Test: Easy GOing – Mit 3400 Watt bergauf

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #031 [ März & April 2016]

 

EGO – „Kit 3400 wrp”

Hinter der Marke EGO stehen fünf Jungs die seit etlichen Jahren in der Mountainbike und Automotive Branche aktiv sind. Den größten Spaß haben sie bei der Abfahrt – Gravity Biker eben. Nur leider bleibt da immer die Schattenseite: Der Biker und sein Radl müssen vor der Abfahrt erst einmal nach oben. Besonders robuste Downhill-Bikes, auf den es bergab den meisten Spaß macht, sind sehr müßig nach oben zu schieben oder zu tragen. Shuttle-Möglichkeiten und Seilbahnen sind eine angenehme, aber nicht überall verfügbare Möglichkeit. Eine sehr interessante und vielseitig einsetzbare Alternative sind EGO-Kits – Ein Antrieb, der 2010 von den fünf Freeridern entwickelt wurde. Die Umsetzung folgte nach den besten Möglichkeiten für ihr höchstes Ziel: Fahrspaß mit dem Bike. Das hat schnell unser Interesse geweckt und wir waren gespannt ein EGO-Kit für euch zu testen.

Anders als an den bekannten Elektrorädern handelt es sich hier nicht um Pedelecs, sondern um einen eigenständigen Antrieb. Also Vortrieb, ganz ohne einmal in die Pedale zu treten. Dazu drehen wir einfach am Gashahn. Richtig gehört, ähnlich wie bei einem Grip-Shift Hebel wird hier das Gas geregelt. Geschaltet wird über die herkömmliche Schaltung an Bike. Befestigt wird der Mittelmotor am Unterrohr im Tretlagerbereich. Dadurch liegt der Schwerpunkt zentral und tief im Rahmen. Für die Montage eines EGO-Kits kommen rund 70 Prozent der Bikes am Markt in Frage – auch Carbon-Rahmen stellen kein Problem dar.

 //Der robuste Motorblock

 //Die „Double Ego“-Halterung wird direkt in den Rahmen geschraubt

 //Due „ClassicEGO“-Halterung ist kompatibel mit 70 Prozent der Bikes am Markt

Es gibt drei Montagevarianten: „ClassicEGO“ – klassischer U-Hauptträger aus Edelstahl, „DoubleEGO“ – 2-Achs Aufnahme und „RockerEGO“ – wird zusammen mit dem Suspension-rocker angeschraubt. Alle EGO Kits können nachträglich wieder entfernt und auch das Bike ohne Beschädigung zurück gebaut werden. Die „ClassicEGO“ und „RockerEGO“ Variante sind in zwei Minuten demontiert, für die „DoubleEGO“ braucht es noch weniger. Die „DoubleEGO“-Halterung wird die direkt in den Rahmen geschraubt wird. Dazu bedarf es einem speziellen Umbau am Rahmen und einige Gegebenheiten müssen erfüllt werden: Unterrohrform, Rahmenwandstärke und 7005er Aluminium. Die „DoubleEGO“-Halterung kostet circa 500,- Euro, darüber hinaus lässt sich die Lackierung auswählen und weitere optische Tunings sind möglich. Vorteil beim „DoubleEGO“: Der Motor sitzt etwas höher, so besteht weniger die Gefahr auf zusetzen und der Motor ist in sage und schreibe 45 Sekunden Demontiert – ideal für den Bikepark-Besuch, so hat man ein Bike für alles. Sprich das Bike bekommt zwei Egos. Die Krafteinwirkungen der Motor-Achsen am Rahmen haben die Jungs von EGO in Zusammenarbeit mit der TU-Wien in einer Masterarbeit mittels FEM-Analyse, Labor- und Praxistests erforscht: Der Bereich des Unterrohrs ist mit Zug-, Druck- und Verdreh-Kräften nicht erheblich gefordert, lediglich an der rechten Kettenstrebe treten durch den verstärkten Kettenzug des Motors etwa 50 Prozent höhere Kräfte gegenüber dem Normalbetrieb aus reiner Beinkraft auf. Bei ruppigen Fahrten im Gelände oder einem Drop sind Belastungen um ein vielfaches höher.

