einfach die Idee 360​​° POV Videoaufnahmen zu machen. Da der Markt kein passendes Angebot dafür parat hatte, begann ich zu entwerfen, druckte 3D Formen, baute und fräste herum, bis ich meine ersten Kamera-Aufhängungen hatte. Das war aber nur die halbe Miete: Auch in der Post-Production wartete noch viel Arbeit auf mich. Parallel zu dem 360° Videoprojekt mit Saalbach musste ich erst die Techniken zur Stabilisierung der Bilder entwickeln. Das war also kein 1-tägiges Projekt, sondern umfasste zusätzlich noch sehr viel Entwicklungsarbeit  um am Ende ein qualitatives Resultat präsentieren zu können. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel angelangt: Natürlich habe ich noch viele spannende Entwicklungen in der Pipeline, sei es um Gewicht einzusparen, die Auflösung zu steigern, gleichzeitig müssen sich die Übertragungsraten im Internet steigern, und und und…“, meint Matthias Ortner von noVR zu seiner Arbeit.

Werft also einen Blick hinter die Kulissen der Produktion des ersten 360° Mountainbike-Clips mit viel Flow, tollem Panorama, einer kleinen Story und sehr viel Suchtgefahr. Viel Spaß mit dem Endergebnis dieser neuen Technologie, von der wir künftig hoffentlich noch viel mehr sehen werden.

Kleine Bemerkung noch am Rande: Saalbach Hinterglemm startet ab 20. Mai in die neue Bike-Saison. Als erstes öffnet wieder die Reiterkogelbahn ihre Pforten. Die Kohlmaisbahn folgt am 03. Juni. Der Schattberg X-press öffnet am 15. Juni und die Zwölferkogelbahn am 30. Juni 2017.

Fotos: Nathan Hughes

(Text: Offizielle Pressemitteilung)

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Video & Fotos: 2 dope boyz in a Pedalo

Wovon träumt ihr, wenn ihr im Tretboot liegt und euch die Sonne auf den Pelz brennt? Die zwei Pivot Team-Rider Christoph Hartinger und Sascha Bamberg träumen von dem was sie am liebsten tun – dem Phoenix die Sporen zu geben.

Als richtige Dope Boys sind sie überall Zuhause, solange es mit Flow und Beat zugeht. Egal ob Jumpline oder Oldschool Downhilltrack, getreu dem „Motto Bremse“ auf und „Immer Abziehen“ schanzen sie sie sich über die „La Schuss“ in La Bresse und lassen auf der Downhill-Strecke in Todtnau die Steine fliegen.

La Schuss ist nicht nur ein geiler Name für eine große Jumpline, er ist Programm! Einmal oben reingedroppt schießt man mit Flow von Sprung zu Sprung.

Nach der ganzen Hüpferei geht es zurück nach Deutschland, auf die älteste Downhill-Strecke des Landes. In Todtnau fühlen sich die 2 Jungs, wie auch ihr Gefährt das Pivot Phoenix pudelwohl.

Statt breiter Autobahnen und glatt gebügelter Stein- und Wurzelfelder gibt es hier noch waschechtes Downhill-Geballer wie es im Bilderbuche steht.

Todtnau liegt mitten im Herzen des Schwarzwaldes. Abseits der wilden Downhillstrecke geht es hier eher gemütlich zu. Man könnte meinen hier wäre die Welt noch in Ordnung … wenn da nicht die verrückten Biker wären.

Rider: Sascha Bamberg & Christoph Hartinger | Camera: Niels M Geißler | Photos: Pia Rummland | Locations: La Bresse & Todtnau | Music: Terrasound – a Beautiful Memory &White Comic – This ain’t the end of me

VIDEO: Mountainbiken in Soria – ein unvorstellbares Erlebnis.

David Cachón war in Soria, Spanien, unterwegs und wie er selbst zugibt, wurde der Trip wurde zu einer der größten Überraschungen dieses Jahres. Vor allem von der Natur und dem Gelände fasziniert, könnt ihr euch mit seinem Youtube Video selbst ein Bild von der abwechslungsreichen Kulisse machen.

