Test: Easy GOing – Mit 3400 Watt bergauf

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #031 [ März & April 2016]

 

EGO – „Kit 3400 wrp”

Hinter der Marke EGO stehen fünf Jungs die seit etlichen Jahren in der Mountainbike und Automotive Branche aktiv sind. Den größten Spaß haben sie bei der Abfahrt – Gravity Biker eben. Nur leider bleibt da immer die Schattenseite: Der Biker und sein Radl müssen vor der Abfahrt erst einmal nach oben. Besonders robuste Downhill-Bikes, auf den es bergab den meisten Spaß macht, sind sehr müßig nach oben zu schieben oder zu tragen. Shuttle-Möglichkeiten und Seilbahnen sind eine angenehme, aber nicht überall verfügbare Möglichkeit. Eine sehr interessante und vielseitig einsetzbare Alternative sind EGO-Kits – Ein Antrieb, der 2010 von den fünf Freeridern entwickelt wurde. Die Umsetzung folgte nach den besten Möglichkeiten für ihr höchstes Ziel: Fahrspaß mit dem Bike. Das hat schnell unser Interesse geweckt und wir waren gespannt ein EGO-Kit für euch zu testen.

Anders als an den bekannten Elektrorädern handelt es sich hier nicht um Pedelecs, sondern um einen eigenständigen Antrieb. Also Vortrieb, ganz ohne einmal in die Pedale zu treten. Dazu drehen wir einfach am Gashahn. Richtig gehört, ähnlich wie bei einem Grip-Shift Hebel wird hier das Gas geregelt. Geschaltet wird über die herkömmliche Schaltung an Bike. Befestigt wird der Mittelmotor am Unterrohr im Tretlagerbereich. Dadurch liegt der Schwerpunkt zentral und tief im Rahmen. Für die Montage eines EGO-Kits kommen rund 70 Prozent der Bikes am Markt in Frage – auch Carbon-Rahmen stellen kein Problem dar.

 //Der robuste Motorblock

 //Die „Double Ego“-Halterung wird direkt in den Rahmen geschraubt

 //Due „ClassicEGO“-Halterung ist kompatibel mit 70 Prozent der Bikes am Markt

Es gibt drei Montagevarianten: „ClassicEGO“ – klassischer U-Hauptträger aus Edelstahl, „DoubleEGO“ – 2-Achs Aufnahme und „RockerEGO“ – wird zusammen mit dem Suspension-rocker angeschraubt. Alle EGO Kits können nachträglich wieder entfernt und auch das Bike ohne Beschädigung zurück gebaut werden. Die „ClassicEGO“ und „RockerEGO“ Variante sind in zwei Minuten demontiert, für die „DoubleEGO“ braucht es noch weniger. Die „DoubleEGO“-Halterung wird die direkt in den Rahmen geschraubt wird. Dazu bedarf es einem speziellen Umbau am Rahmen und einige Gegebenheiten müssen erfüllt werden: Unterrohrform, Rahmenwandstärke und 7005er Aluminium. Die „DoubleEGO“-Halterung kostet circa 500,- Euro, darüber hinaus lässt sich die Lackierung auswählen und weitere optische Tunings sind möglich. Vorteil beim „DoubleEGO“: Der Motor sitzt etwas höher, so besteht weniger die Gefahr auf zusetzen und der Motor ist in sage und schreibe 45 Sekunden Demontiert – ideal für den Bikepark-Besuch, so hat man ein Bike für alles. Sprich das Bike bekommt zwei Egos. Die Krafteinwirkungen der Motor-Achsen am Rahmen haben die Jungs von EGO in Zusammenarbeit mit der TU-Wien in einer Masterarbeit mittels FEM-Analyse, Labor- und Praxistests erforscht: Der Bereich des Unterrohrs ist mit Zug-, Druck- und Verdreh-Kräften nicht erheblich gefordert, lediglich an der rechten Kettenstrebe treten durch den verstärkten Kettenzug des Motors etwa 50 Prozent höhere Kräfte gegenüber dem Normalbetrieb aus reiner Beinkraft auf. Bei ruppigen Fahrten im Gelände oder einem Drop sind Belastungen um ein vielfaches höher.