Es sind zwei Motorenvarianten erhältlich: Ein Kleiner mit 2400 Watt Maximalleistung und ein Großer mit 3400 Watt Maximalleistung. Das Planetengetriebe liefert bei Steigungen ein hohes Drehmoment von bis zu 130 Newtonmetern. Bei so viel Power stellt sich unweigerlich die Frage: Ist das legal? In Deutschland sind Kleinkrafträder, die über 25 km/h aus eigenem Antrieb erreichen, mit einem Versicherungskennzeichen zu versehen, wie man sie von Mopeds kennt. Da wir Mountainbiker in der Regel nicht am Straßenverkehr teilnehmen, betrifft uns das weniger. Doch auch im Wald ist es „leider“ nicht legal. Im Übrigen gilt das auch für Pedelecs mit Motoren über 250 Watt bzw. einer Tretunterstützung über 25 km/h. Gewissermaßen befindet man sich in einer Grauzone und sollte, ob legal oder nicht, mit besonderer Vorsicht unterwegs sein. Die Mountainbiker sind ohnehin schon einigen Waldnutzern ein Dorn im Auge. Bitte verschlimmert die Situation nicht weiter. Wir haben möglichst versucht dort zu fahren, wo wenig Fußvolk unterwegs ist. Wir sind bei Passanten vom Gas gegangen oder haben den Motor teilweise sogar ganz abgestellt, um Diskussionen zu vermeiden. EGO bietet zwar auch eine StVO-konforme Variante an – aber mehr Spaß macht das 3400W Kit. In Teilen Österreichs wird die Sache recht locker gesehen und es gibt Zuspruch – sogar die Salzburger Bergwacht ist bereits mit EGO-Kits unterwegs.

 //Der Stecker am Bike ist geschickt unter dem Sattel befestigt

//Der Totmannstecker kann einem in brenzligen Situationen den Allerwertesten retten

 //Akkukapazitätsanzeige und Gashahn

Der fette Akku-Pack mit 51V/ 17,5 Ah wiegt 6,9 Kilogramm. Zum Glück verschwindet der Klotz im mitgelieferten Evoc Rucksack mit Rückenprotektor und zusätzlicher Polsterung, da die Lithium Mangan Batterie ein wenig unförmig ist. Kommt noch eine Flasche Wasser, Schläuche, Essen, Reparaturset, Pumpe und Erste-Hilfe-Set dabei, ist der Rucksack sehr schwer. Der große Spaß, den die EGO Kits machen, lassen das schnell wieder vergessen. Außerdem bietet EGO auch einen etwas kleineren und leichteren 43V/ 12,5 Ah Akku an. Die Akkus haben eine sehr hohe Lebensdauer von circa 1500 Ladungen. Ein Memory-Effekt soll ausgeschlossen sein. Kein Wunder dass ein neuer Akku-Pack richtig viel Geld kostet. Für den großen Akku werden 1.850 Euro fällig, der kleine kostet 1250,- Euro. In einer Gefahrensituation, wie bei einem Sturz, löst sich die Steckverbindung von Akku und Motor durch den Zug selbstständig. Der high-end Akku ist mit einem integriertem „Battery-Managementsystem“ auf Controller und Motor speziell abgestimmt. Die Ladezeit für die Schnellladung beträgt drei Stunden. Wie lange der Akku hält, hängt stark von der Beanspruchung ab, hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Unter optimalen Bedingungen soll die große Batterie für bis zu 100 Kilometer in der Ebene oder 2000 Höhenmeter halten. Wir waren „leider“ auf den Fahrspaß aus und immer sportlich unterwegs. Ergebnis: Die Akkus waren nach etwa der Hälfte platt.

// Der 6,9 Kilo schwere Akku belagert den komplette Rucksack

Durch den Motorfreilauf gibt es beim normalen Pedalieren keinen Widerstand. So lässt sich das Bike entweder alleine Treten, mit Unterstützungen oder komplett ohne zu Pedalieren. Wenn auch nicht unbedingt nötig, lässt sich das EGO Kit auch zusammen mit einem Umwerfer montieren, sinnvoll ist lediglich eine Kettenführung.

