Test: Canyon – “Stitched 720”

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #030 [ November & Dezember 2015]

Endlich hat Canyon ein Slopestyler im Programm. Auf diversen FMB-Events konnten wir bereits den Prototyp des „Stitched 720“ bestaunen, da es das Teambike von hochkarätigen Fahrern wie Thomas Genon, Anton Thelander und Peter Henke ist. Das Factory-Team hat auch bei der Entwicklung mitgewirkt. Mit 100 Millimeter Federweg und einer progressiven Abstimmung ist das Bike für große Sprünge ausgelegt und so konzipiert, dass es den Federweg dann frei gibt, wenn er gebraucht wird. Das Bike basiert auf seinem Hardtail-Vorgänger und Namensgeber „Stitched“. Als Slopestyler ist das Bike natürlich insgesamt größer geworden um auch bei dicken Sprüngen stabil in der Luft zu liegen.

//Sehr gut: Lange Bremsleitung für Tailwhips und Barspins.

Der Dämpfer liegt mittig im Rahmen und sorgt dadurch für einen zentralen Schwerpunkt. Durch den konzentrischen Drehpunkt kann das „Stitched 720“ als Singlespeeder gefahren werden da keine Kettenlängung entsteht. Um die Kette auf Zug zu halten ist in die horizontalen Ausfallenden ein Kettenspanner integriert. Das freut: Das „Stitched 720“ kam mit einer richtig langen Bremsleitung. Damit sind sogar Double Tailwhips und Barspins möglich. Die meisten Bikes werden mit zu kurzen Leitung zum Tricksen ausgeliefert. Die Zugverlegung ist gelungen, die Leitungen schleifen nirgendwo.

 //Der Drehpunkt liegt um das Tretlager und die mittige, tiefe Dämpferaufnahme sorgt für einen zentralen Schwerpunkt.

Die Ausstattung am „Stitched 720“ ist insgesamt hochwertig. Ein besonderes Highlight ist die Rock Shox „Pike DJ 26“ die durch ihr geringes Gewicht und die hohe Steifigkeit punktet. Die Übersetzung von 32 x 13 Zähnen ist stimmig und eignet sich gut für große Sprünge. Die Maxxis „Ikon“-Bereifen hat uns gut gefallen und bietet den nötigen Grip. Die Avid „Elixir DB3“ –Bremse reicht am Slopestyler völlig aus und fällt nicht groß ins Gewicht. Der Vorbau misst nur 45 Millimeter und der „Stitched 360“ –Lenker hat eine Länge von 760 Millimeter – genauso mögen wir das Cockpit am Slopestyle-Bike.

 //Gut: Der integrierte Kettenspanner am neuen „Stitched 720“.

Das „Stitched 720“ bringt mit seinem langen Radstand ordentlich Ruhe rein und bietet ein gutes Handling. Einige Tester hätten jedoch ein längeres Oberrohr und kürzere Kettenstreben bevorzugt. Doch alles in allem fährt sich der Canyon-Slopestyler sehr  gut. Das Bike ist mit 11,75 Kilo noch locker unter den Leichteren. Das Einsatzgebiet des „Stitched 720“ liegt ganz klar auf großen Sprüngen und reichlich Airtime. Durch das geringe Gesamtgewicht ist das Bike agil und lässt sich gut steuern. Das Canyon liegt neutral und sicher in der Luft. Es fühlt sich durch die Geometrie-Anlehnung, der progressiven Kennlinie des Eingelenkers und durch den straff abgestimmten Dämpfer auch ähnlich wie ein Hardtail an.

 

 

Fazit: Das „Stitched 720“ ist ein gelungener Slopestyler, hier merkt man auch den Einfluss der Teamfahrer. Die Geometrie überzeugt und wir hatten nichts einzuwenden.

 

Pro: Preis, Gewicht, Geometrie, Integrierter Kettenspanner, Federgabel

Contra: Nichts

 

Unverbindliche Preisempfehlung: 1.999,- € | Größe: Uni | Gewicht: 11,75 kg |

www.canyon.com

 

 

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Glemmride 2019 – Slopestyle mit Fedko, Kaiser, Godziek und Weiteren

Während der Qualifikationen für den Glemmride Slopestyle Contest haben wir uns einwenig unter die Fahrer gemischt und uns umgehört. Neben einer Auswahl an schicken Tricks kommen auch MTB Rider wie Erik Fedko, Peter Kaiser und Multitalent Dawid Godziek zu Wort.

Zum Schluss konnten wir uns auch noch mit einer der Organisatorinnen, Karin Pasterer, unterhalten. Lehnt euch also zurück und schnuppert ein bisschen von der Slopestyle-Luft am Glemmride 2019.