Text & Riding: David Cachón | Fotos: Fernando Marmolejo

www.sorianitelaimaginas.com
https://www.youtube.com/davidcachon?s=
http://www.davidcachon.com
http://www.twitter.com/davidcachon
http://www.instagram.com/david_cachon http://www.facebook.com/davidcachon

PM: MTB-Fahrtechnikbuch – Enduro, Freeride und Downhill

Fahrtechnik ist kein Geheimnis, und jeder braucht sie. Die Frage ist nur, auf welche Arten und Weisen man erlernt sein Bike zu beherrschen. Der eine versteht den Bewegungsablauf alleine vom Zuschauen, manch anderer benötigt eine genaue Anleitung, oder sogar ein Training um die Techniken genauestens zu verinnerlichen. Aber jeder hat mit den richtigen Tipps und Tricks die Chance seinen Fahrstil zu verbessern, und somit in jeder Situation sicherer auf dem Bike zu sein.

Sascha Bamberg gibt schon seit 2012 sein Know-How über die Fahrtechnikschule Ridefirst an wissbegierige Mountainbiker weiter. Seit 2013 entführt er über die MTB-Reiseagentur Tri-Berg Teilnehmer zu den schönsten Mountainbike-Zielen in Europa. Aus seinem Wissen und der jahrelangen Erfahrung ist seine „Fahrtechnik-Bibel“ entstanden.

Egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Experte – Cross Country, Enduro, Dirt oder Downhill – für jeden ist etwas dabei! Wichtige Grundlagen werden genauso detailreich erklärt, wie das Versetzen des Hinterrades auf verblockten Alpentrails, oder verschiedenste Sprungtechniken um auch in der Luft gut auszusehen.

Link zum Verlag:
https://www.stiebner.com/copress/radsport/mountainbike-fahrtechnik.html

Links zum Kauf:
https://www.buecher.de/shop/motorradrennsport/mountainbike-fahrtechnik/bamberg-sascha/products_products/detail/prod_id/48178304/
https://www.amazon.de/Mountainbike-Fahrtechnik-Enduro-Freeride-Downhill/dp/3767912120/

Als e-Book:
https://www.weltbild.de/artikel/ebook/mountainbike-fahrtechnik_23758916-1?origin=pla&wea=8064263&gclid=EAIaIQobChMIovif8rnP1wIVSbcbCh2AjAH-EAkYAiABEgIN6fD_BwE

Mehr zu dem Autor / Sascha Bamberg aka Bam Hill:
Homepage: http://www.bamhill.de
Videos: https://www.pinkbike.com/u/BamHill/blog/
Fotos: https://www.flickr.com/photos/bamhill/

Video & Fotos: MET – „Parachute“ 2018 Fullface Helm – Produktvorstellung

Mit dem „Parachute“ bietet MET den leichtesten Fullface Helm auf dem Markt. Gerade einmal 700 Gramm wiegt das Modell und erfüllt dabei die ASTM Zertifizierung.

Um diese Sicherheitsnorm zu erfüllen, hat MET auf die Option, den Kinnbügel abnehmen zu können, verzichtet. Dies war nämlich bei dem gleichnamigen Vorgängermodell noch möglich.

Der Kinnbügel ist nicht mehr abnehmbar.

Ansonsten bleibt aber neben dem geringen Gewicht eine andere Stärke des Helmes: Die Belüftung. Mehr Belüftungslöcher sind bei einem Integralhelm kaum möglich. Der Schweizer Käse unter den Fullface Helmen wird auch tourenorientierten Enduristen im Hochsommer einen kühlen Kopf bescheren.

Die Belüftungslöcher am Hinterkopf.
Der „Parachute“ ist der Schweizer Käse unter den Integralhelmen.


Wer also nur wegen der Belüftung auf einen Fullface-Helm verzichtet und die Optik des Helmes im Vergleich zu herkömmlichen Integral Helmen nicht stört, findet hier einen treuen Begleiter.

Für guten Halt: Rädchen am Hinterkopf zur Größenverstellung.

Ebenfalls Parallelen zu einem Halbschalenhelm hat der „Parachute“ am Hinterkopf. Dort findet man ein Rädchen zum Größenverstellen.
Ein Gelpad im Stirnbereich sorgt für angenehmen Tragekomfort und beugt Druckstellen auf der Stirn entgegen.

Angenehmes Gel Pad im Stirnbereich.

Wer seine Bikeabenteuer mit einer GoPro festhalten möchte, kann den mitgelieferten Mount verwenden. Dieser wird in einem der zahlreichen Belüftungslöcher befestigt und kann problemlos demontiert werden.

Der praktische GoPro Mount kann unkompliziert de- und montiert werden.

Im Lieferumfang sind zusätzliche Wangenpolster zur besseren Passform und ein Helmsack für den Transport enthalten.

Der mitgelieferte Helmsack ist praktisch für den Transport.
Zusätzliche Wangenpolster für individuelle Passform

Preis: 200 € | Gewicht: 700 g | www.hartje.de

TEST: M1 Sporttechnik – „Spitzing Plus R-Pedelec”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Was für ein futuristisches Design! Das könnte glatt der Prototyp eines Supersportswagens für 2025 sein. Der gigantische Batterie- und Motorblock dämpfen jedoch diese Optik. Der High-Tech-Rahmen des „Spitzing“ ist komplett aus Carbon gefertigt, dennoch liegt das Gesamtgewicht wegen der schweren Maschine mit 27 Kilo deutlich über dem der gängigen E-Mountainbikes am Markt. Die Züge verlaufen sauber durch den Rahmen und auch der Dämpfer ist gut im Rahmen versteckt. Um ihn zu blockieren, tippt man einfach auf die Fernbedienung am Lenker. Für die Sag-Einstellung hat M1 eine kleine Öffnung im Rahmen gelassen, um das Dämpferventil zu erreichen. Wirklich gut erreichbar ist es trotzdem nicht, besser wäre eine Ventilverlängerung. Gegen Aufpreis gibt’s ein Bordcomputer-Upgrade, um neben Navi, SMS und Telefon auch seine Leistungsdaten auswerten zu lassen.

// Nettes Detail um den Dämpfer zu erreichen – dennoch etwas fummelig

Unser Testrad wurde sinnvollerweise mit einer KindShock Vario-Sattelstütze nachgerüstet. Dieses Upgrade ist in jedem Fall zu empfehlen, wenn auch der Hinterbau unerwartet viel Luft für die Versenkung einer herkömmlichen Sattelstütze bietet. Bei der Schaltung kommt Shimanos bewährte 10-fach „XT“ zum Einsatz. Dank Sensorik wird der Unterstützungs-Antrieb bei jedem Schaltvorgang unterbrochen – das sorgt für eine höhere Lebensdauer. Auch die kräftige Bremsanlage aus Maguras „MT5“ vorne und „MT4“ hinten ist komplett verkabelt. Schön wäre es, wenn ein solches Geschoss auch am Hinterrad eine große 203er Scheibe verbaut hätte – allein schon wegen des Gewichts. Das Fahrwerk von Manitou lässt sich ruhigstellen, der Dämpfer eben bequem vom Lenker aus. M1 Sporttechnik hat das 120 Millimeter Fahrwerk mit kräftigen Plus-Reifen von Schwalbe unterstützt. Die „Nobby Nic“s sorgen für einen guten Grip auf losem Boden und Schnee. Wird es steinig, nass oder verwurzelt, kommt die harte „PaceStar“-Mischung schnell an ihre Grenzen. Ein etwas kürzerer Vorbau und ein breiterer Lenker würde dem Fahrer mehr Kontrolle über den Boliden geben.

// Die Bremse sitzt sicher im Hinterbau

Bis auf das Modell „Worldcup“ kommen alle anderen „Spitzing Plus“-Versionen in der gleichen Ausstattung. Das „S-Pedelec“ läuft 45 km/h und kommt wegen der Zulassung für den Straßenverkehr zusätzlich mit Spiegel, Licht und Reflektoren. Das „R-Pedelec“ ist „offen“ und ausschließlich für Privatgelände und Wettkämpfe, also kein Seitenspiegel und so. Damit unterscheidet es sich optisch nicht von dem normalen „Spitzing Plus Pedelec“, das „nur“ bis 25 km/h unterstützt.
Unser Race-Pedelec hat ein maximales Drehmoment von 120 Newtonmeter – was für eine brachiale Power! Die Motorleistung ist mit 850 Watt, die Höchstgeschwindigkeit mit 75 km/h angegeben – das klingt nach Spaß. Fünf Modi bietet die Unterstützung. Auf der höchsten Stufe wird mit 550 Prozent der eigenen Tretkraft unterstützt – das Rad schiebt unglaublich voran! Kleiner Wermutstropfen: Extrem steile Anstiege werden durch das riesige Kettenblatt mit 48 Zähnen etwas knackig. Doch ohne die große Übersetzung lässt sich das „R-Pedelec“ eben nicht ausfahren. Vielleicht sollte man hier zu einer anderen Kassette greifen.

// Das Tretlager mit Motorpack sitzt gefährlich tief

Fahrerisch lässt sich das „Spitzing Plus“ gut in die Trail- und AllMountain-Schiene einordnen. Auf Forstwegen ist das Bike eine absolute Wucht und M1 hat bewiesen, was aktuell schon möglich ist. Doch bei steileren Wegen im Gelände schieben die 27 Kilo Kampfgewicht gnadenlos in Richtung Tal. Etwas behäbig ist das sportliche Gefährt, aber Trails sind nicht das einzige Einsatzgebiet dieses Bikes. Dank des 880 Wattstunden starken Akkus lassen sich im sparsamen Modus auch ausgedehnte Touren unternehmen.

// Der Bordcomputer

Fazit: M1 Sporttechnik zeigt der Konkurrenz wo es lang geht. Das „Spitzing R-Pedelec“ ist das schnellste E-unterstützte Rad am Markt. Das Bike bringt viel Freude, so lange es nicht zu technisch bergab geht.

Pro:

  • Leistung
  • Spaßgarant
  • breites Einsatzgebiet
  • schnellstes Pedelec am Markt

Contra:

  • Kettenblattgröße
  • Gummimischung der Reifen

Unverbindliche Preisempfehlung: 8.899,- € (Komplettrad) | Größen: M, L | Gewicht: 27,00 kg | www.m1-sporttechnik.de

TEST: Schneller langsamer – Drei Downhill-Anker im Test

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Augen auf bei der Bremsenwahl! Die Stopper am Bike sind eure Lebensversicherung und sollten einiges zu bieten haben. Zuverlässigkeit steht an erster Stelle. Gerade für lange Abfahrten in den Bergen und knackige Downhills bedarf es einer standfesten Bremse. Also einer, die nicht schnell heiß wird und keinen schwammigen Druckpunkt hat.
Dazu große Scheiben – unter 203 Millimeter ist für den Wettkampf vielleicht sinnvoll, doch selbst die 180er Scheibe bringt ein 70 Kilo Max Mustermann je nach Streckenlänge und Steilheit an die Grenzen. Vor allem die Bremse dauerhaft schleifen zu lassen, lässt die Bremse schnell heiß laufen und ist daher nicht zu empfehlen, manchmal aber eben unerlässlich. Damit die Hitze gut abgeleitet wird, greifen die Hersteller zu verschiedenen Tricks: Shimanos „Ice-Tec Freeza“-Scheiben haben einen Aluminiumkern und sind mit Kühlrippen versehen. Hope bietet „Vented Discs“ an – innenbelüftete Bremsscheiben wie aus dem Motorsport.
Für die volle Power sollten die Bremsen am Downhill-Bike vier Kolben haben. Doch schiere Kraft allein bringt nichts, wenn sie nicht kontrollierbar ist. Also müssen Bremsen gut dosierbar sein – am besten in allen Situationen.
Dann geht’s zu den Hebeln: Ergonomisch sollen sie sein und sich ins Cockpit integrieren. Stellt die Hebel so nah an den Lenker, wie es euch am angenehmsten passt. Viele schwören auf diese Methode: Bei ausgestrecktem Zeigefinger sollte die Fingerkuppe noch vor dem Hebel liegen. Und der Hebel sollte so stehen, dass der Zeigefinger die gerade Verlängerung des Unterarms ist. Zumindest ergonomisch ist das die schonendste Haltung, in der ihr die beste Kontrolle und Kraft habt.
Checkt vor der Fahrt unbedingt, ob das System dicht ist und die Bremsen zupacken. Bei neuen Belägen oder Scheiben das Einbremsen nicht vergessen!
Drei der besten Stopper am Markt haben wir für euch auf den Zahn gefühlt.

Hope – „Tech 3 V4“

Die feine Schmiede aus Barnoldswick fertigt den Bremssattel der „Tech 3 V4“ aus einem Stück. In edler Fräsarbeit wird das 2014 T6 Aluminium zu wunderschönen Bremsen verarbeitet – „Made in U.K.“. Der dicke „V4“-Bremssattel ist das Flaggschiff von Hope.

Der „Tech 3“-Hebel bietet 5 Prozent mehr Bremskraft als sein Vorgänger. Sehr gut: Die Griffklemme ist mit Shimanos „I-Spec“-Schalthebeln kompatibel und der neue Ausgleichsbehälter fällt etwas schlanker aus, um eine bessere Kompatibilität mit Triggern und Fernbedienungen zu gewähren. An den Hebeln lassen sich die Griffweite und der Druckpunkt einstellen. Bei der Druckpunkt-Einstellung – besser: „bite point control“ (BPC) – wird über die Einstellschraube der Bremshebel leicht angezogen und der Leerweg verringert – so wird der Hebelweg verkürzt.
Die Lochung der Bremshebel bietet bei jeder Witterung einen guten Grip. Trotz der Druckpunkt-Einstellung fällt der Hebelweg nie kurz aus und die Bremse bleibt stets sehr gut dosierbar. Bis die Bremse über ihre lange Dosierung zum Blockieren gebracht wird, bedarf es doch mehr Handkraft als erwartet. An die Giftigkeit und den Biss der Kollegen reicht sie nicht heran. Die großen Stärken liegen bei Dosierbarkeit und Standfestigkeit. Der Druckpunkt bleibt in allen Situationen stabil, kein Fading, nichts. Kein Wunder: Unsere Hardcore-Version mit Stahlflex-Leitungen und großen, innenbelüfteten Scheiben zeigt sich von den meisten Strecken unbeeindruckt und bleibt „cool“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob man die Bremse auf einer steilen Abfahrt lange schleifen lässt oder die 1000 Höhenmeter am Stück abreißt, spielt dabei keine Rolle. Die „Tech 3 V4“ schwächelt nicht und selbst die Scheibe zeigte keine Verfärbungen.
Bereits nach kurzer Zeit waren die Stopper eingebremst und voll da. Befüllt wird das System mit DOT-Bremsflüssigkeit. Die Entlüftung gestaltet sich über das bekannte Ausgleichsbehälter-System recht einfach. Bei den „Vented Rotors“ zieht die Luft durch die Bremsscheibe – das reduziert die Wärmeentwicklung um bis zu 15 Prozent gegenüber den normalen, schwimmend gelagerten Scheiben von Hope. Die innenbelüfteten Bremsscheiben können nicht mit anderen Bremsen verwendet werden, die Scheiben sind um einiges dicker als die Norm. Die Standard-Bremsscheiben und die schwimmend gelagerten sind kompatibel – Hope bietet hier auch alle erdenklichen Durchmesser an. Die schwimmend gelagerten Rotoren sind wie die Bremsen in sechs schicken Eloxal-Farben erhältlich. Toller Nebeneffekt: Sind die Bremsen exakt montiert, bleiben sie schleif- und quietschfrei. Kundenfreundlich: Zum Lieferumfang gehört ein zweites Paar Bremsbeläge. Das soll aber nicht bedeuten, dass sich die Beläge schnell runterfahren – im Gegenteil, im Test erwiesen sie sich als sehr haltbar. Geht an der hochwertigen Bremse doch einmal irgendetwas kaputt, hat die Hope-Schmiede jedes einzelne Ersatzteil dafür – ein Garant, um lange Freude an dieser Bremse zu haben.

Fazit: Die „Tech 3 V4“ ist die perfekte Bremse für sehr lange Abfahrten. Das Gesamtgewicht des dicken Ankers braucht sich selbst mit den schwereren Stahlflex-Leitungen nicht zu verstecken. Die „Vented Discs“ fallen deutlich schwerer aus als herkömmliche Scheiben, spielen aber besonders auf langen Abfahrten ihre Stärken aus. Einzig die Bissigkeit dürfte etwas kräftiger ausfallen.

Pro:

  • Standfestigkeit
  • geringe Hitzeentwicklung
  • Dosierbarkeit
  • Einstellungen
  • CNC-Kunstwerk
  • Farbwahl

Contra:

  • Handkraft
  • etwas geringere Bissigkeit im direkten Vergleich

Unverbindliche Preisempfehlung: 235,- € (pro Bremse), 130,- € (pro Bremsscheibe, innenbelüftet), 60,- € (pro Bremsscheibe normal, schwimmend) | Farben: black, silver, red, blue, purple, orange | Gewicht: 337 g Hinterradbremse mit 1700 mm Leitung (Stahlflex), 293 g Vorderradbremse mit 1000 mm Leitung (Stahlflex), 243 g Bremsscheibe 203 mm (Floating Disc) | Scheibengrößen: 140, 160, 180, 183, 185, 200, 203, 205 mm | www.hopetech.com

 

Shimano – „Saint BR-M820“

Die starke Downhill-Bremse von Shimano ist schon eine Weile auf dem Markt und erfreut sich einer großen Fangemeinde. Die kurzen Bremshebel der „Saint“ lassen kaum die Power erwarten, die dahinter steckt.

Dank „Servo Wave“-Technologie kein Problem. Die ergonomisch geformten Hebelchen bieten durch ihre runden Vertiefungen auch bei Nässe guten Halt. Neben der werkzeuglosen Einstellung der Hebelweite, lässt sich über eine – am Mountainbike etwas altmodische – Kreuzschlitz-Schraube der „Free Stroke“ einstellen. Der ist für den Leerweg zuständig und führt, wenn auch nur minimal, den Hebel ein Stück in Richtung Lenker. Ist die Bremse perfekt entlüftet, ist der Leerweg einigermaßen gering. Manche Tester empfanden ihn dennoch als etwas lang. Das ist bauartbedingt, der Abstand von Belägen zur Scheibe ist etwas größer als üblich. Das sorgt im Umkehrschluss aber leichter für schleiffreie Bremsen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch das erhöhte Losbrechmoment des „Servo Wave“-Hebels. Liegen die Beläge auf den Scheiben an, lässt sich die Bremse fein dosieren und hat auch guten Biss und sehr gute Bremskraft – das funktioniert auch auf langen Abfahrten tadellos. Die benötigte Handkraft um ordentlich zu ankern, fällt trotz der kleinen Hebel noch gering aus.
Kundenzufriedenheit: Die Shimanos laufen mit schonendem Mineralöl und sind dadurch sehr servicearm. Auch eine nette Eigenschaft der „Saint“: Man kann die Leitungen kürzen, ohne danach die Bremse entlüften zu müssen – zumindest, wenn man sich nicht dumm anstellt. Shimano verpasste der „Saint“ zur Kühlung ein leichtes Kühlrippen-Design, sowie Bremsbeläge und Bremsscheiben mit Kühlrippen. Die „Ice-Tech Freeza“-Bremsscheiben haben dazu noch einen Aluminiumkern, sind aber leider nur mit „Centerlock“-Aufnahme erhältlich. Das Zusammenspiel der Kühlung soll die Betriebstemperatur der „Saint“ um bis zu 50 Grad gegenüber der herkömmlichen „IceTech“-Scheiben senken. Im Test hatten wir keine großen Probleme mit Überhitzung und dem daraus resultierenden Fading. Allerdings reagiert die „Saint“ auf pumpen – schnelles Betätigen und Loslassen des Bremshebels -, wodurch der Druckpunkt schnell nach vorne wandert. Besonders bei großer Hitze lässt sich das leicht provozieren und kann sogar kurzfristig zu einem Schleifen der Bremse führen – was sich aber schnell wieder legt. Es sind zwei weitere Bremsscheiben für die „Saint“ erhältlich: eine ganz einfache und eine „Ice-Tech“-Scheibe ohne Kühlrippen. Die „Ice Tech“ soll die Temperatur gegenüber der Standard-Scheibe um 100 Grad senken – sie ist auch mit 6-Loch-Aufnahme in allen gängigen Größen von 140 bis 203 Millimeter erhältlich. Mit Kühlrippen kosten die Beläge einen Ticken mehr als ohne, bringen aber wirklich was und die Haltbarkeit ist auch gut.

Fazit: Die „Saint“ entstammt keiner kleinen CNC-Schmiede, dennoch überzeugt das Produkt durch seine Leistung, Qualität und den dazu fairen Preis. Der Leerweg ist nicht jedermanns Sache, sorgt aber für stets schleiffreie Bremsen. Hebelergonomie, Dosierbarkeit und Standfestigkeit machen die „Saint“ zum voll empfehlenswerten Downhill-Stopper.

Pro:

  • Hebelergonomie
  • Preis/Leistung
  • Dosierbarkeit
  • Bissigkeit
  • Standfestigkeit
  • Wartungsarmut

Contra:

  • Gewicht
  • Leerweg bis zum Druckpunkt

Preis: ca. 150,- € (pro Bremse) | Farben: schwarz | Gewicht: 332 g Hinterradbremse mit 1700 mm Leitung, 316 g Vorderradbremse mit 1000 mm Leitung, 172 g Bremsscheibe 203 mm (SM-RT99) | www.paul-lange.de | www.ridesaint.com

 

Trickstuff – „Direttissima“

Der Ruf der „Direttissima“ eilt ihr weit voraus. Als die Testbremse in der Redaktion ankommt, freuen wir uns über die schicke Holzverpackung, die genauso gut mit drei Flaschen Wein gefüllt sein könnte. Nachdem ich die Bremse bestaunt habe, erschrecke ich, als ich einen Organspende-Ausweis in der Verpackung finde. Ist das ein Scherz? Nein, sogar auf der beiliegenden Packliste ist der Organspende-Ausweis aufgeführt. An sich eine gute Sache, doch die Tatsache, dass dieses Dokument einer Bremse – quasi der Lebensversicherung am Bike – beiliegt, ist etwas makaber. Irgendwie, als würde mir der Autohändler einen Prospekt für eine Lebensversicherung und ein gutes Bestattungsunternehmen mitgeben.

Ob die „Direttissima“ schlicht oder auffällig wie ein Kanarienvogel sein soll, bleibt dem Kunden überlassen – bei Trickstuff gibt’s die volle Palette an Eloxalfarben, und das für fast jedes Anbauteil der Bremse. Pumpengehäuse und Fittings in Schwarz oder Silber, Fingerhebel, Bremssattel und Ausgleichsbehälter gibt’s in Schwarz, Silber, Grau, Rot, Blau, Cannondale Green, Gold, Trickstuff-Orange und Violett. Das feine Fräskunstwerk erscheint glatt, schlank und ohne Spielereien. So ist es, die ergonomisch geformten Hebel sind trotz minimaler Struktur sehr glatt. Das ist von Trickstuff so gewollt, der Finger soll über den Bremshebel rutschen je mehr sich der Hebel dem Lenker nähert und der natürlichen Bewegung beim Bremsen folgen.
Um die Hebelweite einzustellen, benötigt es einen kleinen Inbus-Schlüssel, um die Schraube zwischen Hebel und Griff zu erreichen. Mit einem Multitool auf dem Trail, Schalthebeln und dicken Griffen mit eventuellem Flansch im Weg, ist die Schraube nur schwer zu erreichen. Trost: Die Einstellung muss nicht ständig auf dem Trail korrigiert werden. Falls doch, einfach die Schelle etwas lösen und die Bremse leicht zu Seite klappen – das erleichtert die Erreichbarkeit. Auf eine Druckpunkt-Verstellung wurde gleich verzichtet. Als wir die Bremse ans Bike montiert haben, wissen wir sofort warum: Der Druckpunkt ist da. Und wie! Perfekt.
Die Lenkerklemmung wurde nach der beliebten „Cleg“ nochmals abgespeckt, konsequent auf Zug- und Druck-Belastung reduziert und kommt mit einer Schraube an der schlanken Schelle aus. Der Clou: Die spezielle Klemmung umschließt die Lenker so großflächig, dass es zu keinen Punktbelastungen kommt. Dadurch ist die Bremse besonders für Carbonlenker geeignet. Trickstuff bietet für die „Direttissima“-Klemmung Interfaces an für Shimanos „I-Spec“- 1 und 2, sowie für Sram-Schalthebel. Nicht nur bei der Erstmontage ist es mit Trickstuff immer wieder eine Wonne, auch bei Reifenpannen & Co. gestaltet sich der Radeinbau dank „Dächle-Disc“ komfortabel. Jeder kennt das Problem: Die kantigen Beläge bleiben an den kantigen Bremsscheiben hängen, es sind nur wenige Millimeter Platz und wer nicht aufpasst, macht sich die Beläge kaputt. Neben den 60 Grad spitz zulaufenden „Dächle“-Bremsscheiben hat Trickstuff auch die Beläge der „Direttissima“ abgeschrägt. Selbst ein eher unscheinbares Anbauteil, der Bremsadapter, fällt bei Trickstuff entsprechend High-End aus und ist um etwa 50 Prozent leichter als bei der Konkurrenz. Auch die Bremsanlage selbst ist trotz Stahlflex-Leitungen ein absolutes Leichtgewicht – vor allem in dieser Klasse.

Auf den ersten Metern fällt sofort auf: Die Bremse braucht keine Einbremszeit. Kurz checken: Sind Beläge und Scheiben wirklich völlig neu? Sind sie. Die Bremspower und Bissigkeit der „Direttissima“ scheint keine Grenzen zu kennen. Ein Leerweg ist nicht vorhanden, es geht sofort sportlich zur Sache – das gefällt. Nach einer kurzen Eingewöhnung an die Macht dieser Bremse lässt sie sich auch gefühlvoll dosieren. Als Bremsflüssigkeit setzt Trickstuff bei der „Direttissima“ auf ein spezielles Mineralöl mit einem extrem hohen Siedepunkt. Das funktioniert erstklassig, neben dem brachialen Druckpunkt, bleibt die Bremse auch auf langen Downhills stabil und benötigt stets nur sehr wenig Handkraft. Die „Direttissima“ ist tatsächlich die aktuell stärkste Bremse am Markt. Ob in Zukunft eine Bremse diesem Anker das Wasser reichen kann?

Fazit: Die „Direttissima“ ist eine Bremse ganz nach unserem Gusto: brachiale Power, knackiger, stabiler Druckpunkt, haltbar, standfest, dazu ein Leichtgewicht und schön verarbeitet. Qualität made in Germany hat ihren Preis für die Kleinserie.

Pro:

  • definierter
  • knackiger Druckpunkt
  • geringes Gewicht
  • Bissigkeit
  • Individualisierungsmöglichkeit
  • Verarbeitung
  • Qualität
  • Standfestigkeit
  • brachiale Bremspower

Contra:

  • Erreichbarkeit der Hebelweiten-Einstellung

Unverbindliche Preisempfehlung: 375,- € (pro Bremse); 39,90 € Goodridge Stahlflex-Leitung Upgrade | Farben: Schwarz, Silber, Grau, Rot, Blau, Cannondale Green, Gold, Trickstuff-Orange und Violett | Gewicht: 313 g Hinterradbremse mit 1700 mm Leitung, 271 g Vorderradbremse mit 1000 mm Leitung, 195 g Bremsscheibe 203 mm | www.trickstuff.de

 

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