Um den Verschleiß etwas einzudämmen bietet EGO auch eine 10-Fach Power Chain an, die eine hohe Verdrehsteifig- und Zugfestigkeit bieten soll. Insgesamt ist die Abnutzung an den Verschleißteilen etwas höher, aber das erklärt sich von selbst: Wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Aber der Spaß ist es Wert und es lohnt sich allemal: Bergab läuft die Kiste tatsächlich 70 Sachen! In der Ebene 50 km/h und bergauf etwa 30, je nach Steigung. Mit solcher Power lässt sich eine Menge Unsinn anstellen: Wheelie aus dem Stand, Burnout, Donut drehen – alles kein Problem! Das macht alles einen Riesenspaß, aber das EGO Kit lässt sich natürlich auch sinnvoll nutzen. Eben um den Berg zu bezwingen. Ja, klingt total faul, wir wissen es. Aber überlegt euch mal wie geil es ist, die Hausrunde in der gleichen Zeit dreimal zu fahren. Oder für den 15 Minuten Downhill 40 Minuten den Berg hoch heizen, statt 3,5 Stunden mit schieben, schwitzen und tragen zu verbringen und schon erschöpft oben anzukommen. Außerdem macht die Bergfahrt plötzlich Spaß – nicht nur geradeaus, sondern auch bergauf. Das heißt nicht, dass es nicht anstrengend und langweilig ist. Im Gegenteil. Besonders wenn ihr einen Trail nach oben fahrt, sind besonders Balance und ein wenig Übung gefragt – das fordert Körperspannung und strengt an. Im Trial-Modus ergeben sich völlig neue und spaßige Möglichkeiten den Gipfel zu erklimmen. Bergab geht’s dann wie gehabt ohne Unterstützung, wie mit einem ganz normalen Downhill-Bike, nur eben mit 5,5 Kilogramm mehr. Kein Vorteil ohne Nachteil. Zum Glück liegt das Gewicht mittig und tief im Bike. Das EGO Kit schafft mit der richtigen Fahrtechnik Anstiege mit bis zu 80 Prozent Steigung – das sind 40 Grad, mehr geht mit Muskelkraft auch nicht.

Für das große EGO Kit mit 3400 Watt aus unserem Test werden 3.998,- Euro fällig. Ziemlich teuer auf den ersten Blick, doch dafür bekommt ihr eine Menge geboten: Motor mit Planetengetriebe, Adapter zur Befestigung des Motors, komplette Verkabelung, Batterie, Ladegerät, Rucksack, Freilaufkurbel mit Kettenblatt, Innenlager und Kette, Controller mit Halterung und Twist Grip mit Ladeanzeige. Klar kann man sich für den Preis auch zwei billige Bikes kaufen, mehr Spaß werdet ihr womöglich mit dem EGO Kit haben. In Anbetracht des starken und teuren Akkus und des kraftvollen Motors, finden wir den Preis gerechtfertigt.

Fazit: Am „EGO Kit 3400“ haben uns der brachiale Vortrieb und die damit verbundenen Möglichkeiten sehr gut gefallen. Zwar wiegen die Teile am Bike nur 5,6 Kilogramm, trüben aber trotzdem die Fahreigenschaften. Gerade heute wo Bikes über 20 Kilo längst der Vergangenheit angehören. Dennoch macht das EGO Kit aus dem Bike eine Fun-Maschine. Egal ob bergauf oder in der Ebene bringt der EGO-Antrieb ein gigantischer Spaßfaktor hervor und das zählt.

 

Pro: Leistung, Vortrieb, gigantischer Spaßfaktor, Sicherheit, Akku im Rucksack

Contra: Mehrgewicht am Bike, unförmiger, schwerer Akku

 

Unverbindliche Preisempfehlung: ab 2.699,- € (EGO-Kit 2400), 3.998,- € (EGO-Kit 3400 wrp)  |Gewicht: 3,2 kg Motor, 5,5 kg am Bike, 5,1 kg Akku im Rucksack (EGO-Kit 2400) / Gewicht: 3,3 kg Motor, 5,6 kg am Bike, 6,9 kg Akku im Rucksack (EGO-Kit 3400 wrp) | Größen: supershort, short, long, narrow, wide, banana | Montage: ISCG 03, ISCG 05, BB Adapter | Material: stainless Steel, Aluminium, Carbon | Farbe: Steel, Black, anodized Orange, Carbon

www.ego-kits.com

 

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MUST WATCH: Riding Berm Heaven! Action Clip mit Vinny-T im Bikepark Châtel

In diesem Jahr hat sich die Trailcrew des französischen Bikeparks inmitten der Alpen selbst übertroffen und perfekte Anlieger in malerischer Kulisse gebaut. In diesem Video lassen es die Scott-Teamfahrer Vincent Tupin und Kristoff Lenssens richtig krachen, also freut euch auf jede Menge Bikepark-Action, mit riesigen Anliegern und krassen Sprüngen.

PM: Local Race Action – Super Gravity NRW Cup im Bikepark Olpe am 30.6. und 1.7.

Nach dem Serienstart in Herdorf führt der zweite Stop der Serie nach Olpe. Rennschauplatz ist der bikeparkOE am Fahlenscheid, vielen auch bekannt als #liftistan.


Veranstalter des Rennens sind die frOErider, ihres Zeichens die Radsportabteilung des TV Olpe, die sich ehrenamtlich um den Bau und die Pflege des Parks kümmern und Ideengeber sowie Gründungsmitglieder des Gravity Cups sind. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, es gilt der Rennstrecke die nötige Würze zu verpassen – in Anbetracht der Größe des Hangs gar keine so einfache Aufgabe.


Los geht es am Samstag ab 11 Uhr mit der Ausgabe der Startnummern. 300 Meldungen liegen vor, somit sind Nachmeldungen leider nicht mehr möglich. Von 12 bis 18 Uhr haben dann alle gemeldeten Fahrer die Möglichkeit, im freien Training die perfekte Linie zu finden. Danach ist bei gutem Wetter die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man den Abend bei einer spontanen Whip-Session ausklingen lässt. Jedoch weiß jeder, der schon mal in Olpe war – man kann gespannt sein, was das Wetter dieses Jahr wieder an Überraschungen bereithält.

Am Sonntagmorgen ist von allen Fahrern ein Pflichttraining zu absolvieren, bevor ab 13 Uhr die Rennläufe starten. Im Anschluss werden die Sieger in den verschiedenen Kategorien U17, Herren, Senioren und Damen gekürt.

Fürs leibliche Wohl ist gesorgt, der Eintritt für Zuschauer ist frei und für die Teilnehmer besteht die Möglichkeit vor Ort zu campen.

Der Super Gravity Cup NRW findet mittlerweile zum fünften Mal statt. In diesen Jahren hat sich die Szene, die Region und ihre Bikespots rasant entwickelt. Enduro, E-Bike und Co. haben die Eventlandschaft mit neuen Formaten bereichert. Der IXS Downhillcup ist erwachsen geworden. Das Interesse am Bikesport und der Zulauf sind groß. Eigentlich wäre es umso wichtiger, Einsteigern, Jugendlichen und ambitionierten Hobbypiloten mit Formaten wie dem Super Gravity Cup eine Möglichkeit zu bieten, Rennluft zu schnuppern. Die Bereitschaft Rennen zu veranstalten ist aber leider gering. In diesem Jahr sind mit viel Mühe gerade mal 4 Rennen zustande gekommen. Interessenten für´s nächste Jahr melden sich bitte unter info@frOErider.de .

Hier der Zeitplan im Detail:

30.06.

11-14 Uhr Startnummernausgabe
12-18 Uhr freies Training

Im Anschluss Whip-Contest

01.07.

07-09 Uhr Startnummernausgabe
08-12:30 Uhr Pflichttraining
ab 13:00 Uhr Rennläufe

Im Anschluss Siegerehrung


Infos:
https://www.facebook.com/events/409699159457435/
http://froerider.de/super-gravity-nrw-cup/3-2018-mitten-im-sommer/
Bikeparkbetrieb(#liftistan): nur auf Ankündigung (Insta + fb : @froerider)

Mehr Infos zum BikeparkOE gibt es demnächst an gleicher Stelle. Bis zur offiziellen Genehmigung, die hoffentlich Ende 2018 stattfinden wird, öffnet der Lift nur gelegentlich. An allen anderen Tagen ist das Gelände auf eigene Gefahr zu benutzen, die Wegquerungen sind allerdings gesperrt. Das gilt auch für die Gaps.


Nicht vergessen vom 7.9. – 9.9. ist Rasenrennen9 – das karitative Downhillevent zu Gunsten des Elternvereins krebskranker Kinder Siegen e.V. #bepartofit

Interview: Airbags, Schnitzel und Rookie Spaß – Ein Interview mit den Goldstones

Bald geht der Rookie-Wahnsinn in Serfaus-Fiss-Ladis wieder los! Beim MTB-Festival Serfaus-Fiss-Ladis vom 30. Juli bis zum 5. August machen sich hunderte Jugendliche mit ihren Familien auf den Weg zu den drei Tiroler Dörfern. Einer von ihnen wird der 14-jährige Jackson Goldstone sein. Das Ausnahmetalent kehrt zurück, um beim „Rookie Camp“ an seinen Skills zu feilen, im Rahmen der „Kona Rookie Games“ Rennen zu fahren und vor allem jede Menge Spaß mit den anderen jungen Shreddern zu haben. Wir haben uns mit ihm und seinem Vater Ron übers Biken, über Wettkämpfe, Training und Schnitzel unterhalten.

 

Actiongeladener Highlight-Clip vom letztjährigen MTB-Festival Serfaus-Fiss-Ladis: 

 

Hi Jackson, Hi Ron. Wie geht es euch? Was war in den letzten Monaten bei euch los?

 

Jackson: 2018 war bisher überragend! Wir sind zum ersten Mal in Neuseeland gewesen, um ein bisschen zu fahren und uns Crankworx anzuschauen. Es ist wirklich ein richtig schönes Land. Gerade sind wir im Woodward West in Kalifornien, um ein wenig zu trainieren bevor der Sommer richtig losgeht.

 

Jackson, was hast du in den letzten Monaten Neues auf dem Bike gelernt?

 

Jackson: Momentan habe ich nicht viele neue Tricks. Ich fahre seit kurzem ein 24’’ Dirt Jump Bike, was sich ungewohnt anfühlt. Ich versuche das Erlernte jetzt auf dem größeren Bike umzusetzen. Es fühlt sich schon besser an, aber es wird noch ein wenig dauern, bis ich mich vollständig daran gewöhnt habe.

Wie gehst du vor, wenn du neue Tricks lernen willst? Hast du einen Coach, der dich in deiner Entwicklung voranbringt?

 

Jackson: Übung. Viel Übung. Meistens fange ich an, neue Tricks in die Schnitzelgrube oder auf Airbags zu probieren. Es dauert bis ich dann erstmals auf Dirt umsteige. Es kommt selten vor, dass ich einfach loslege. Ich versuche sicherzugehen, dass ich mich wohlfühle, bevor ich den nächsten Schritt mache. Es ist egal, wie viele Male man einen Trick in die Schnitzelgrube macht, das erste Mal auf Dirt ist immer nervenaufreibend. Ich glaube, ich lerne am meisten, wenn ich mit Jake Kinney in Woodward bin. Er hilft mir enorm, weil er für einen Fortschritt bei mir sorgt, ohne Druck auszuüben.

 

Wie sieht die Top 5 deiner „Bucketlist“ aus? Was willst du als nächstes im Petto haben?

 

Jackson: Hmm… Schwierige Frage… Ich glaube, dass ich vor allem die Tricks, die ich schon erlernt habe, konstanter landen möchte. Das ist ein guter Anfang. Ich finde Barspins sehr schwierig, aber auch sehr wichtig. Ich will wirklich daran arbeiten, sie besser hinzubekommen. Als nächstes würde ich gerne anfangen, mehr Tricks zu kombinieren – einen 360 Tailwhip oder 360 Tuck-No-Hander zum Beispiel.

Ihr werdet im August nach Österreich zurückkehren. Worauf freut ihr euch mehr? Schnitzel oder Kaiserschmarrn?

 

Jackson: Definitiv freue ich mich auf das Schnitzel im Brötchen, das sie unten im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis hatten. Wir haben uns das fast jeden Tag gegönnt (lacht).

 

Und auf welche Trails freut ihr euch besonders?

 

Ron: Auf den Frommestrail! Der ist genau mein Ding. Beeindruckende alpine Landschaft, flowige Kurven und lange Abfahrten. Das gibt es hier in Kanada nicht allzu oft, ohne dass man viel bergauf fahren muss. Das ist schon ein Highlight.

 

Jackson: Ich fand den Trail auch cool, aber der Supernatural Trail im Bikepark war auch mega spaßig. Ich glaube, sie haben dieses Jahr auch an dem Trail noch was verändert, also freue ich mich jetzt schon riesig darauf.

