Top News: Europas bester Bikepark steht ab 2018 im Hunsrück

Zugegeben: Die Überschrift ist etwas provokant, dennoch stehen wir ohne schlechtes Gewissen hinter ihr. Unser Besuch im Gebiet des immer realistischer werdenden Bikepark Idarkopf übertraf alle unsere Erwartungen.
// Nico Reuter ist der Mann hinter dem Bikepark Idarkopf
Nico Reuter ist 33 Jahre jung und hat Großes vor. Er ist der Geschäftsführer der ecoparc concepts UG und entwickelt neben anderen Projekten bereits seit vier Jahren am Projekt Bikepark Idarkopf. Im Dezember lud er uns ein, um uns das Gelände in Süd-West-Deutschland zu zeigen. Auf stolzen 900.000 Quadratmetern könnte ab 2017 der Bikepark im Hunsrück, nur rund zehn Minuten vom Flughafen Hahn entfernt, gebaut werden. Bereits in der ersten Ausbaustufe würde der 4,5 Millionen teure Bikepark die Gesamtstreckenlänge des Bikeparks in Winterberg übertreffen.
// Die Streckenführungen sind bereits alle markiert
2018 soll der Bikepark bereits eröffnen, wenn die letzten Hürden zum Thema Förderung, Finanzierung und Baugenehmigung genommen sind. Auf den 200 Höhenmetern sind zur Eröffnung sechs Strecken mit einer Gesamtlänge von 15 Kilometern geplant:Flow Trail
Enduro Trail
Pumptrack- und Trainingsarena
Ballerama 2 – Jump Trail
Freeride Trail
Downhill Racetrack
E-Bike Uphill (optional)
// Nico Reuter mit Blick auf die ehemalige Skipiste
// Auf dieser Bergseite wird die Downhill Strecke gebaut
Alleine der Jump Trail, der intern den Arbeitstitel „Dirt Merchant“ trägt, wird 60 Sprünge und über 100 Anliegerkurven bieten. Wie beim kanadischen Vorbild wurde der Trail so geplant, dass er nie ein Gefälle von 5-6 Grad übersteigt. So lässt es sich angenehm springen und Bremswellen mindern. Diese Bauweise macht die Strecken im Bikepark Whistler weltweit so beliebt und wird auch am Idarkopf die Besucher begeistern. Auch wird es, ähnlich wie die „Crabapple Hits“ im kanadischen Whistler, eine Line von großen Step Downs geben. Diese werden windgeschützt am Waldrand errichtet.

Nico Reuter denkt mit seinem Team an viele solcher wichtigen Details. Er weiß, wovon er spricht, hat schon selbst viele Strecken gebaut und auch von amerikanischen Trailbauern gelernt. Dies merken wir sofort mit Begeisterung als wir mit Nico die bereits vollständig markierten Streckenführungen ablaufen.

// Der ehemalige Skilift wird abgerissen und durch einen neuen Lift ersetzt
// Gravity Redakteur Sebastian Labonte (links) im Gespräch mit Nico Reuter
Selbstverständlich ist Nico selbst Gravity Biker. Unterstützt würde Nico beim Bau von Joscha Forstreuter, Diddie Schneider, Johnny Neumeier und anderen Größen aus der Szene. Alles Namen, die man als Gravty Biker in Bezug auf gute Trails kennen sollte. Der Fokus des Parks liegt hier wirklich auf dem besonderen Trail.

Der Wintersportbetrieb am Idarkopf ist seit Jahren stillgelegt. Es erinnert nur noch der alte, verrostete Skilift und die Skipiste an das ehemalige, weiße Treiben im Hunsrück.

// Überbleibsel des alten Wintersportgebietes am Idarkopf
// Bei der Besichtigung gings mit SUV die ehemalige Skipiste hoch
Damit bis zu 800 Biker in der Stunde im Bikepark zum Start der Strecken gebracht werden können, wird der alte Lift komplett abgerissen und soll durch einen hochmodernen Schlepplift, welcher speziell für Bikes konstruiert wird, ersetzt werden. Auch könnte bei wirtschaftlichem Erfolg eine zweite Sesselliftanlage gebaut werden. Platz gibt es jedenfalls genug.
// Hier soll ab 2018 der neue Lift die Biker nach oben bringen
// Ab 2018 soll es am Idarkopf wieder modern aussehen
Kein Wunder, dass bei einem solchen, vielversprechenden Konzept auch die ersten großen Firmen nicht auf sich warten lassen. Red Bull ist von dem Park genauso begeistert wie wir und wird eng mit Nico Reuter zusammenarbeiten. Bei unserem Treffen haben wir auch auch den Bürgermeister und weitere einflussreiche Politiker getroffen, die ebenfalls voll hinter dem Bikepark stehen und an den wirtschaftlichen Nutzen für die Region glauben. Aufgrund der positiven Effekte für die regionale Wertschöpfung hat man Nico und seinem Team schon vor Jahren Fördergelder in Aussicht gestellt und somit den Impuls gegeben in die Entwicklung dieses Berges zu investieren.

Nur Firmen direkt aus der Bikebranche halten sich bisher noch bedeckt, was die Unterstützung der Entwicklung des Bikeparks am Idarkopf betrifft. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten sich beim Bikepark Idarkopf schon frühzeitig zu präsentieren und dadurch sein Image durch die Mitarbeit in diesem Projekt zu stärken. Sei es mit einem Testcenter, bei dem die Besucher Bikes Probefahren werden können oder die Strecken und der Park selbst, die noch auf Namensgeber warten.

// Auf dieser „Lichtung“ soll auf einer Länge von 850 Meter windgeschützt ein Slopestyle Kurs entstehen
// Nico Reuter hat uns alle Streckenführungen gezeigt
// Am Waldrand sollen riesige Step Downs errichtet werden – ähnlich den Crabapple Hits in Whistler
Aber ihr kennt das vielleicht selbst. Ihr habt etwas mit euren eigenen Augen gesehen, seid total begeistert und versucht dann diese Begeisterung anderen zu vermitteln. Dabei merkt man dann aber schnell, dass euch dazu die Worte fehlen und euer Gegenüber eure Begeisterung nur verstehen wird, wenn auch er vor Ort war.

Wir vom Gravity Mountainbike Magazine planen bereits an einer engen Zusammenarbeit mit dem Bikepark Idarkopf und sind uns bei allen Superlativen in der heutigen Zeit sicher, dass der Bikepark Idarkopf das Potential zum besten Bikepark Europas hat.

Weitere Infos zum Bikepark Idarkopf:
Facebook: https://www.facebook.com/bikeparkidarkopf/?fref=ts
http://www.ecoparc-concepts.de/

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TEST: Transition – „TR500“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Das blaue Transition glänzt mit seiner cleanen Optik und den hochwertigen Komponenten schon im Stand. Das edle Fox Fahrwerk mit „Kashima Coating“ lässt auf ein feines Fahrgefühl schließen. Und auch der Rest des Aufbaus kann sich absolut sehen lassen. Race Face Lenker und Kurbel sind leicht und stabil und die Sram Schaltung sorgt für saubere Gangwechsel. Aber wie fährt es sich?

Das „TR500“ ist ein Bike, das sofort Wohlfühl-Charakter versprüht. Die 419 Millimeter Reach sind in Größe „L“ sehr angenehm und man hat das Gefühl schön zentral im Rad zu stehen. Für reine Racer könnte diese Variante etwas kurz sein, allerdings gibt es das Rad auch in XL mit 445 Millimeter Reach.

Die Antriebsschwinge des abgestützten Eingelenkers fühlt sich beim Fahren sehr verwindungssteif an, was einen mit viel Druck durch Kurven fahren lässt. Zudem ist der Hinterbau schön progressiv und harmoniert perfekt mit dem Stahlfederdämpfer. Die „small-bump-compliance“ lässt im mittleren bis unteren Federwegsbereich dadurch zwar etwas zu wünschen übrig, allerdings ist das kaum der Rede wert, da sich das Rad sehr ausgeglichen fährt. Durch die hohe Endprogression kann man sich schön aus Sprüngen und Anliegern herausdrücken und das Rad lädt zu schnellen Richtungswechseln ein. Der Lenkwinkel mit 63 Grad passt perfekt zu dieser Geometrie.

Auch gröbere Schläge nimmt das Rad sehr gut auf und hat einen großen „Wohlfühlbereich“. Die Front lässt sich dank einiger Spacer auf jeden Fahrertyp anpassen. Und so konnten wir mit einer hohen Front auch locker einige Steilabfahrten machen, ohne dass Überschlagsgefühle aufkamen.

Sehr schön fanden wir auch die Möglichkeit, das Bike mit 26 Zoll Laufrädern zu fahren, da das Bike eher einen Park und Freeride Charakter versprüht. Die Ausfallenden sind variabel gestaltet, so dass man die Kettenstrebenlänge verändern kann. Jedoch kann man auch in der 26 Zoll Einstellung ein 27,5 Zoll Laufrad fahren. Dies ist zwar etwas knapp und geht sicher nicht mit allen Reifen, jedoch mit den montierten Maxxis Reifen war dies ohne Probleme möglich.

Die Freeridegene des Rades sind unverkennbar. Der Hinterbau kann auf 180 Millimeter umgeschraubt werden, dadurch kommt das Tretlager etwas höher und man hat einen reinrassigen Freerider, der auch mit Sinlgecrown Gabel eine gute Figur abgeben würde.

// Go for Gold! Die „Kashima“-Beschichtung der Fox „40“ sticht sofort ins Auge und ist ein Garant für Topleistungen.
// Die integrierten Gabelbumper sind auch gleichzeitig die Kabelaufnahme für die innen verlegten Züge.
// Auch im Bereich der Dämpferanlenkung gibt es diverse Einstellmöglichkeiten. Hier kann man Tretlagerhöhe und den Federweg zwischen 180mm und 200mm verstellen.
// Über das Ausfallende kann man die Hinterbaulänge, sowie den Radstand des Transition verändern.
// Der „DHX2” im Heck liefert eine erstklassige Performance und wird so seiner großen Schwester an der Front mehr als gerecht.

Fazit: Das Transition ist ein racetaugliches Freeride- und Park-Bike. Man merkt förmlich wie das „TR500“ nach Airtime lechzt. Die zentrale Position im Rad gibt stets das Gefühl alles unter Kontrolle zu haben und seine Grenzen weiter auszuloten. Wir hatten eine Menge Spaß mit dem Bike und konnten in keiner Situation feststellen, dass wir es außerhalb seiner Komfortzone bewegen würden. Hier hat man es mit einem voll ausgereiften Produkt zu tun. Chapeau!

Pro

  • ausgeglichenes Handling
  • Ausstattung
  • guter Allrounder
  • Verarbeitung

Kontra

  • Preis

Unverbindliche Preisempfehlung: 6.794 € | Größen: S, M, L, XL | Farbe: TR Blue Gloss | www.trailtoys.de

TEST: Dartmoor – „Root Black Angel“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Als krassen Kontrast zu dem Pole, was wir für diese Ausgabe getestet haben, hat uns Dartmoor ihr 200 Millimeter Bike Namens „Roots Black Angel“ zur Verfügung gestellt. Mit ganzen acht Zentimeter weniger Reach als das Rad aus Finnland geht Dartmoor damit also einen komplett anderen Weg. Hier steht also eher der Fokus auf Freeride sowie auf sprunglastige Strecken. Durch den kurzen Hauptrahmen hat man das Gefühl, man steht auf einem Dirtbike mit übermäßig viel Federweg. Die Ausstattung ist für den Preispunkt okay, man bekommt zwar keine Top-Ausstattung, aber für den Einstieg ist das Rad eine gute Wahl. So bekommt man zum Preis von 3.299,- Euro einen soliden Freerider mit Rock Shox Fahrwerk. Die restliche Ausstattung stellt sich aus Dartmoor eigenen Komponenten zusammen und besticht in erster Linie durch ihre gute Funktion.

Direkt am Anfang ist positiv der extrem sensibel ansprechende Hinterbau aufgefallen – ob im ausgefederten Zustand, beim Landen von Sprüngen oder kleine Schläge im mittleren Federwegsbereich. Durch den kurzen Radstand fühlt sich das Rad zwar sehr agil an und lädt auf flowigen Passagen zum Spielen ein, allerdings wird das Rad dadurch auf schnellem und rauerem Untergrund sehr nervös und versprüht nicht mehr so viel Sicherheit. Die Front ist angenehm hoch und die etwas dickeren Griffe kamen unseren Testern sehr entgegen. Über die „Boxxer RC“ brauchen wir keine großen Worte zu verlieren, sie funktioniert tadellos und lässt sich mittels „Compression“- Knopf fast zu einer Starrgabel mutieren. In der Luft fühlt sich das Roots wohl und das merkt man sofort, wenn die Räder einmal den Boden verlassen. Schöne Whips oder auch No-Hander werden damit zum Kinderspiel. Hier tut auch der kurze Radstand dem Spaß keinen Abbruch. Übrigens ist mit diesem Bike Szymon Godziek schon bei der Red Bull Rampage gestartet.

// An der Front des „Roots” kommt die in passendem Schwarz edel wirkende „Boxxer“ gut zur Geltung.
// Rock Shox „Kage Rc“ steht in diesem Bike für ein erstklassiges Ansprechverhalten.
// Die Kabelführung ist einfach aber sinnvoll. Hier kann man innerhalb von wenigen Minuten Bremsen wechseln.
// Der Sattel ist typisch Freeride. Durch seine breiten Flanken kann man ihn gut mit den Beinen klemmen. Das erleichtert Tricks wie den Suicide Nohander.

Fazit:

Das Dartmoor „Roots Black Anel” ist ein Bike mit Freeride und Park Allüren. Seine hohe Front und der kurze Radstand laden den Fahrer dazu ein, sich hoch über Kicker und Gaps hinaus zu schanzen. Wer also ein verspieltes und wendiges Rad möchte, ist hier genau richtig. Für grobe Downhill Action ist das Rad dank 200 Millimetern Federweg zwar bestens gerüstet, allerdings wird es auf schnellen Wurzeln und Steinfeldern sehr unruhig und ist daher für reine Racer nicht die erste Wahl. Für Park-Rats und Biker mit kleinem Geldbeutel ist das Roots aber die richtige Wahl.

Pro

  • Preis
  • gute Sprungeigenschaften
  • angenehm hohe Front
  • Gewicht

Kontra

  • etwas kurz
  • unruhig bei Highspeed
  • hoher Schwerpunkt

Unverbindliche Preisempfehlung: 3.299 € | Größen: S, L | Farbe: black | www.trailtoys.de

VIDEO: Enduro oder Freerider? Cube „Fritzz 180“ Test

In unserer aktuellen Ausgabe #39, erschienen am 17. August, könnt ihr den ausführlichen Test zum Cube „Fritzz 180“ lesen. Zusätzlich haben wir für euch aber nun auch eine Videovorstellung online gestellt. Wie gefällt euch das Bike?

 

 

PM: Biketember Festival – 15-jährige Valentina Höll schneller als Europameisterin

Vor dem Oktober kommt der Biketember: Vergangenes Wochenende hat die Bikeregion Saalfelden Leogang beim Biketember Festival nochmal seine Expertise in Sachen Mountainbike unter Beweis gestellt. Beim Saisonfinale des iXS European Downhill Cup kämpften 300 Starter aus 26 Nationen zum letzten Mal in diesem Jahr um alles entscheidende Sekunden. In der Kategorie Elite hatten Europameisterin Eleonora Farina (ITA) und Ondrej Stephanek (CZE) die Nase vorn, in der Kategorie U17 Damen dominierte ganz klar das österreichische Nachwuchstalent Valentina Höll.

Valentina Höll
©Rick Schubert

Die Leoganger Weltcup-Strecke „Speedster“ wartete beim Saisonfinale des iXS European Downhill mit besonders erschwerten Bedingungen auf: Während sich das Wetter am Freitag beim Training noch von seiner besten Seite zeigte, erschwerten Regen und daraus resultierender Matsch die Qualifikation am Samstag sowie das fünfte und letzte Rennen der höchsten Rennserie nach dem Weltcup. Auf dem rutschigen und daher besonders anspruchsvollen Kurs zeigte Ondrej Stephanek (CZE – CTM Racing Team) starke Nerven und holte sich mit knapp drei Sekunden Vorsprung vor Jure Zabjek (SLO – Unior Tools Team) den Tagessieg. In der Gesamtwertung führt Zabjek, der vergangenen Juni beim Weltcup in Leogang erstmals mit einem beachtlichen 12. Platz von sich reden machte, vor Stephanek. Mit nur sechs hunderstel Sekunden Abstand sicherte sich Joshua Barth (GER – Solid Reverse Factory Racing) aus Neuenbürg im Nordschwarzwald den 3. Platz und landete in der Gesamtwertung des iXS European Downhill Cup 2017 in der Kategorie Elite Men auf dem 4. Platz.

 

Ondrej Stephanek holte sich Rang drei im Seeding und kämpft morgen um seinen ersten Sieg.
©Rick Schubert
Podium Elite Männer mit Andreas Kolb, Jure Zabjek, Ondrej Stephanek, Joshua Barth und Loris Revelli.
©Rick Schubert

 

Tagessiegerin in der Kategorie Elite Women wurde die Europameisterin Eleonora Farina (ITA – GB Rifar Mondraker). Die Deutsche Sandra Rübesam (Nukeproof Factory Racing) durfte sich über den 2. Platz freuen, während Monika Hrastnik aus Slowenien (Blackthorn) Dritte wurde. Hrastnik geht damit als Seriensiegerin 2017 hervor.

Podium Elite Frauen mit Sandra Rübesam, Eleonora Farina und Monika Hrastnik.
©Rick Schubert
Eleonora Farina gewinnt mit 5 Sekunden Vorsprung vor Sandra Ruebesam.
©Rick Schubert

 

Aufsehen erregte wieder einmal Valentina „Vali“ Höll (AUT – Sram TLD Racing): Obgleich gelistet in der Kategorie U17, hätte die 15-Jährige bei den Elite Damen ganz klar die Nase vorn gehabt: Voll auf Adrenalin gab Vali alles und beendete ihren Run fast ganze vier Sekunden schneller als Elite-Tagessiegerin Farina. Damit ist das österreichische Nachwuchstalent beim Europacup in dieser Saison ungeschlagen. „Saalfelden Leogang ist einfach mein Wohnzimmer, ich fühle mich hier wohl und kenne die Strecke in- und auswendig – das wird es wohl sein. Ich habe jetzt alle fünf Tour-Stopps in meiner Kategorie gewonnen und bin voll happy“, so die junge Athletin, die sich bereits jetzt auf die nächste Saison freut: 2018 wird Höll erstmals den Weltcup der Junioren bestreiten.

Valentina Höll
©Rick Schubert

Für den Österreicher Markus Pekoll (MS Mondraker) bedeutete das Biketember Festival nicht nur das Saisonfinale, sondern auch das Ende seiner Karriere. In Lederhosen und Trachtenhut fuhr Pekoll am Sonntag sein letztes Downhill-Rennen als Profi. Mit Leogang verbindet ihn nicht nur eine langjährige Partnerschaft, hier feierte er auch seine größten Erfolge, wie einen 9. Platz bei der Heim-WM 2012. Dementsprechend war der letzte Auftritt des ehemaligen Europameisters und sechsfachen Staatsmeisters sehr emotional – das Rennen gegen die Zeit für den 22. Platzierten nebensächlich: „Die Platzierung hat für mich heute keine Rolle gespielt, ich hatte sogar noch Zeit, Servus zu den Streckenposten zu sagen. Es waren viele Freunde da, meine Familie, die Leoganger Partner, die mich immer unterstützt haben. Ich bin stolz, einen Teil zur Bekanntheit des Sports beigetragen zu haben und habe alles aus meiner Karriere rausgeholt. Mit diesem Gefühl ist es wunderschön aufzuhören“, so Pekoll.

Markus Pekoll
©Rick Schubert

Während die einen bereits aufhören, fangen die anderen gerade erst an: Bei der Scott Junior Trophy zeigten die jungen Nachwuchsbiker, was in ihnen steckt. Kids zwischen 3 und 16 Jahren konnten in verschiedenen Altersklassen erste Rennerfahrung sammeln und ihren Vorbildern nacheifern. Auf Distanzen von 250m bis zu 6km ging es rund um den Saalfeldener Ritzensee. Insgesamt gingen rund 60 Nachwuchsbiker an den Start – fast doppelt so viel wie vor drei Jahren.

Scott Junior Trophy 2017
©Michael Geißler
Scott Junior Trophy 2017
©Michael Geißler

Bike-Fans sollten sich schon mal den 7.-10. Juni 2018 rot im Kalender anstreichen: Freunde gepflegter Bike-Action dürfen sich bereits jetzt auf das Out of Bounds Festival freuen – in dessen Rahmen finden der UCI Mountain Bike Downhill Weltcup sowie der legendäre Slopestyle-Contest 26TRIX in Leogang statt.

Für einen „runden Rad-Urlaub“ gibt es in Saalfelden Leogang spezielle Bike-Hotels wie den Salzburger Hof, Rupertus, Bacher, Riederalm, Ritzenhof, Puradies und Mama Thresl sowie kompetente Bike-Shops wie Sport Mitterer oder Sport 2000 Simon. Informationen hier.“

Photos by ©Rick Schubert & ©Michael Geißler

PM: Schlammschlacht in Leogang

iXS EDC #5 2017 Leogang

Leogang war am zurückliegenden Wochenende Gastgeber für das Finale des Europacups und bot einen spannenden Wettbewerb. Die Tagessiege sicherten sich Eleonora Farina und Ondrej Stepanek, während die Serientitel an Jure Zabjek und Monika Hrastnik gingen.

Das letzte Rennen des diesjährigen iXS European Downhill Cups stand in Leogang auf dem Programm. Wie in den vergangenen Jahren war es Teil des Biketember Festivals, bei dem noch weitere Veranstaltungen geboten wurden. Der mittlerweile weltweit bekannte Bikepark im Salzburger Land ist seit der Geburtsstunde des Europacups dabei und feierte somit in diesem Jahr das zehnte Jubiläum. Ein Ereignis der anderen Art hingegen zelebrierte bei diesem Anlass Markus Pekoll (AUT – MS Mondraker), der sich diese Veranstaltung als das letzte Rennen seiner langen Karriere ausgesucht hatte. Der ehemalige Europacupgewinner und neunte bei seiner Heimweltmeisterschaft beendete seine aktive Laufbahn und ehrte sowohl Leogang als auch den iXS Cup mit seiner bewussten Auswahl des Ortes für seinen Abschied.

Der Ausrichter der Leoganger Bergbahnen hatte bereits zum Weltcup in diesem Jahr einige Umbaumaßnahmen an der Strecke vorgenommen, wodurch der Kurs den aktuellen Anforderungen an Downhillrennen angepasst wurde. Mit 2300 Metern Länge und einer Höhendifferenz von 480 Metern kann man wahrlich von einem alpinen Kurs sprechen. Wie so oft in den letzten Jahren hatten die Teilnehmer auch diesmal wieder mit nassen Bedingungen zu kämpfen. Allerdings wenn man sich die Saison rückblickend ansieht, gab es beim iXS Cup 2017 wohl genug Möglichkeiten sich an solche Verhältnisse zu gewöhnen.

325 Fahrer aus 28 Nationen hatten sich für das Rennen eingeschrieben und natürlich war die komplette Riege der Favoriten angereist. Aber auch einige Athleten, die in der Gesamtwertung keine große Rolle spielen konnten, gingen an den Start und wollten beim prestigeträchtigen Tagessieg ein Wörtchen mitreden. Schließlich ging es neben den Punkten für die Serienwertung auch um weitere Punkte in der UCI Weltrangliste. In diesem Ranking lagen einige der Protagonisten gar nicht so schlecht, beispielsweise Jure Zabjek (SLO – Unior Tools Team) auf Rang zehn oder Eleonora Farina (ITA – GB Rifar Mondraker ASD) auf dem vierten Platz. Doch hauptsächlich ging es um den Titel des Europacups. Hinsichtlich dieser Wertung konnten jedoch zwei Teilnehmer eher entspannt ins Rennen gehen, denn Jure Zabjek und Monika Hrastnik (SLO – Blackthorn) hatten sich den Sieg in den Elite Klassen schon vorzeitig gesichert. Allerdings waren die nachfolgenden Plätze noch komplett offen, so dass selbst in der Qualifikation jeder einzelne Punkt hart umkämpft war.

Der Freitag begann am Vormittag mit einem Track Walk im Nebel, wobei schon ab und zu der blaue Himmel durchkam. Die Fahrer begutachteten den Kursverlauf und versuchten sich an der einen oder anderen Stelle ein paar schnelle Linien auszusuchen. Anschließend wurden ihnen sechs Stunden Trainingszeit zur Verfügung gestellt, was beim Europacup immer für eine ziemlich relaxte Stimmung sorgt.

High Fives and Good Times – Eleonora Farina

Für den Samstag sah die Wetterprognose schon anders aus. Aber am Ende war es doch nicht ganz so schlimm wie vorausgesagt, was in diesem Jahr irgendwie öfters mal der Fall war. Vielleicht sollten die Meteorologen mal etwas von ihrem Pessimismus ablegen. Trotzdem blieben die Temperaturen im einstelligen Bereich und während der Trainingszeit am Morgen kam auch noch etwas Regen dazu. Die Nässe von oben hielt sich zwar noch in Grenzen, aber in Anbetracht des Wetters und der anstehenden Qualifikation war langsam schon die Anspannung im Fahrerfeld zu spüren. Am Ende legte Eleonora Farina die Bestzeit bei den Elite Women hin, wobei das Bemerkenswerteste im Bereich der weiblichen Starter wohl eher die Zeit der U17 Fahrerin Valentina Höll (AUT – Sram TLD Racing) war, die mit 4:21.807 Minuten mehr als zweieinhalb Sekunden schneller war. Bei den Elite Men war es Loris Revelli (ITA – Argentina Bike De Vinci Italy), der mit einer Zeit von 3:46.983 Minuten sich den letzten Startplatz im Super Final sicherte.

Valentina Höll – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Am Ende legte Eleonora Farina die Bestzeit bei den Elite Women hin, wobei das Bemerkenswerteste im Bereich der weiblichen Starter wohl eher die Zeit der U17 Fahrerin Valentina Höll (AUT – Sram TLD Racing) war, die mit 4:21.807 Minuten noch mehr als zweieinhalb Sekunden schneller war. Bei den Elite Men war es Loris Revelli (ITA – Argentina Bike De Vinci Italy), der mit einer Zeit von 3:46.983 Minuten sich den letzten Startplatz im Super Final sicherte.

Der Sonntagmorgen war dann ganz ähnlich. Die Strecke war genauso nass wie am Vortag und das Quecksilber blieb wieder weit unten. Da war es also wieder, dass fast schon typische Leogang-Wetter. Irgendwie könnte man das Gefühl eines Déjà-vu-Erlebnisses bekommen, schließlich war es in den beiden vergangenen Jahren auch so, dass sich direkt zum Biketember-Festival der Sommer verabschiedete. Aber naja, eines muss man dem Kurs ja wirklich lassen, er geht ordentlich bergab, so dass man trotz des Schlamms nicht stecken bleibt. Eine saubere Angelegenheit war es auf jeden Fall nicht mehr. Allerdings kam bis zum Finallauf keine weitere Nässe dazu, so dass der Kurs an manchen Stellen leicht abtrocknen konnte. Somit konnte man erwarten, dass die Zeiten im Finale etwas schneller als die des Vortags sein werden.

Als erste Klasse ging nach der Mittagspause die Pro Masters an den Start. Die Erwartungen bestätigten sich, die Bestzeit des Vortages wurde um mehr als fünf Sekunden unterboten, allerdings nicht von den Hauptakteuren des Seeding Runs. Schnellster war diesmal Fabrizio Dragoni (ITA – Alessi Racing Team), der mit einer Zeit von 3:56.014 Minuten hauchdünn vor Luis Ribeiro (POR – Penacova DH U.D.Lorvanence) Tagessieger wurde. Dritter wurde Willi Lützeler (GER – Cube), der sich damit die Serienwertung sicherte.

Anschließend war die Klasse U17 female dran. Auch hier konnte Valentina Höll ihre Zeit des Vortages noch einmal verbessern. Sie benötigte nun nur noch 4:13.689 Minuten, also noch einmal etwa acht Sekunden weniger. Damit konnte sie Anna Newkirk (USA – Team Project) mit 15 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz verweisen, wobei Ottilia Johansson Jones (GBR – Propain Gravity Juniors) das Podest komplettierte. In der männlichen U17 Klasse konnte Jules Picod (FRA – Les Gets) erneut glänzen und verbesserte seine Zeit aus dem Seeding Run noch einmal um zehn Sekunden. Der junge Franzose nahm damit Janosch Klaus (SUI – Team Project) den Tagessieg, allerdings konnte dieser sich über die Serienführung freuen. Dritter wurde Yannick Baechler (GER – IDirt Racing Team).

Janosch Klaus – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Leider änderte sich das Wetter dann wieder und erneuter Regen machte es den Fahrern noch schwerer. Glücklicherweise gibt es im Europacup das Super Final, so dass der Tagessieg nur in einem kurzen Zeitraum mit meist homogenen Bedingungen ermittelt wird. Dieser Vorteil wurde in diesem Jahr schon öfter deutlich, wenn der Weltcup ähnlich wechselhafte Wetterverhältnisse hatte und das Ergebnis somit verfälscht wurde.

Bei den Elite Women konnte Eleonora Farina ihre Leistung vom Vortag erneut abrufen und sich damit den Tagessieg sichern. Die amtierende Europameisterin benötigte diesmal 4:17.528 Minuten und bewies damit ihre Qualität. Bei drei Rennteilnahmen konnte sie mit drei Bestzeiten in der Quali und drei Siegen die volle Punktzahl abräumen. Trotzdem reichen eben drei Rennen nicht, um am Ende die Krone der Seriensiegerin zu bekommen. Mit diesem Titel verließ am Ende Monika Hrastnik den Platz, die mit dem dritten Rang im Tagesergebnis vielleicht etwas auf Sicherheit gefahren ist. Zweite wurde Sandra Rübesam (GER – Nukeproof Factory), die im Gesamtklassement somit auf dem dritten Platz hinter Farina geführt wird und damit ihre beste Europacupsaison vorweisen kann.

Eleonora Farina – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Und schon wieder lohnt der Blick auf den Vergleich zwischen Vali Hölls Zeit und der Bestzeit bei den Frauen. Wieder war die Saalbacherin schneller, diesmal allerdings bei etwas trockeneren Bedingungen. Trotzdem sind vier Sekunden wahrscheinlich genau das, was man sich bei dem letzten Rennen der Saison wünscht, wenn man weiß, dass im nächsten Jahr ein anderer Wind weht, nämlich der des Weltcups. Mit dem iXS Cup hat sich die sympathische YT Pilotin in den letzten fünf Jahren bestens vorbereitet und sicherlich wird Österreich zukünftig einen adäquaten Ersatz für den nun zurückgetretenen Markus Pekoll haben.

Nach den Frauen waren dann die Junioren an der Reihe. Till Ulmschneider (GER – SRAM Young Guns) war hier das Maß der Dinge. Mit 3:54.795 Minuten und zwei Sekunden Vorsprung sicherte er sich das beste Ergebnis seiner Karriere, wobei er auch in der U17 Klasse schon einmal ein Rennen des Europacups gewinnen konnte. Das Resultat wird ihm sicherlich helfen, wenn er im nächsten Jahr das erste Mal als Elite Fahrer am Start steht. Zweiter des Rennens wurde Luca Henzi (SUI – Hot-Trail Racing), gefolgt von Rudi Pintar (SLO – Sinter Brakes Team), der damit die Serienwertung gewinnen konnte und somit dem 2017 neu gegründeten Nachwuchsteam den perfekten Abschluss bescherte.

Rudi Pintar – iXS EDC LEogang 2017 © Rick Schubert

Als letztes Rennen stand dann noch das Super Final der Elite Men Klasse auf dem Programm. 32 Fahrer traten gegeneinander an, um unter sich den Tagessieger auszufahren. Schon Basil Weber (SUI – Team Project), als Zweiter auf den Kurs gegangen, legte eine Zeit vor, die unter der Bestzeit des Vortages lag. Somit war klar, da würde noch einiges mehr gehen, wobei er allerdings erst einmal eine ganze Weile auf dem Red Bull Hot Seat platznehmen durfte. Erst der als achtletzter gestartete Andrea Kolb (AUT – MRC Saracen Racing) unterbot seine Zeit. Ab da ging es dann aber Schlag auf Schlag, denn der nächste war Jure Zabjek, der wohl derjenige mit dem wenigsten Druck war, schließlich wusste er, dass er am Ende des Tages sowieso Seriensieger sein würde. Aber natürlich hat der junge Slowene in diesem Jahr oft genug bewiesen, dass er auch mit einer gewissen Anspannung gut umgehen kann. Wie auch immer, er hatte es wieder geschafft und legte mit 3:44.115 Minuten eine Zeit vor, die eigentlich ziemlich viel Wert zu sein schien, wäre da nicht die Zwischenzeit von Ondrej Stepanek (CZE – CTM Racing Team) gewesen, die einen kurzen Moment später angezeigt wurde. Der Tschechische Meister, der noch nie in der Elite Klasse auf dem Podest des Europacups stand, hatte an der Zwischenzeit dreieinhalb Sekunden Vorsprung. Der 23-Jährige konnte den Vorsprung bis ins Ziel retten und schob sich dort mit einer Zeit von 3:41.297 Minuten auf den ersten Platz.

Ondrej Stepanek – iXS EDC LEogang 2017 © Rick Schubert

Damit stand das Ergebnis fest, Stepanek vor Zabjek und auf dem dritten Rang landete Joshua Barth (GER – Solid Reverse Factory Racing), der damit sein erstes Europacup-Podium erreichte. Die Gesamtwertung geht komplett an den Ostblock, mit Zabjek als Sieger, Stepanek als Vize und Rastislav Baranek (SVK – Kellys Factory Team) als Drittplatzierter.

Damit ist die erste 2017er iXS Serie abgeschlossen und es folgen jetzt noch die Finalläufe des German Cups in Thale und des Swiss Cups in Bellwald. Der Europacup hat nun seine zehnte Saison hinter sich gebracht und ist seinem Anspruch als Sprungbrett zum Weltcup wieder einmal mehr als gerecht geworden.

PM: Hochspannung beim Weltcup-Finale in Val di Sole

Vier Monate, neun Länder, zwei Kontinente und am Ende entscheidet sich alles an diesem Wochenende. Das Weltcup-Finale des UCI Mountain Bike World Cup in Val di Sole verspricht ein hochspannender Abschluss einer ohnehin schon außergewöhnlichen Weltcup-Saison zu werden. Im Downhill trennen nur 146 Punkte die drei Führenden in der Gesamtwertung der Frauen, bei den Männern trennen die ersten Drei sogar nur 77 Punkte, und so ist in Val di Sole auf der wohl schwierigsten Strecke des Jahres ein hartumkämpftes und extrem spannendes Rennen garantiert. Im Cross-Country sind die Entscheidungen zwar schon in Mont-Sainte-Anne gefallen, doch mit Nino Schurter’s (SUI) Chance auf eine historische, perfekte Saison und einem engen Rennen um die Podest-Plätze bei den Männern und Frauen, mangelt es auch hier nicht an Spannung.

Am 26. und 27. August können Mountainbike-Fans die achte Runde des UCI Mountain Bike World Cup presented by Shimano in Val di Sole live auf Red Bull TV verfolgen. Neben dem englischen Stream wird Red Bull TV das gesamte Renngeschehen auch mit deutschem Kommentar anbieten. Christopher D. Ryan wird das Cross-Country-Rennen mit dem dreifachen Weltcupsieger Mike „The Bike“ Kluge im deutschen Live-Stream begleiten, im Downhill Livestream steht Ryan Bike-Profi und Gravity-Allrounder Tibor Simai zur Seite.

DOWNHILL
Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern standen bei den ersten vier Downhill Weltcups der Saison vier unterschiedliche Sieger auf dem Podium und so waren zur Mitte der Saison die Abstände in der Gesamtwertung extrem gering. Beim Rennen in Lenzerheide gab es dann zwar mit Greg Minnaar (RSA) und Myriam Nicole (FRA) die ersten „Wiederholungstäter“ der Saison, doch beim letzten Rennen in Mont-Sainte-Anne schlug das unvorhersehbare Wetter zum wiederholten Male in dieser Saison zu und würfelte das Feld abermals durcheinander. Im Rennen der Männer wurden Erinnerungen an den ersten Weltcup der Saison in Lourdes wach, als der Nieselregen, der das Rennen in Mont-Sainte-Anne begleitete, pünktlich zur Startzeit der 25 Bestqualifizierten und Favoriten in einen Platzregen biblischen Ausmaßes umschlug.

Fahrer um Fahrer kämpften sich die Top 25 durch die Schlammbäche, die die Strecke herunterrannten, doch niemand vermochte es, die Zeit von Dean Lucas (AUS), der vor dem heftigen Regen startete, zu unterbieten. Erst Jack Moir (AUS) demonstrierte mit einem unglaublichen Lauf, dass es mit viel Risiko und einem Ritt auf Messers Schneide möglich war, an Lucas’ Zeit heranzukommen. Angespornt von Moirs Lauf setzten die Topfahrer alles auf eine Karte, und tatsächlich schafften es Danny Hart (GBR), Loic Bruni (FRA) und Troy Brosnan (AUS) bis auf wenige Sekunden an Lucas’ Zeit heran, doch es war der Amerikaner Aaron Gwin, der mit einem der besten Regen-Läufe der Downhill-Geschichte das unmöglich Scheinende gelang und Dean Lucas mit einer vollen Sekunde Abstand vom ersten Platz verdrängte. Da der Führende in der Gesamtwertung Greg Minnaar kurz zuvor nach einem Sturz die Strecke verließ und disqualifiziert wurde, schob sich Gwin somit bis auf 31 Punkte an ihn heran, während Brosnan seinen Abstand auf 77 Punkte verkürzen konnte.

Mit den engsten Abständen der jüngeren Downhill-Geschichte spielt Taktik beim Saisonfinale in Val di Sole keine Rolle mehr. Minnaar, Gwin und Brosnan müssen voll auf Angriff fahren, und die Fans erwartet ein extrem spannendendes Rennen auf der wohl schwierigsten Stecke der Saison.

Der UCI DHI Mountainbike Weltcup mit deutschem und englischem Kommentar live aus Val di Sole am 26. August und on-demand jederzeit und überall verfügbar – nur auf Red Bull TV!

Das Saison-Finale der Frauen dürfte genauso spannend, wie das der Männer werden. Nach ihrem Auftaktsieg in Lourdes musste die amtierende Weltcup Gesamtsiegerin und Weltmeisterin, Rachel Atherton (GBR), die beiden Weltcups in Fort William und Leogang verletzungsbedingt auslassen. In ihrer Abwesenheit präsentierten sich Tracey Hannah (AUS), Tahnée Seagrave (GBR) und Myriam Nicole (FRA) stark und sicherten sich zunächst jeweils einen Sieg. In Lenzerheide übernahm Nicole mit ihrem zweiten Saisonsieg dann erstmals in ihrer Karriere die Führung in der Gesamtwertung, allerdings nur mit einem sehr dünnen Vorsprung vor Hannah und Seagrave. In Mont-Sainte-Anne schlug Seagrave zurück und holte sich den Sieg vor Nicole und Hannah, die sich trotz eines Platten im unteren Drittel der Strecke den dritten Platz sichern konnte. Vor dem letzten Rennen der Saison trennen Nicole nun nur noch 110 Punkte von Hannah und 146 von Seagrave.

Wird Nicole ihre Führung im letzten Rennen der Saison verteidigen und sich erstmals die Krone der Weltcup Gesamtsiegerin sichern? Können Hannah und Seagrave Nicole auf der schwierigen und steilen 2,2km langen Strecke noch abfangen?

Live auf Red Bull TV!

Übertragungszeiten des UCI Mountain Bike World Cup 2017 – Val di Sole:
DHI Frauen: 26. August, live auf Red Bull TV 13:00 MEZ
DHI Männer: 26. August, live auf Red Bull TV 15:00 MEZ

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