Thomas Genon spricht über Reha, Red Bull Rampage und die Dinge so zu nehmen wie sie kommen

 

Als sich Thomas Genon im März wieder auf die große Bühne der Slopestyle Welt bei Crankworx Rotorua begab und den ersten Contest der Saison fahren wollte, kamen die Dinge anders als gedacht. Wie jedes Jahr läutet Crankworx Rotorua den Start für die Crankworx FMBA Slopestyle World Championship Saison ein und ist der erste große Contest für alle Slopestyle Athleten. Die Rider arbeiten hart an ihren Tricks während der Off-Season, um sie in Rotorua endlich zeigen zu können. Auch das belgische Slopestyle-Talent, Thomas Genon, war perfekt vorbereitet und bereit alles zu geben. Doch dann kam alles anders. Als er gerade vom legendären Rotorua Startturm losfuhr und mit einem Opposite 360 Tuck No-Hander seinen Run begann, kugelte seine Schulter während dem Sprung nach unten aus und er stürzte. 

 

„Ich kann einfach nicht fassen, dass das passiert ist, aber ich kann nichts daran ändern. Das kommt normalerweise nicht vor. Wenn ich einen No-Hander mache, dann kugelt sich meine Schulter für gewöhnlich nicht aus. Der erste Jump der Saison, die Schulter drehte sich aus und ich konnte nicht mehr nach meinem Lenker greifen“, sagte Genon gleich nach seinem verrückten Unfall.

Jetzt, knapp fünf Monate später, hat Genon den schwersten Teil seiner Reha hinter sich gebracht. Er hatte mental, wie auch körperlich vor vielen Herausforderungen gestanden. „Normalerweise bin ich ein sehr positiver Mensch und ich liebe die Herausforderungen. Aber zum Ende des Reha-Prozesses habe ich diese positive Einstellung verloren. Das Schwierigste für mich ist definitiv nicht Biken zu können. Dennoch macht die Reha jetzt viel mehr Spaß als bis vor zwei Monaten noch. Ich bin jetzt endlich in der Lage ein echtes Training zu absolvieren und Dinge zu tun, die Spaß machen.“

 

Eine der größten mentalen Herausforderungen für Genon war es, während der gesamten Slopestyle-Saison ins Abseits zu geraten. Zudem musste er die schwere Entscheidung treffen beim größten Event des Jahres, dem Red Bull Joyride in Whistler, der am 17. August stattfindet, nicht anzutreten. „Ich war während der ganzen Slopestyle-Saison nur Zuschauer und konnte an keinem Contest teilnehmen. Für eine Weile dachte ich, dass ich für Whistler wieder bereit wäre, aber dieses Mal mache ich es richtig und werde mein Comeback erst feiern, sobald ich wieder ganz gesund bin.“

 

Seit er wieder auf seinem Bike sitzt, geht er die Dinge langsam und ruhig an. Meistens trainiert er an seinem Home Spot: „Es ist ein großartiger Spot zum Trainieren, aber es ist auch noch etwas früh alles rauszuholen. Bald jedoch werde ich den Platz so nutzen können wie sonst immer und Vollgas geben.“

Ein Event, das Thomas dennoch nicht verpassen konnte, war der Reboul Jam in Chatel, Frankreich. „Diese Line war eine der ersten Jump Lines seit meiner Operation. Es war fantastisch zu biken und ich war sehr glücklich wieder alle meine Bike-Freunde zu sehen. Ich war wieder Teil dieser Leidenschaft zum Biken, die uns alle verbindet. Das ist genau das, was ich liebe“, sagte Genon.

 

Genon hat Red Bull Rampage ins Visier genommen, für den er sich durch den 5. Platz in 2018 qualifiziert hat. „Rampage hat mich dieses Jahr definitiv motiviert alles zu geben und schnell wieder fit zu werden. Ich freue mich immer mehr auf diesen Contest und kann es kaum erwarten mein Comeback dort zu feiern.“

Vor seiner Verletzung verbrachte Genon einige Zeit mit der Anthill Film Crew auf Hawaii und in der Schweiz um für ihren neuen Film „Return to Earth“ zu filmen. Er drehte viele spannende Segmente zusammen mit Top-Athleten wie Emil Johansson, Ryan „R-Dog“ Howard, Casey Brown und Brett Rheeder. Das Filmen bedeutet für Genon, der Welt zeigen zu können, wie seine Fahrkünste genau aussehen sollen. Hier kann er seine Tricks immer wieder ausprobieren, bis sie perfekt sitzen. Im Gegensatz zu Contests, bei dem ein Athlet nur 2 Runs hat und jeden Trick nur einmal pro Run wirklich ausführen kann.

 

„Das Filmen mit Anthill und der Crew war wie ein wahr gewordener Traum. Es fühlte sich natürlich nicht wie Urlaub an, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Die Filmer wie auch Athleten waren alle mit viel Leidenschaft bei der Sache und machten die Produktion zu etwas großartigem. Wenn nur die kleinste Sache schiefgelaufen ist, haben wir es so lange weiter versucht, bis es klappte.“

Auch wenn Genon Red Bull Joyride zum ersten Mal seit 2012, als er den Event gewonnen hat, verpassen wird, ist er dennoch über das hohe Level des Bikens und dem Fortschritt des Sports begeistert.

Seit 2012 gab es keinen anderen Europäer außer Genon, der in Whistler den 1. Platz belegte. Doch wie sieht es dieses Jahr aus? Wird 2019 ein anderer Europäer auf die Podiumsspitze klettern können? Laut Genon stehen die Chancen auf jeden Fall hoch.