Jackson, du wirst dieses Jahr auch am „Rookie Camp“ während des MTB-Festival Serfaus-Fiss-Ladis teilnehmen und mit anderen jungen Shreddern über die Trails im und außerhalb des Bikeparks heizen. Was gefällt dir an solchen Camps?

 

Jackson: Es macht einfach Spaß, so viele andere Fahrer zu sehen und coole Dinge zu unternehmen. Es dreht sich auch nicht alles ums Biken. Es gibt BBQs und ich freue mich jetzt schon darauf, mit den Sommerrodelbahnen zu fahren. Das Einzige, was mir letztes Jahr Angst gemacht hat, war als ich aufstehen musste, um mich vorzustellen. Ich kann nicht so gut deutsch, also fühlte ich mich ein wenig doof. Aber es war sehr witzig und wir haben alle zusammen gelacht.

Du fährst ja schon auf einem Level, von dem viele noch träumen. Was können junge Mountainbiker in solchen Camps lernen und wo möchtest du dich verbessern?

 

Jackson: Danke! Ich finde es einfach super, mit anderen Kids oder Jugendlichen zu fahren. Man sieht jemand etwas ausprobieren und will es dann selbst auch. Es ist cool, wenn dann auch Coaches dabei sind, die einem Linien oder Techniken zeigen. Am besten ist es aber, in der Gruppe zu fahren. Ich will dieses Jahr vor allem an meiner Linienwahl arbeiten. Letztes Jahr waren wir mit Si Paton unterwegs und er meinte, dass man vielleicht 0,5 Sekunden an einem Sprung gutmachen kann, aber es gibt nur wenige davon. Wenn man allerdings in jeder Kurve 0,1 – 0,2 Sekunden schneller ist, summiert sich das und man erreicht eine schnellere Zeit.

 

Must watch! Jackson Goldstone und sein Vater Ron, zeigen wie Family-Biking in der Region Serfaus-Fiss-Ladis aussehen kann: youtu.be/8ulQX0tFVDQ

 

Ron, was denkst du bringen solche Camps den Kindern?

 

Ron: Ich sehe da zweierlei. Zum einen ist das “Rookie Camp” eine großartige Gelegenheit, andere Kids kennenzulernen und über einen längeren Zeitraum gemeinsame Erfahrungen zu machen. Jackson hat auch viel über Geographie gelernt und erfahren, wie man ohne eine Sprache zu können, dennoch kommunizieren kann. Er hat die Chance wahrgenommen, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen, die die gleiche Passion für’s Biken mitbringen und auch sonst vieles gemeinsam haben. Ich würde mir sehr wünschen, dass sich daraus langfristige Freundschaften entwickeln. Zum anderen bieten die Rennen ganz andere Benefits. Man sieht, wo man im Vergleich zu den anderen starken Fahrern steht, und lernt, wie man sich noch verbessern kann, um schneller zu werden. Da wo wir herkommen, gibt es jede Menge richtig schnelle Mountainbiker, also wollten wir mal sehen, ob Jackson auch mit Kids aus anderen Ländern mithalten kann. Letztes Jahr gelang ihm das. Ich habe außerdem festgestellt, dass Rennen in Europa ernsthafter betrieben werden und strukturierter sind. Es war eine sehr gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß.

Wie nimmst du als Vater Bike Festivals wie das in Serfaus-Fiss-Ladis wahr?

 

Ron: Das Beste dort ist, dass sich in dieser einen Woche wirklich alles nur um die jungen Kerle und Mädels dreht. Es ist meiner Meinung nach einzigartig im Vergleich zu anderen großen Festivals wie Crankworx oder Sea Otter. Dort können die Kids zwar die großen Stars treffen und Selfies machen, aber Serfaus-Fiss-Ladis macht einen großartigen Job und stellt die Kinder in den Mittelpunkt. Sie versuchen, den Kids das Gefühl zu geben, dass sie die “Pros” sind. Ein Live-Webcast, eine verlässliche Zeiterfassung, eine anspruchsvolle Strecke und ein internationales Feld an Teilnehmern sorgen wirklich für ein Weltcup-Feeling. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich den Namen “iXS International Rookies Championship“ zuerst etwas skeptisch wahrgenommen habe, aber jetzt wo wir schon mal da waren, muss ich sagen, dass es dem absolut gerecht wird.

 

Jackson, wie ist es mit Kids aus aller Welt Rennen zu fahren?

 

Jackson: Es war der Hammer! Mich haben vor allem die vielen unterschiedlichen Sprachen beeindruckt. Man hört so viele unterschiedlichen Personen sprechen, aber ich hatte keinen blassen Schimmer, was sie gesagt haben (lacht). Ich bin so viel es ging mit Ike Klassen aus Südafrika, Nuno Zuzarte Reis aus Portugal und den Kiefer Brüdern aus Deutschland gefahren. Ich glaube, dass ich mich mit Ike am besten verstanden habe, weil wir miteinander englisch sprechen konnten. Nuno und ich hatten ähnliche Startzeiten, sodass ich mit ihm auch Zeit verbracht habe. Ich hoffe, dass ich Ike vielleicht schon vor dem Camp treffen kann.

 

Anmeldung und generelle Infos findet ihr unter:

http://www.bike-sfl.at/de/bikepark/mtb-festival2018/generelle-infos

 

Ron, wie wichtig schätzt du es ein, dass man Spaß hat, andere junge Fahrer trifft und voneinander lernt?

 

Ron: Beim Mountainbiken konkurriert man meiner Meinung nach weniger gegen andere, sondern mehr gegen die Uhr. Du bist selbst dafür verantwortlich, wie du in einem Downhill-Rennen abschneidest. Es ist für alle von Vorteil, wenn möglichst viele gute Fahrer dabei sind, von denen man lernen kann und mit denen man zusammen fahren kann. Es gibt Strecken-Sektionen, wo Jackson anderen Kids etwas beibringen kann, aber es gibt genauso Abschnitte, wo er von anderen lernt. Ich glaube mein Standpunkt rührt aus Erfahrungen, die ich gemacht habe und aus dem BMX Racing. Ich sehe viele Kids, die mit sechs, sieben, acht Jahren fantastisch waren, aber von ihren Eltern zu sehr unter Druck gesetzt wurden. Damit kommen sie oft nicht klar und hören dann einfach mit dem Biken auf. Ich schätze mich sehr glücklich, dass Jackson so früh eine wirkliche Leidenschaft dafür entwickelt hat, sich seine eigenen Ziele setzt und selbst weiß, was ihm wichtig ist. Warum würde ich das torpedieren bzw. gefährden wollen, indem ich zu stark auf Resultate und Sponsoren schaue? Der Grund, weshalb Jackson beliebt ist, liegt in seiner Persönlichkeit. Es macht Spaß, mit ihm Zeit zu verbringen und seine Liebe für’s Biken ist zu 100% authentisch. Das wird ihn im Leben viel weiterbringen als eine Trophäe, weil er ein Rennen gewonnen hat.

TEST: Alternative zum Bike Rucksack? Deuter „Pulse Three“ im Test

Eigentlich ist Deuter ja eher für hochwertige Rucksäcke bekannt, doch in diesem Test stellen wir euch die neue Hüfttasche „Pulse Three“ vor. Welche Vorteile diese Tasche im Vergleich zu einem traditionellen Bike Rucksack hat und wo unserer Meinung nach ihr Einsatzbereich liegt, erfahrt Ihr in folgendem Video.

VIDEO: Royal Fest 2018 – Coursewalk mit Nico Vink

Das der sympathische Belgier und Ex-Worldcup-Racer Nico Vink ein Meister in Sachen Streckenbau ist, sollte vielen von Euch bereits bekannt sein. Doch dieses Jahr hat sich Nico beim Bau der Jumpline für das Royal Fest, einem Stopp der Fest Series in Frankreich, wieder ein mal selbst übertroffen und stellt Euch den Kurs in folgendem Video vor.

 

Alle weiteren Infos zum Royal Fest findet Ihr hier:

https://www.facebook.com/festseries/

TEST: Leichtes 3/4 Jersey „Stormrider“ von O’NEAL im Test

Wir haben in den letzten Wochen das neue „Stormrider“ Jersey aus dem Hause O’NEAL etwas genauer unter die Lupe genommen und es bei fast jedem unserer Rides dabei gehabt. In diesem Review erfahrt Ihr alles Wissenswerte über das funktionale 3/4 Jersey und unsere Testeindrücke dazu.

Alles weitere zum Jersey findet Ihr hier:

http://www.oneal.eu/en/stormrider/