Es sind zwei Motorenvarianten erhältlich: Ein Kleiner mit 2400 Watt Maximalleistung und ein Großer mit 3400 Watt Maximalleistung. Das Planetengetriebe liefert bei Steigungen ein hohes Drehmoment von bis zu 130 Newtonmetern. Bei so viel Power stellt sich unweigerlich die Frage: Ist das legal? In Deutschland sind Kleinkrafträder, die über 25 km/h aus eigenem Antrieb erreichen, mit einem Versicherungskennzeichen zu versehen, wie man sie von Mopeds kennt. Da wir Mountainbiker in der Regel nicht am Straßenverkehr teilnehmen, betrifft uns das weniger. Doch auch im Wald ist es „leider“ nicht legal. Im Übrigen gilt das auch für Pedelecs mit Motoren über 250 Watt bzw. einer Tretunterstützung über 25 km/h. Gewissermaßen befindet man sich in einer Grauzone und sollte, ob legal oder nicht, mit besonderer Vorsicht unterwegs sein. Die Mountainbiker sind ohnehin schon einigen Waldnutzern ein Dorn im Auge. Bitte verschlimmert die Situation nicht weiter. Wir haben möglichst versucht dort zu fahren, wo wenig Fußvolk unterwegs ist. Wir sind bei Passanten vom Gas gegangen oder haben den Motor teilweise sogar ganz abgestellt, um Diskussionen zu vermeiden. EGO bietet zwar auch eine StVO-konforme Variante an – aber mehr Spaß macht das 3400W Kit. In Teilen Österreichs wird die Sache recht locker gesehen und es gibt Zuspruch – sogar die Salzburger Bergwacht ist bereits mit EGO-Kits unterwegs.

 //Der Stecker am Bike ist geschickt unter dem Sattel befestigt

//Der Totmannstecker kann einem in brenzligen Situationen den Allerwertesten retten

 //Akkukapazitätsanzeige und Gashahn

Der fette Akku-Pack mit 51V/ 17,5 Ah wiegt 6,9 Kilogramm. Zum Glück verschwindet der Klotz im mitgelieferten Evoc Rucksack mit Rückenprotektor und zusätzlicher Polsterung, da die Lithium Mangan Batterie ein wenig unförmig ist. Kommt noch eine Flasche Wasser, Schläuche, Essen, Reparaturset, Pumpe und Erste-Hilfe-Set dabei, ist der Rucksack sehr schwer. Der große Spaß, den die EGO Kits machen, lassen das schnell wieder vergessen. Außerdem bietet EGO auch einen etwas kleineren und leichteren 43V/ 12,5 Ah Akku an. Die Akkus haben eine sehr hohe Lebensdauer von circa 1500 Ladungen. Ein Memory-Effekt soll ausgeschlossen sein. Kein Wunder dass ein neuer Akku-Pack richtig viel Geld kostet. Für den großen Akku werden 1.850 Euro fällig, der kleine kostet 1250,- Euro. In einer Gefahrensituation, wie bei einem Sturz, löst sich die Steckverbindung von Akku und Motor durch den Zug selbstständig. Der high-end Akku ist mit einem integriertem „Battery-Managementsystem“ auf Controller und Motor speziell abgestimmt. Die Ladezeit für die Schnellladung beträgt drei Stunden. Wie lange der Akku hält, hängt stark von der Beanspruchung ab, hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Unter optimalen Bedingungen soll die große Batterie für bis zu 100 Kilometer in der Ebene oder 2000 Höhenmeter halten. Wir waren „leider“ auf den Fahrspaß aus und immer sportlich unterwegs. Ergebnis: Die Akkus waren nach etwa der Hälfte platt.

// Der 6,9 Kilo schwere Akku belagert den komplette Rucksack

Durch den Motorfreilauf gibt es beim normalen Pedalieren keinen Widerstand. So lässt sich das Bike entweder alleine Treten, mit Unterstützungen oder komplett ohne zu Pedalieren. Wenn auch nicht unbedingt nötig, lässt sich das EGO Kit auch zusammen mit einem Umwerfer montieren, sinnvoll ist lediglich eine Kettenführung.

Um den Verschleiß etwas einzudämmen bietet EGO auch eine 10-Fach Power Chain an, die eine hohe Verdrehsteifig- und Zugfestigkeit bieten soll. Insgesamt ist die Abnutzung an den Verschleißteilen etwas höher, aber das erklärt sich von selbst: Wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Aber der Spaß ist es Wert und es lohnt sich allemal: Bergab läuft die Kiste tatsächlich 70 Sachen! In der Ebene 50 km/h und bergauf etwa 30, je nach Steigung. Mit solcher Power lässt sich eine Menge Unsinn anstellen: Wheelie aus dem Stand, Burnout, Donut drehen – alles kein Problem! Das macht alles einen Riesenspaß, aber das EGO Kit lässt sich natürlich auch sinnvoll nutzen. Eben um den Berg zu bezwingen. Ja, klingt total faul, wir wissen es. Aber überlegt euch mal wie geil es ist, die Hausrunde in der gleichen Zeit dreimal zu fahren. Oder für den 15 Minuten Downhill 40 Minuten den Berg hoch heizen, statt 3,5 Stunden mit schieben, schwitzen und tragen zu verbringen und schon erschöpft oben anzukommen. Außerdem macht die Bergfahrt plötzlich Spaß – nicht nur geradeaus, sondern auch bergauf. Das heißt nicht, dass es nicht anstrengend und langweilig ist. Im Gegenteil. Besonders wenn ihr einen Trail nach oben fahrt, sind besonders Balance und ein wenig Übung gefragt – das fordert Körperspannung und strengt an. Im Trial-Modus ergeben sich völlig neue und spaßige Möglichkeiten den Gipfel zu erklimmen. Bergab geht’s dann wie gehabt ohne Unterstützung, wie mit einem ganz normalen Downhill-Bike, nur eben mit 5,5 Kilogramm mehr. Kein Vorteil ohne Nachteil. Zum Glück liegt das Gewicht mittig und tief im Bike. Das EGO Kit schafft mit der richtigen Fahrtechnik Anstiege mit bis zu 80 Prozent Steigung – das sind 40 Grad, mehr geht mit Muskelkraft auch nicht.

Für das große EGO Kit mit 3400 Watt aus unserem Test werden 3.998,- Euro fällig. Ziemlich teuer auf den ersten Blick, doch dafür bekommt ihr eine Menge geboten: Motor mit Planetengetriebe, Adapter zur Befestigung des Motors, komplette Verkabelung, Batterie, Ladegerät, Rucksack, Freilaufkurbel mit Kettenblatt, Innenlager und Kette, Controller mit Halterung und Twist Grip mit Ladeanzeige. Klar kann man sich für den Preis auch zwei billige Bikes kaufen, mehr Spaß werdet ihr womöglich mit dem EGO Kit haben. In Anbetracht des starken und teuren Akkus und des kraftvollen Motors, finden wir den Preis gerechtfertigt.

Fazit: Am „EGO Kit 3400“ haben uns der brachiale Vortrieb und die damit verbundenen Möglichkeiten sehr gut gefallen. Zwar wiegen die Teile am Bike nur 5,6 Kilogramm, trüben aber trotzdem die Fahreigenschaften. Gerade heute wo Bikes über 20 Kilo längst der Vergangenheit angehören. Dennoch macht das EGO Kit aus dem Bike eine Fun-Maschine. Egal ob bergauf oder in der Ebene bringt der EGO-Antrieb ein gigantischer Spaßfaktor hervor und das zählt.

 

Pro: Leistung, Vortrieb, gigantischer Spaßfaktor, Sicherheit, Akku im Rucksack

Contra: Mehrgewicht am Bike, unförmiger, schwerer Akku

 

Unverbindliche Preisempfehlung: ab 2.699,- € (EGO-Kit 2400), 3.998,- € (EGO-Kit 3400 wrp)  |Gewicht: 3,2 kg Motor, 5,5 kg am Bike, 5,1 kg Akku im Rucksack (EGO-Kit 2400) / Gewicht: 3,3 kg Motor, 5,6 kg am Bike, 6,9 kg Akku im Rucksack (EGO-Kit 3400 wrp) | Größen: supershort, short, long, narrow, wide, banana | Montage: ISCG 03, ISCG 05, BB Adapter | Material: stainless Steel, Aluminium, Carbon | Farbe: Steel, Black, anodized Orange, Carbon

www.ego-kits.com

 

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PM: Enduro World Series 2017 – Hill und Ravanel sind unsere neuen Weltmeister.

Zum fünften Mal fand die Enduro World Series in Finale Ligure (Italien) statt und lieferte einen fantastischen Abschluss der Saison.

Schon im Vorfeld waren alle Augen auf den Kampf um den Titel der Herren gerichtet. Ein direktes Kopf an Kopf Rennen zwischen der Legende SAM HILL (Chain Reaction Cycles Mavic) und dem jungen Franzosen ADRIEN DAILLY (Lapierre).

Sam führte den ganzen Tag , aber Adrien drängte ihn an seine Grenzen, sodass zwischenzeitlich nur noch 3.Sek. zwischen den beiden Fahrern lagen. Das hieß also: Spannung pur.

Am Ende jedoch spielten Hill´s stärken ihn in seine Karten und Platz 3 reichte, um seinen Titel ENDURO WORLD SERIES CHAMPION zu sichern.

Enduro World Series – Sam Hill

Sam Hill: “ Es waren echt harte Renntage, ich habe einfach versucht, sauber und konsequent eine gute Zeit zu fahren. Nächstes Jahr komme ich wieder und werde meinen Titel verteidigen.“

 

Absolut keine Überraschung gab es bei den Frauen. Wie bereits zuvor feststand, verteidigte CECILE RAVANEL(Commencal Vallnord Enduro Team) ihren Weltmeistertitel für ein weiteres Jahr.

Enduro World Series – Cecile Ravanel

Cecile Ravanel: „Ich bin so Glücklich, den Titel das zweite Jahr in Folge zu gewinnen, das bedeutet mit echt eine Menge. Es war ein super hartes Rennen. Aber der perfekte Weg, um die Saison zu beenden.“

 

Alle Ergebnisse und Bilder findet ihr natürlich unter: www.enduroworldseries.com

PM: Enduro World Series 2017

Zum bereits fünften Mal veranstaltet das „Finale Outdoor Resort“ das abschließende Rennen der Saison.

In diesem Jahr werden die Fahrer völlig neues Gebiet erkunden, der erste Renntag führt sie über die Trails in Val Maremola, Lonaund Pietra Ligure. Ebenfalls neu ist der Start der ersten Stage vom Mount Carmo, der höchsten Spitze der Provinz.

Enduro World Series

 

An den Start gehen 500 Fahrer, das Rennen verteilt sich über 2 Tage, 7 Stages und 100 Km. Genug, um die härtesten Fahrer zu testen. Und zu sehen, wie Körper und Bike im Einklang sind.

Enduro World Series
Enduro World Series
Enduro World Series – JARED GRAVES

Für zwei Fahrer könnten die Einsätze dieses Wochenende nicht höher sein. Eine ganze Saison harte Arbeit und jetzt die Chance als Weltmeister gekrönt zu werden.

Legende SAM HILL (Chain Reaction Cycles Mavic)  wird mit dem jungen Franzosen ADRIEN DAILY (Lapierre), Kopf an Kopf um den Titel der Männer kämpfen. HILL´S Führung von 110 Punkten bedeutet also, dass er sich keine Sekunde Entspannung leisten kann dieses Wochenende.

 

Enduro World Series – SAM HILL

 

Bei den Frauen hat sich CECILE RAVANEL (Commencal Vallnord Enduro Team) bereits den Titel für das zweite Jahr in Folge gesichert. Doch der Kampf um den zweiten Platz könnte nicht spannender werden. KATY WINTON  (Trek Factory Racing Enduro Team) und ISABEAU COURDURIER (SUNN) sind momentan bei 2070 Punkten, nur 50 Punkte dahinter ist INES THOMA (Canyon Factory Enduro Team). Auch ANITA GEHRIG (Ibis Cycles Enduro Race Team) hat mit einem guten Rennen noch die Chance, die Saison unter den Top 3 zu beenden.

Bei den U21 Fahrern kann sich KILIAN CALLAGHAN mit einer unglaublichen Jahreszeit dieses Wochenende entspannen, denn hier ist bereits jetzt klar, das er den Weltmeistertitel mit nach Hause nehmen wird. Bei den U21 Frauen sieht es ähnlich aus. Mit MARTHA GRILL´s ganzjährigen konsistenten Ergebnissen festigt sie sich schon jetzt ihren Platz in den Geschichtsbüchern.

Chris Ball, Geschäftsführer der Enduro World Series, sagte: “ Es gibt keinen besseren Ort, um eine so unglaubliche Saison mit diesem Höhepunkt zu beenden, als an den Ufern des Mittelmeeres.“

Enduro World Series
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Enduro World Series

Live-Timing sowie Renn-Ergebnisse findet ihr natürlich hier: www.enduroworldseries.com/live

 

 

 

TEST: Bergamont – „Encore Team”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Das „Encore“ ist Bergamonts jüngstes Enduro-Baby. Der Rahmen wird in Hybrid-Bauweise aus Aluminium und Carbon hergestellt. Der Hauptrahmen ist aus wärmebehandeltem, dreifach-konifierziertem Aluminium, Kettenstreben und Umlenkung sind aus Carbonfaser. Mit 165 Millimeter Federweg im Hinterbau schließt das „Encore“ die Lücke zwischen „Trailster“ und dem ganz großen „Straitline“-Downhill-Bike. Die Geometrie ist modern und ausbalanciert, auf Race getrimmt, aber dennoch fühlt sich auch der Hobbyfahrer auf Anhieb wohl. Für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild, verlaufen die gesamten Züge durch den Rahmen – dank Führungen im Rahmen klappert nichts. Das Bike wird in flacher Position ausgeliefert, erlaubt aber via Flip-Chip eine Geometrieveränderung. Dabei hebt sich das Tretlager auf -4,8 Millimeter, der Lenkwinkel steigt auf 65,7 Grad und der Sitzwinkel auf 76,1 Grad. Das Rad kommt zwar mit einem 1×11-Aufbau, besitzt aber eine Montagemöglichkeit für einen Direct-Mount-Umwerfer.

Die Ausstattung an der Team-Version ist ready to race. Die Manitou „Mattoc Pro“ bietet eine Menge feiner Einstellmöglichkeiten. Mit Hauptluftkammer aus der „Dorado“ und der neuen „Infinite Rate Tune“ hat uns die Gabel im „Encore“ positiv überrascht. Die neue „IRT“-Kartusche erlaubt es den mittleren Federweg abzustimmen – unabhängig von der Endprogression. So lässt sich der Federweg sehr gut nutzen, bei gleichzeitig gutem Ansprechverhalten. Am Hinterbau arbeitet der bekannte Rock Shox „Monarch Plus RC3“ – bergab super, bergauf leider nicht ruhig zu bekommen. Bergamont verbaut am „Encore“ den griffigen Alleskönner „High Roller 2“ von Maxxis. Unser Testbike in der höchsten Ausstattungsvariante, bringt ohne Pedale angenehm leichte 13,55 Kilo auf die Waage.

Das Bike bietet eine gute Traktion im Uphill, doch bei längeren Anstiegen stört der wippende Hinterbau, der selbst nach Ruhigstellung des Dämpfers munter weiter wippt. Bei der Abfahrt funktioniert alles so, wie es soll: Das Fahrwerk verrichtet souverän seinen Dienst und die Geometrie lässt den Piloten auch in steilen, ruppigen Passagen nicht im Stich. Das „Encore“ liegt satt und flach auf dem Trail, liebt hohe Geschwindigkeit und bügelt ohne Probleme überall runter. Enge Turns und Manual-Einlagen sind kein Problem. Ebenfalls macht das Superenduro im Bikepark eine gute Figur. Natürlich ist ein Enduro im Bikepark immer ein Kompromiss, doch für Leute, die sich dafür kein zweites Bike zulegen möchten, ist der Alleskönner genau richtig. Ebenso kann man mit dem „Encore Team“ out of the Box bei einem Enduro World Series Rennen an den Start gehen. Neben der Team-Version ist das „Encore“ noch in zwei günstigeren Varianten erhältlich, das 9.0er kostet 3.799,- Euro, das 8.0er gibt’s schon für 3.199,- Euro.

// Die Manitou „Mattoc Pro“ bietet gute Einstellmöglichkeiten
// Der abgestützte Eingelenker-Hinterbau funktioniert prima
// Grad Lenkwinkelveränderung via Flip-Chip

Fazit: Das Bergamont „Encore Team“ ist eine Rennmaschine mit hohem Spaßfaktor. Bergab lädt es zu Vollgas ein und überzeugt mit einer gelungenen Geometrie. Lediglich bergauf störte uns etwas das ständige Wippen, wo auch die Ruhigstellung des Dämpfers keine große Abhilfe schaffte.

Pro:

  • Laufruhig
  • Spaßgarantie
  • Geometrie

Contra:

  • wippt bergauf

Unverbindliche Preisempfehlung: 4.499,- € (Komplettrad) | Größen: S, M, L, XL | Gewicht: 13,55 kg | www.bergamont.com

PM: Schau dich um beim Red Bull District Ride – in 360° Grad und „Matrix Super Slow-Motion“

Erlebe den Red Bull District Ride, wie ihn selbst die 94.000 Zuschauer live vor Ort noch nicht gesehen haben! Tauche ein in die Perspektive der Fahrer, lass dich in den Bann des Virtual Reality Clips ziehen: Track-Designer und Slopestyle-Legende Martin Söderström wird vom Spanier Bienvenido Aguado Alba durch die mittelalterlichen Gassen von Nürnberg gejagt. Das Trio, das durch den beinharten Briten Tom Isted komplettiert wurde, präsentiert den einzigartigen Kurs aus noch nie da gewesener Perspektive und mit innovativer Kameratechnik: 

Die spektakuläre Fahrt der drei Athleten vor zehntausenden Zuschauern wurde mit einer 360° Helmkamera eingefangen, die den Fans nun ein phänomenales Erlebnis beschert. Zum ersten Mal überhaupt gibt es einen POV Run beim Red Bull District Ride nicht nur in 360 Grad sondern auch mit „Matrix-Flair“: Dank etlicher „Super-Slow-Motions“, erlebt man den spektakulären Kurs und die Stimmung der tobenden Zuschauermenge in der Nürnberger Altstadt nahezu ähnlich, wie die Fahrer selbst. Damit wird das Adrenalin der Rider und die schier unfassbare Höhe der Tricks nahezu greifbar. Taucht ein in die Welt der Slopestyle-Athleten und lasst euch vom Mountainbike-Fieber anstecken!

Emil Johansson of the Sweden performs during the finals of the Red Bull District Ride 2017 in Nuremberg, Germany on September 2nd, 2017
©Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

Hier gibt es alle Informationen zum Red Bull District Ride 2017: redbulldistrictride.com

Copyright © Sebastian Marko / Red Bull Content Pool

TEST: MRP – „Stage”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #035 [November & Dezember 2016]

Im ersten Moment hat man bei dem Namen MRP wohl nur Kettenführungen im Sinn. Doch neben Kettenblättern, Kurbeln und Lenkern bietet MRP auch Dämpfer und Federgabeln an und das schon eine ganze Weile.

 

MRP hat den Namen White Brothers etwas über zehn Jahre in Lizenz gehabt und vor etwa vier Jahren angefangen eigene Federgabeln zu entwickeln. Optisch sieht die Gabel mit der klobigen Gabelbrücke eher nach einem Schwergewicht aus – ist sie aber mit knapp über zwei Kilo bei weitem nicht. Die Gabelbrücke bietet jedoch reichlich Angriffsfläche für Dreck, die sich bei schlechtem Wetter gerne mit Matsch zusetzt. In Deutschland wird die Gabel mit MRP-typischen Orange-Grau-Schwarz-Decals ausgeliefert. Ein Sache, die sicher vielen gefallen wird: Die Decals sind in vielen Farbvarianten erhältlich und außerdem lassen sich alle Aufkleber entfernen – so ist auch ein cooler „Stealth-Look“ möglich.

Über eine Kunststoff-Halterung wird die Bremsleitung sicher am Reifen vorbei geführt. Die „Stage“ lässt sich in 10 Millimeter Schritten von 170 auf 140 Millimeter herab traveln. Die Einstellknöpfe lassen sich gut bedienen und sind sehr klar definiert. Rechts oben sitzt die Druckstufe mit acht Klicks von butterweich bis knüppelhart. Unten rechts die Zugstufe mit 18 Einrastpunkten. Links unten wird die Luft eingefüllt und oben wieder abgelassen. Ja richtig: Oben links sitzt die „Ramp Control“-Einheit – damit reguliert man die Endprogression in 16 Stufen. Bewirkt also das Gleiche wie die Tokens bei anderen Herstellern, nur lässt sich an der „Stage“ die Einstellung jederzeit extern einfach einstellen – coole Sache. Es ist extrem wichtig nach dem Einfüllen der Luft unten durch das Ventil einmal kurz den Luftablassknopf oben am „Ramp Control“ zu drücken. Die Luft darf auch nur über diesen Knopf abgelassen werden. Beim Ablassen über die Gabelpumpe würde kein Ausgleich zwischen den beiden Luftkammern stattfinden. Passiert es doch einmal, muss man die komplette Luft über den Ventil-Knopf am „Ramp Control“ ablassen und anschließend unten wieder aufpumpen.

Über das obere Ventil wird auch der Negativfederweg ausgelotet, denn der Knopf ist ohne Abdeckung frei zugänglich. Das erzählt man aber am besten nicht den Kumpels, die zu dummen Scherzen aufgelegt sind. Mit Hilfe einer Infokarte, die an der Gabel hängt, ist schnell das Grundsetup gefunden.

Auch gefällt uns, dass auf der Gabel ein Aufkleber ist mit der Anzahl an möglichen Klicks für die jeweiligen Einstellungen. So muss man anfangs nicht komplett durchklicken, um herauszufinden wie viele Klicks die Einstellung erlaubt. Über das „Ramp Control“ lässt sich die Gabel im Handumdrehen progressiver stellen und sorgt in steilen Passagen dafür, dass man nicht zu tief im Federweg hängt. Auf der Abfahrt punktet die Gabel mit super sensiblem Ansprechverhalten, dabei taucht die Gabel nie zu weit ein, sondern fühlt sich kräftig und lebendig an, auch im mittleren Federweg. Das sorgt für eine hervorragende Traktion und jede Menge Freude.

Bei Absätzen sackt die Gabel nicht weg, nutzt aber effektiv den Federweg. Der Einsatzbereich mit 140 – 170 Millimeter ist breit gefächert. Selbst im Bikepark macht die Gabel eine gute Figur und braucht sich vor den Konkurrenz-Modellen nicht verstecken – im Gegenteil. Einzig die Steckachse lässt sich etwas bemängeln: Man muss mit der zweiten Hand die Mutter beim Festziehen fixieren, sonst dreht sie sich mit. Das hat aber auch den Vorteil, dass der Schnellspannhebel so immer exakt ausgerichtet werden kann – leider aber auch immer wieder aufs Neue.

// Die „Ramp Control“-Einheit mit Luftablassknopf

 

 

// Die klobige Gabelbrücke sammelt Matsch vom Vorderrad

 

Fazit: Die MRP „Stage“ ist viel zu unbekannt. Was Preis und Leistung der Gabel angeht, braucht sie sich nicht vor der Konkurrenz verstecken, teilweise übertrumpft sie diese sogar. Uns konnte die Gabel mit ihrer stimmigen Dämpfung und sinnvollen Einstellmöglichkeiten überzeugen. In der Steckachse steckt noch Verbesserungspotential.

Pro:

  • Stimmige Dämpfung
  • „Ramp Control“-Funktion

Contra:

  • Steckachse
  • Gabelbrücke dürfte schlanker ausfallen

Unverbindliche Preisempfehlung: 1049,- € | Farben: Black| Gewicht: 2032 g | Federweg: 170 mm | Einstellungen: Intern travel via Spacer 140 mm – 170 mm, 8 Druckstufe, 18 Zugstufe, Federhärte, 16 Klicks Ramp Control |Modellvariante: 26“/ 27,5, 29“ Scheibenbremsaufnahme: Postmount 180 mm (max. 203 mm)

www.everday26.com

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Schutz am Rücken, an den Schulter und am Brustkorb sorgen für erhöhte Sicherheit auf dem Bike. Wir haben uns für euch den „Bearsuit Pro Shirt“ Oberkörperschutz von Sweet Protection für euch näher angeschaut.

 

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