 

„Es ist wirklich schwer zu sagen, wer dieses Jahr Red Bull Joyride gewinnen wird, da alle Rider dieses Jahr absolut abgehen.“

Red Bull TV überträgt Red Bull Joyride LIVE und on-demand, jederzeit und überall verfügbar auf redbull.tv. Die Live-Übertragung startet am Samstag, 18. August, um 01:30 Uhr (CEST). 

 

All photos by © Graeme Murray / redbullcontentpool

24-Meter-Sprünge und pures Adrenalin

Vom 15. bis 21. Juli versammelten sich wieder einmal ein paar der verrücktesten Downhill-Mountainbiker der Welt, um eine der unvernünftigsten Linien des Jahres 2019 zu springen. Der belgische Downhill-König und Reverse Componets Athlet Nico Vink war dieses Jahr der Gastgeber der Veranstaltung.

Die komplette LOOSEFEST-Line wurde von Nico selbst entworfen und gebaut und ist weit verrückter als die vor 2 Jahren. Die Linie, die er im belgischen Bikepark „Ferme Libert“ zusammen mit Cemens Klaudels, Sam Reynolds und Co gebaut hat, ist eine der größten Sprunglinien, die jemals auf einem MTB gefahren wurden. Nur um die Sprünge zu meistern, braucht es die Fähigkeiten und die Entschlossenheit der Besten der Welt. Die hier entworfenen 24-Meter-Sprünge versprechen Tricks und Big Air Time, die wir normalerweise nur beim FMX zu sehen sind.

Wenn es Euch jetzt in den Fingern krabbelt, dann verschafft dem Kribbeln ein Ende und klickt auf den verdammten PLAY-Button. Ride on!

Einer der offziellen Sponsoren des LOOSEFEST2019 war Reverse Components. Der deutsche Hersteller aus Freudenstadt in Baden-Württemberg arbeitet schon seit geraumer Zeit mit Nico Vink zusammen, der nicht nur als Teamfahrer agiert sondern auch als Berater die Entwicklung der freudenstadter Komponenten aktiv beeinflusst. Das Ergebnis sind Produkte, die Top-Athleten aus aller Welt zu schätzen wissen und die auch bei 24-Meter-Sprüngen unnachgiebig nach mehr schreien!

Wenn Ihr Bock habt, die Produkte von Nico Vink genauer unter die Lupe zu nehmen, hier gehts zur Nico Vink Signature Serie.

Offizieller Sponser des LOOSEFEST 2019

Emil Johansson beim Glemmride 2019 – Interview

Klug, reflektiert und vor allem eins: ein unheimliches Talent. Wir haben den erst 21 Jahre alten Emil Johansson im Rahmen des Glemmride 2019 für ein kleines Interview beiseite nehmen können und durften mit ihm eine kleine Momentaufnahme seiner bisherigen Karriere machen. Der Junge aus Schweden hat für sein Alter bereits beachtliches vollbracht und genießt den Status als zweitbester MTB Slopestyle Fahrer der Welt – und das mehr als verdient. Denn Emil hat zweifelsohne hart kämpfen müssen und ist trotz ernster gesundheitlicher Rückschläge, die nicht nur auf Verletzungen zurückzuführen sind, ganz vorne angekommen.
Was ihn also antreibt und wie er es geschafft hat, ein Comeback unter dem größtmöglichem Druck hinzulegen, erfahrt ihr hier vom zweiten Platz Sieger des Glemmride Festivals 2019 selbst.

Viel Spaß beim Schauen und Emil viel Erfolg beim Fahren!

Crankworx Innsbruck: Spank Whip Off’s & Interviews mit Lukas Schäfer, Anthony Messere und Erik Fedko

Beim vergangenen Crankworx Event in Innsbruck haben wir uns ins Fahrerlager begeben und uns bei den top Jungs mal umgehört. So haben wir erfahren, was das deutsche Nachwuchstalent Lukas Schäfer zum Crankworx Vibe zu sagen hat, mit welchen Worten der Kanadier Anthony Messere das Event beschreibt und wie ein Athleten-Frühstück bei Deutschlands bestem Fahrer Erik Fedko aussieht.

Das alles und noch mehr Action, unter anderem von den massiven Whip Off’s, findet ihr genau hier:

Neuer Banger Edit von Brandon Semenuk

Ihr seid noch auf der Suche für etwas Flow für den Feierabend oder das Wochenende? – Revel Co., bestehend aus Filmer Rupert Walker und Brandon Semenuk, bringt euch wiedermal eines der hochklassigsten Bike Videos mit einem Maximum an Kreativität und Qualität, sowohl kamera- als auch fahrtechnisch. Brandon glänzt wie gewohnt mit seinem unnachahmlichen Style auf dem Slopestyler und Big Bike, während Rupert und sein Team den Fahrstil filmisch perfekt ergänzen. Nicht umsonst wurde auch Neuseeland, das Land der weißen Wolken, für den Filmdreh ausgewählt.

Legt also alles beiseite und genießt den digitalen Kurzurlaub: