TEST: Bold – „Linkin Trail 27,5 Plus”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #032 [ Mai & Juni 2016]

Bold Cycles ist eine neue kleine Bike-Firma aus Lengnau in der Schweiz. Vincenz Droux gründete die Firma 2014 und ging im Frühjahr 2015 auf den Bike Days in Solothurn an den Start. Schon bevor es los ging, war Oliver Kreuter mit von der Partie. Ideenaustausch bei einem Bier, weitergesponnen, Pläne geschmiedet – dann wurde es konkret. Das dauerte seine Zeit, denn die Idee umzusetzen, war nicht so leicht wie man denkt.

Schon auf den ersten Blick fällt es ins Auge, oder eben nicht: Der Dämpfer fehlt. Natürlich hat das „Linkin Trail“ einen, nur sieht man ihn eben nicht. Ein solches Konzept gab es bisher noch nicht.

//Gute Zugverlegung, doch innenverlegt wäre besonders am „Linkin Trail“ viel schöner

Erste Gedanken: Cool, kein Stress mit Matsch, sieht clean aus. Aber wie stellt man den Dämpfer ein? Am Unterrohr verbirgt sich das Federbein unter einer Abdeckung, die mit zwei Schrauben zu lösen ist. Den Negativ-Federweg kann man mit Hilfe des Sag-Indicators ablesen. Sind die Grundeinstellungen vorgenommen, kann man die Wartungsklappe schließen und den Dämpfer im Verborgenen lassen. Die Modi des Dämpfers „Open“, „Drive“ und „Lock“ lassen sich bequem über die Fernbedienung am Lenker wählen. Der Viergelenk-Hinterbau mit Horst-Link gibt 130 Millimeter Federweg frei, die verbaute „Pike“ in der Front 140 Millimeter. Fast alle Züge verlaufen durch den Vollcarbon-Rahmen. Das unterstreicht die elegante Optik. Leider ist es aufgrund des innenliegenden Dämpfers noch nicht möglich, den Zug der Vario-Sattelstütze durch den Rahmen zu verlegen. Das stört etwas die sonst so glatte Optik des „Linkin Trail“, auch wenn die Sattelklemme als elegante Zugführung dient. Die Schwinge ist breit gebaut und für Boost-Hinterradachsen ausgelegt. So lassen sich neben 27,5 Zoll sowohl die Plus-Variante, als auch 29 Zoll Laufräder mit bis zu 2,4 Zoll breiten Reifen verbauen.

//So wird bei Bold der Negativ-Federweg eingestellt

Das Testbike in „Sick Day 27,5 Plus“-Ausstattung hat nur feinste Komponenten verbaut. Als Laufradsatz kommen breite DT Swiss „XM 551“-Felgen auf DT „240s“-Naben zum Einsatz. Insbesondere mit den fetten 2,8er Reifen hat man sowohl beim Uphill, als auch in Kurven gute Traktion. Bei rasanteren Downhills hängt das stark vom Reifendruck ab: Während in technischen Passagen der niedrige Luftdruck noch viel Sicherheit bietet, wird das Fahrverhalten bei Highspeed etwas schwammig und bringt ein gewisses Schaukeln ins Bike. Bold experimentiert noch bei der Reifenwahl. Geschaltet wird mit der teuren „XX1“ und verzögert mit der „Guide RS“. Darüber hinaus sind viele hochwertige Teile von Race Face verbaut. Der „Next“-Carbonlenker dürfte mit seinen 740 Millimetern für uns etwas breiter ausfallen, reicht aber je nach Einsatzzweck aus. Der verwindungssteife Rahmen sprintet auch auf 650B+ zügig nach vorne und lässt sich spielend durch Anlieger und enge Kurven ziehen. Insgesamt fühlt sich das Bike besonders auf flowigen und kurvenreichen Strecken wohl. Durch den tiefen Schwerpunkt steuert sich das 13,52 Kilo leichte „Linkin Trail“ neutral und wendig. Für den Augenschmaus in Top-Ausstattung müsst ihr allerdings auch einiges hinblättern: 5.679,- Euro kostet die „Sick Day“-Version. Übrigens: Bald wird es auch ein Long Travel Bike von Bold geben.

 

//Blick unter die Wartungsklappe auf den versteckten Dämpfer

Fazit: Das „Linkin Trail 27,5 Plus“ besitzt ein innovatives Rahmenkonzept und sieht dabei auch noch schlicht und elegant aus. Dazu funktionieren die Technik und der Hinterbau vorbildlich. Mit besten Anbauteilen ausgestattet und viel Liebe zum Detail überzeugt das Bike auf ganzer Linie. Lediglich zur Innenverlegung der Vario-Stütze sollte es noch die Möglichkeit geben.

 

Pro: Optik, Handling, Ausstattung, Rahmenkonzept

Contra: Preis, keine innere Zugverlegung für Vario-Sattelstütze

 

Unverbindliche Preisempfehlung: 5.679,- € (Komplettrad) | Größen: S, M, L | Gewicht: 13,52 kg |

www.boldcycles.com

 

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TEST: Transition – „TR500“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Das blaue Transition glänzt mit seiner cleanen Optik und den hochwertigen Komponenten schon im Stand. Das edle Fox Fahrwerk mit „Kashima Coating“ lässt auf ein feines Fahrgefühl schließen. Und auch der Rest des Aufbaus kann sich absolut sehen lassen. Race Face Lenker und Kurbel sind leicht und stabil und die Sram Schaltung sorgt für saubere Gangwechsel. Aber wie fährt es sich?

Das „TR500“ ist ein Bike, das sofort Wohlfühl-Charakter versprüht. Die 419 Millimeter Reach sind in Größe „L“ sehr angenehm und man hat das Gefühl schön zentral im Rad zu stehen. Für reine Racer könnte diese Variante etwas kurz sein, allerdings gibt es das Rad auch in XL mit 445 Millimeter Reach.

Die Antriebsschwinge des abgestützten Eingelenkers fühlt sich beim Fahren sehr verwindungssteif an, was einen mit viel Druck durch Kurven fahren lässt. Zudem ist der Hinterbau schön progressiv und harmoniert perfekt mit dem Stahlfederdämpfer. Die „small-bump-compliance“ lässt im mittleren bis unteren Federwegsbereich dadurch zwar etwas zu wünschen übrig, allerdings ist das kaum der Rede wert, da sich das Rad sehr ausgeglichen fährt. Durch die hohe Endprogression kann man sich schön aus Sprüngen und Anliegern herausdrücken und das Rad lädt zu schnellen Richtungswechseln ein. Der Lenkwinkel mit 63 Grad passt perfekt zu dieser Geometrie.

Auch gröbere Schläge nimmt das Rad sehr gut auf und hat einen großen „Wohlfühlbereich“. Die Front lässt sich dank einiger Spacer auf jeden Fahrertyp anpassen. Und so konnten wir mit einer hohen Front auch locker einige Steilabfahrten machen, ohne dass Überschlagsgefühle aufkamen.

Sehr schön fanden wir auch die Möglichkeit, das Bike mit 26 Zoll Laufrädern zu fahren, da das Bike eher einen Park und Freeride Charakter versprüht. Die Ausfallenden sind variabel gestaltet, so dass man die Kettenstrebenlänge verändern kann. Jedoch kann man auch in der 26 Zoll Einstellung ein 27,5 Zoll Laufrad fahren. Dies ist zwar etwas knapp und geht sicher nicht mit allen Reifen, jedoch mit den montierten Maxxis Reifen war dies ohne Probleme möglich.

Die Freeridegene des Rades sind unverkennbar. Der Hinterbau kann auf 180 Millimeter umgeschraubt werden, dadurch kommt das Tretlager etwas höher und man hat einen reinrassigen Freerider, der auch mit Sinlgecrown Gabel eine gute Figur abgeben würde.

// Go for Gold! Die „Kashima“-Beschichtung der Fox „40“ sticht sofort ins Auge und ist ein Garant für Topleistungen.
// Die integrierten Gabelbumper sind auch gleichzeitig die Kabelaufnahme für die innen verlegten Züge.
// Auch im Bereich der Dämpferanlenkung gibt es diverse Einstellmöglichkeiten. Hier kann man Tretlagerhöhe und den Federweg zwischen 180mm und 200mm verstellen.
// Über das Ausfallende kann man die Hinterbaulänge, sowie den Radstand des Transition verändern.
// Der „DHX2” im Heck liefert eine erstklassige Performance und wird so seiner großen Schwester an der Front mehr als gerecht.

Fazit: Das Transition ist ein racetaugliches Freeride- und Park-Bike. Man merkt förmlich wie das „TR500“ nach Airtime lechzt. Die zentrale Position im Rad gibt stets das Gefühl alles unter Kontrolle zu haben und seine Grenzen weiter auszuloten. Wir hatten eine Menge Spaß mit dem Bike und konnten in keiner Situation feststellen, dass wir es außerhalb seiner Komfortzone bewegen würden. Hier hat man es mit einem voll ausgereiften Produkt zu tun. Chapeau!

Pro

  • ausgeglichenes Handling
  • Ausstattung
  • guter Allrounder
  • Verarbeitung

Kontra

  • Preis

Unverbindliche Preisempfehlung: 6.794 € | Größen: S, M, L, XL | Farbe: TR Blue Gloss | www.trailtoys.de

TEST: Dartmoor – „Root Black Angel“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Als krassen Kontrast zu dem Pole, was wir für diese Ausgabe getestet haben, hat uns Dartmoor ihr 200 Millimeter Bike Namens „Roots Black Angel“ zur Verfügung gestellt. Mit ganzen acht Zentimeter weniger Reach als das Rad aus Finnland geht Dartmoor damit also einen komplett anderen Weg. Hier steht also eher der Fokus auf Freeride sowie auf sprunglastige Strecken. Durch den kurzen Hauptrahmen hat man das Gefühl, man steht auf einem Dirtbike mit übermäßig viel Federweg. Die Ausstattung ist für den Preispunkt okay, man bekommt zwar keine Top-Ausstattung, aber für den Einstieg ist das Rad eine gute Wahl. So bekommt man zum Preis von 3.299,- Euro einen soliden Freerider mit Rock Shox Fahrwerk. Die restliche Ausstattung stellt sich aus Dartmoor eigenen Komponenten zusammen und besticht in erster Linie durch ihre gute Funktion.

Direkt am Anfang ist positiv der extrem sensibel ansprechende Hinterbau aufgefallen – ob im ausgefederten Zustand, beim Landen von Sprüngen oder kleine Schläge im mittleren Federwegsbereich. Durch den kurzen Radstand fühlt sich das Rad zwar sehr agil an und lädt auf flowigen Passagen zum Spielen ein, allerdings wird das Rad dadurch auf schnellem und rauerem Untergrund sehr nervös und versprüht nicht mehr so viel Sicherheit. Die Front ist angenehm hoch und die etwas dickeren Griffe kamen unseren Testern sehr entgegen. Über die „Boxxer RC“ brauchen wir keine großen Worte zu verlieren, sie funktioniert tadellos und lässt sich mittels „Compression“- Knopf fast zu einer Starrgabel mutieren. In der Luft fühlt sich das Roots wohl und das merkt man sofort, wenn die Räder einmal den Boden verlassen. Schöne Whips oder auch No-Hander werden damit zum Kinderspiel. Hier tut auch der kurze Radstand dem Spaß keinen Abbruch. Übrigens ist mit diesem Bike Szymon Godziek schon bei der Red Bull Rampage gestartet.

// An der Front des „Roots” kommt die in passendem Schwarz edel wirkende „Boxxer“ gut zur Geltung.
// Rock Shox „Kage Rc“ steht in diesem Bike für ein erstklassiges Ansprechverhalten.
// Die Kabelführung ist einfach aber sinnvoll. Hier kann man innerhalb von wenigen Minuten Bremsen wechseln.
// Der Sattel ist typisch Freeride. Durch seine breiten Flanken kann man ihn gut mit den Beinen klemmen. Das erleichtert Tricks wie den Suicide Nohander.

Fazit:

Das Dartmoor „Roots Black Anel” ist ein Bike mit Freeride und Park Allüren. Seine hohe Front und der kurze Radstand laden den Fahrer dazu ein, sich hoch über Kicker und Gaps hinaus zu schanzen. Wer also ein verspieltes und wendiges Rad möchte, ist hier genau richtig. Für grobe Downhill Action ist das Rad dank 200 Millimetern Federweg zwar bestens gerüstet, allerdings wird es auf schnellen Wurzeln und Steinfeldern sehr unruhig und ist daher für reine Racer nicht die erste Wahl. Für Park-Rats und Biker mit kleinem Geldbeutel ist das Roots aber die richtige Wahl.

Pro

  • Preis
  • gute Sprungeigenschaften
  • angenehm hohe Front
  • Gewicht

Kontra

  • etwas kurz
  • unruhig bei Highspeed
  • hoher Schwerpunkt

Unverbindliche Preisempfehlung: 3.299 € | Größen: S, L | Farbe: black | www.trailtoys.de

VIDEO: Enduro oder Freerider? Cube „Fritzz 180“ Test

In unserer aktuellen Ausgabe #39, erschienen am 17. August, könnt ihr den ausführlichen Test zum Cube „Fritzz 180“ lesen. Zusätzlich haben wir für euch aber nun auch eine Videovorstellung online gestellt. Wie gefällt euch das Bike?

 

 

PM: Schlammschlacht in Leogang

iXS EDC #5 2017 Leogang

Leogang war am zurückliegenden Wochenende Gastgeber für das Finale des Europacups und bot einen spannenden Wettbewerb. Die Tagessiege sicherten sich Eleonora Farina und Ondrej Stepanek, während die Serientitel an Jure Zabjek und Monika Hrastnik gingen.

Das letzte Rennen des diesjährigen iXS European Downhill Cups stand in Leogang auf dem Programm. Wie in den vergangenen Jahren war es Teil des Biketember Festivals, bei dem noch weitere Veranstaltungen geboten wurden. Der mittlerweile weltweit bekannte Bikepark im Salzburger Land ist seit der Geburtsstunde des Europacups dabei und feierte somit in diesem Jahr das zehnte Jubiläum. Ein Ereignis der anderen Art hingegen zelebrierte bei diesem Anlass Markus Pekoll (AUT – MS Mondraker), der sich diese Veranstaltung als das letzte Rennen seiner langen Karriere ausgesucht hatte. Der ehemalige Europacupgewinner und neunte bei seiner Heimweltmeisterschaft beendete seine aktive Laufbahn und ehrte sowohl Leogang als auch den iXS Cup mit seiner bewussten Auswahl des Ortes für seinen Abschied.

Der Ausrichter der Leoganger Bergbahnen hatte bereits zum Weltcup in diesem Jahr einige Umbaumaßnahmen an der Strecke vorgenommen, wodurch der Kurs den aktuellen Anforderungen an Downhillrennen angepasst wurde. Mit 2300 Metern Länge und einer Höhendifferenz von 480 Metern kann man wahrlich von einem alpinen Kurs sprechen. Wie so oft in den letzten Jahren hatten die Teilnehmer auch diesmal wieder mit nassen Bedingungen zu kämpfen. Allerdings wenn man sich die Saison rückblickend ansieht, gab es beim iXS Cup 2017 wohl genug Möglichkeiten sich an solche Verhältnisse zu gewöhnen.

325 Fahrer aus 28 Nationen hatten sich für das Rennen eingeschrieben und natürlich war die komplette Riege der Favoriten angereist. Aber auch einige Athleten, die in der Gesamtwertung keine große Rolle spielen konnten, gingen an den Start und wollten beim prestigeträchtigen Tagessieg ein Wörtchen mitreden. Schließlich ging es neben den Punkten für die Serienwertung auch um weitere Punkte in der UCI Weltrangliste. In diesem Ranking lagen einige der Protagonisten gar nicht so schlecht, beispielsweise Jure Zabjek (SLO – Unior Tools Team) auf Rang zehn oder Eleonora Farina (ITA – GB Rifar Mondraker ASD) auf dem vierten Platz. Doch hauptsächlich ging es um den Titel des Europacups. Hinsichtlich dieser Wertung konnten jedoch zwei Teilnehmer eher entspannt ins Rennen gehen, denn Jure Zabjek und Monika Hrastnik (SLO – Blackthorn) hatten sich den Sieg in den Elite Klassen schon vorzeitig gesichert. Allerdings waren die nachfolgenden Plätze noch komplett offen, so dass selbst in der Qualifikation jeder einzelne Punkt hart umkämpft war.

Der Freitag begann am Vormittag mit einem Track Walk im Nebel, wobei schon ab und zu der blaue Himmel durchkam. Die Fahrer begutachteten den Kursverlauf und versuchten sich an der einen oder anderen Stelle ein paar schnelle Linien auszusuchen. Anschließend wurden ihnen sechs Stunden Trainingszeit zur Verfügung gestellt, was beim Europacup immer für eine ziemlich relaxte Stimmung sorgt.

High Fives and Good Times – Eleonora Farina

Für den Samstag sah die Wetterprognose schon anders aus. Aber am Ende war es doch nicht ganz so schlimm wie vorausgesagt, was in diesem Jahr irgendwie öfters mal der Fall war. Vielleicht sollten die Meteorologen mal etwas von ihrem Pessimismus ablegen. Trotzdem blieben die Temperaturen im einstelligen Bereich und während der Trainingszeit am Morgen kam auch noch etwas Regen dazu. Die Nässe von oben hielt sich zwar noch in Grenzen, aber in Anbetracht des Wetters und der anstehenden Qualifikation war langsam schon die Anspannung im Fahrerfeld zu spüren. Am Ende legte Eleonora Farina die Bestzeit bei den Elite Women hin, wobei das Bemerkenswerteste im Bereich der weiblichen Starter wohl eher die Zeit der U17 Fahrerin Valentina Höll (AUT – Sram TLD Racing) war, die mit 4:21.807 Minuten mehr als zweieinhalb Sekunden schneller war. Bei den Elite Men war es Loris Revelli (ITA – Argentina Bike De Vinci Italy), der mit einer Zeit von 3:46.983 Minuten sich den letzten Startplatz im Super Final sicherte.

Valentina Höll – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Am Ende legte Eleonora Farina die Bestzeit bei den Elite Women hin, wobei das Bemerkenswerteste im Bereich der weiblichen Starter wohl eher die Zeit der U17 Fahrerin Valentina Höll (AUT – Sram TLD Racing) war, die mit 4:21.807 Minuten noch mehr als zweieinhalb Sekunden schneller war. Bei den Elite Men war es Loris Revelli (ITA – Argentina Bike De Vinci Italy), der mit einer Zeit von 3:46.983 Minuten sich den letzten Startplatz im Super Final sicherte.

Der Sonntagmorgen war dann ganz ähnlich. Die Strecke war genauso nass wie am Vortag und das Quecksilber blieb wieder weit unten. Da war es also wieder, dass fast schon typische Leogang-Wetter. Irgendwie könnte man das Gefühl eines Déjà-vu-Erlebnisses bekommen, schließlich war es in den beiden vergangenen Jahren auch so, dass sich direkt zum Biketember-Festival der Sommer verabschiedete. Aber naja, eines muss man dem Kurs ja wirklich lassen, er geht ordentlich bergab, so dass man trotz des Schlamms nicht stecken bleibt. Eine saubere Angelegenheit war es auf jeden Fall nicht mehr. Allerdings kam bis zum Finallauf keine weitere Nässe dazu, so dass der Kurs an manchen Stellen leicht abtrocknen konnte. Somit konnte man erwarten, dass die Zeiten im Finale etwas schneller als die des Vortags sein werden.

Als erste Klasse ging nach der Mittagspause die Pro Masters an den Start. Die Erwartungen bestätigten sich, die Bestzeit des Vortages wurde um mehr als fünf Sekunden unterboten, allerdings nicht von den Hauptakteuren des Seeding Runs. Schnellster war diesmal Fabrizio Dragoni (ITA – Alessi Racing Team), der mit einer Zeit von 3:56.014 Minuten hauchdünn vor Luis Ribeiro (POR – Penacova DH U.D.Lorvanence) Tagessieger wurde. Dritter wurde Willi Lützeler (GER – Cube), der sich damit die Serienwertung sicherte.

Anschließend war die Klasse U17 female dran. Auch hier konnte Valentina Höll ihre Zeit des Vortages noch einmal verbessern. Sie benötigte nun nur noch 4:13.689 Minuten, also noch einmal etwa acht Sekunden weniger. Damit konnte sie Anna Newkirk (USA – Team Project) mit 15 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz verweisen, wobei Ottilia Johansson Jones (GBR – Propain Gravity Juniors) das Podest komplettierte. In der männlichen U17 Klasse konnte Jules Picod (FRA – Les Gets) erneut glänzen und verbesserte seine Zeit aus dem Seeding Run noch einmal um zehn Sekunden. Der junge Franzose nahm damit Janosch Klaus (SUI – Team Project) den Tagessieg, allerdings konnte dieser sich über die Serienführung freuen. Dritter wurde Yannick Baechler (GER – IDirt Racing Team).

Janosch Klaus – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Leider änderte sich das Wetter dann wieder und erneuter Regen machte es den Fahrern noch schwerer. Glücklicherweise gibt es im Europacup das Super Final, so dass der Tagessieg nur in einem kurzen Zeitraum mit meist homogenen Bedingungen ermittelt wird. Dieser Vorteil wurde in diesem Jahr schon öfter deutlich, wenn der Weltcup ähnlich wechselhafte Wetterverhältnisse hatte und das Ergebnis somit verfälscht wurde.

Bei den Elite Women konnte Eleonora Farina ihre Leistung vom Vortag erneut abrufen und sich damit den Tagessieg sichern. Die amtierende Europameisterin benötigte diesmal 4:17.528 Minuten und bewies damit ihre Qualität. Bei drei Rennteilnahmen konnte sie mit drei Bestzeiten in der Quali und drei Siegen die volle Punktzahl abräumen. Trotzdem reichen eben drei Rennen nicht, um am Ende die Krone der Seriensiegerin zu bekommen. Mit diesem Titel verließ am Ende Monika Hrastnik den Platz, die mit dem dritten Rang im Tagesergebnis vielleicht etwas auf Sicherheit gefahren ist. Zweite wurde Sandra Rübesam (GER – Nukeproof Factory), die im Gesamtklassement somit auf dem dritten Platz hinter Farina geführt wird und damit ihre beste Europacupsaison vorweisen kann.

Eleonora Farina – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Und schon wieder lohnt der Blick auf den Vergleich zwischen Vali Hölls Zeit und der Bestzeit bei den Frauen. Wieder war die Saalbacherin schneller, diesmal allerdings bei etwas trockeneren Bedingungen. Trotzdem sind vier Sekunden wahrscheinlich genau das, was man sich bei dem letzten Rennen der Saison wünscht, wenn man weiß, dass im nächsten Jahr ein anderer Wind weht, nämlich der des Weltcups. Mit dem iXS Cup hat sich die sympathische YT Pilotin in den letzten fünf Jahren bestens vorbereitet und sicherlich wird Österreich zukünftig einen adäquaten Ersatz für den nun zurückgetretenen Markus Pekoll haben.

Nach den Frauen waren dann die Junioren an der Reihe. Till Ulmschneider (GER – SRAM Young Guns) war hier das Maß der Dinge. Mit 3:54.795 Minuten und zwei Sekunden Vorsprung sicherte er sich das beste Ergebnis seiner Karriere, wobei er auch in der U17 Klasse schon einmal ein Rennen des Europacups gewinnen konnte. Das Resultat wird ihm sicherlich helfen, wenn er im nächsten Jahr das erste Mal als Elite Fahrer am Start steht. Zweiter des Rennens wurde Luca Henzi (SUI – Hot-Trail Racing), gefolgt von Rudi Pintar (SLO – Sinter Brakes Team), der damit die Serienwertung gewinnen konnte und somit dem 2017 neu gegründeten Nachwuchsteam den perfekten Abschluss bescherte.

Rudi Pintar – iXS EDC LEogang 2017 © Rick Schubert

Als letztes Rennen stand dann noch das Super Final der Elite Men Klasse auf dem Programm. 32 Fahrer traten gegeneinander an, um unter sich den Tagessieger auszufahren. Schon Basil Weber (SUI – Team Project), als Zweiter auf den Kurs gegangen, legte eine Zeit vor, die unter der Bestzeit des Vortages lag. Somit war klar, da würde noch einiges mehr gehen, wobei er allerdings erst einmal eine ganze Weile auf dem Red Bull Hot Seat platznehmen durfte. Erst der als achtletzter gestartete Andrea Kolb (AUT – MRC Saracen Racing) unterbot seine Zeit. Ab da ging es dann aber Schlag auf Schlag, denn der nächste war Jure Zabjek, der wohl derjenige mit dem wenigsten Druck war, schließlich wusste er, dass er am Ende des Tages sowieso Seriensieger sein würde. Aber natürlich hat der junge Slowene in diesem Jahr oft genug bewiesen, dass er auch mit einer gewissen Anspannung gut umgehen kann. Wie auch immer, er hatte es wieder geschafft und legte mit 3:44.115 Minuten eine Zeit vor, die eigentlich ziemlich viel Wert zu sein schien, wäre da nicht die Zwischenzeit von Ondrej Stepanek (CZE – CTM Racing Team) gewesen, die einen kurzen Moment später angezeigt wurde. Der Tschechische Meister, der noch nie in der Elite Klasse auf dem Podest des Europacups stand, hatte an der Zwischenzeit dreieinhalb Sekunden Vorsprung. Der 23-Jährige konnte den Vorsprung bis ins Ziel retten und schob sich dort mit einer Zeit von 3:41.297 Minuten auf den ersten Platz.

Ondrej Stepanek – iXS EDC LEogang 2017 © Rick Schubert

Damit stand das Ergebnis fest, Stepanek vor Zabjek und auf dem dritten Rang landete Joshua Barth (GER – Solid Reverse Factory Racing), der damit sein erstes Europacup-Podium erreichte. Die Gesamtwertung geht komplett an den Ostblock, mit Zabjek als Sieger, Stepanek als Vize und Rastislav Baranek (SVK – Kellys Factory Team) als Drittplatzierter.

Damit ist die erste 2017er iXS Serie abgeschlossen und es folgen jetzt noch die Finalläufe des German Cups in Thale und des Swiss Cups in Bellwald. Der Europacup hat nun seine zehnte Saison hinter sich gebracht und ist seinem Anspruch als Sprungbrett zum Weltcup wieder einmal mehr als gerecht geworden.

PM: Mountainbiker für das Team Vibram gesucht!

Vibram, Weltmarktführer im Bereich der Outdoor-Leistungssohlen, sucht Mountainbiker für das MTBike Team Vibram.

Nach den positiven Erfahrungen mit dem Trailrunning Team Vibram, einer der heute bekanntesten und renommiertesten Mannschaften, startet das Unternehmen mit dem gelben Achteck eine Neuauflage. Dieses Mal in der Welt des Mountainbikings.

Jerome Bernard, Leiter der neu ins Leben gerufenen Unternehmensabteilung Sport Marketing Innovation Vibram, lädt mögliche Kandidaten ein: „Wir suchen leidenschaftliche Mountainbiker, die zu dieser neuen Herausforderung mit uns antreten werden.“ Er fügt hinzu: „Die Idee eines Teams hat sich sehr bewährt, sowohl um unsere Marke sichtbarer zu machen, als auch um Athleten die Möglichkeit zu bieten, ihren Lieblingssport optimal auszuüben. Mehr als je zuvor zeichnet sich Vibram durch eigene Impulse aus, auch in der Welt des Mountainbikings.“

 

Der Aufruf richtet sich an alle Interessenten, die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen und die gewisse Portion Leidenschaft für das Mountainbiking haben (Enduro- und All-Mountain-Bikes). Zudem sollten sie gerne als Teil eines Teams fahren, die richtige Portion Wagemut und große Lust auf Vergnügen mitbringen. Die Mannschaftsmitglieder werden mit dem offiziellen Trikot und den Schuhen mit Vibram-Sohle (mit der Möglichkeit der Austestung im Vorfeld) ausgestattet und erhalten unter der Flagge des gelben Achtecks Zutritt zum internationalen Wettbewerb.

 

Das MTBike Team Vibram wird sein offizielles Debut anlässlich der Maxiavalanche Cervinia am 29. und 30. Juli haben. Es folgt anschließend die Teilnahme an weiteren Wettkämpfen Der detaillierte Plan wird in den kommenden Wochen bekannt gegeben.

 

Vibram nimmt Bewerbungen mit dem Betreff „Bewerbung MTBike Team Vibram“ unter der E-Mail-Adresse sportmarketing@vibram.com entgegen. Bewerber werden gebeten, etwas über ihre Leidenschaft für das Mountainbiking zu erzählen und ihre Ambitionen, die sie mit dem Beitritt in das Team verfolgen, zu beschreiben.

 

Über Vibram

Vibram® ist der Weltmarktführer im Bereich High-Performance Gummisohlen, die vor allem in den Kategorien Outdoor, Freizeit, Arbeitsschutz, Mode und Orthopädie Anwendung finden. Seit 80 Jahren steht das gelbe Achteck weltweit für Qualität, Performance, Sicherheit und Innovation in der Schuhindustrie. Mit internationalem Hauptsitz in Albizzate (Varese), Italien, produziert Vibram® mehr als 40 Millionen Sohlen jährlich, legt mehr als eine Million Testkilometer zurück, ist in 120 Ländern vertreten und besitzt Produktions- sowie Forschungsstandorte in den USA, China, Japan, Brasilien und Italien. Mehr Informationen unter: www.vibram.com

Video-Test: Fly Racing – Werx Rival Mips Fullface Helm

Wir haben uns den neuen „Werx Rival Mips“ Fullface Helm von Fly Racing für euch genauer angeschaut. Neben dem ausführlichen Test in der aktuellen Gravity Ausgabe #38, könnt ihr euch in diesem Video ein detailiertes Bild des Fullface Helms machen.

Fly Racing wird in Deutschland über www.zupin.de vertrieben.

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