Photostory: Die Rückkehr des „Ziegen-Königs“

Der aufbrausende Wind lässt die Haare auf den Unterarmen zu Berge stehen, die aus einem dicken, roten Oakley-Kapuzenpulli hervorragen. Der „Goat King“ von 2004 lehnt sich über seinen 580 mm Lenker, gekleidet in Baggy-Jeans und weißen High-Top-Schuhen. Er fokussiert den monströsen 10 Meter-Drop, der unmittelbar vor ihm lauert.

[[nid:7520]]

 

Die Möglichkeit zu scheitern ist allgegenwärtig, ein solcher Gedanke hat hier aber definitiv nichts zu suchen. Wir schreiben das Jahr 2005 und befinden uns beim Adidas Slopestyle im österreichischen Saalbach. Timo Pritzel, amtierender Träger des Style-Awards 2004 dieser Veranstaltungsserie, sitzt gerade auf dem größten Obstacle,der bis zu diesem Zeitpunkt je in einem europäischen Contest gedropped wurde. Eines steht fest: Landet er diesen Sprung nicht perfekt, so wird es ein anderer mit Sicherheit tun -schließlich tummelt sich die Crème de la Crème des Freeride-Sports auf der Startliste: Gracia, Berrecloth, Strait, MacCaul, Bourdon, Vanderham, Zink, … Die Liste der Freeride-Giganten ist lang und alle versuchen sich an diesem furchteinflößenden „Leap of Faith“, wie viele den 10 Meter-Drop nannten, bevor esweiter geht mit einem Wall-Ride, einem Gap über eine Gondel und einigen Doubles bis ins Finish. Klar ist auf alle Fälle: Europäer zählen mittlerweile ebenfalls zur Slopestyle-Elite wie die bis dato dominierenden Amis, in diesem Fall dank des deutschen Riders Timo Pritzel.

[[nid:7519]]

„2004 konnte ich in Saalbach den Dirt Jam Style Award gewinnen und wurde zum ‚Goat King‘ gekrönt. Kurz darauf wusste ich warum, als mich die niedlichenAugen eines Baby-Geißleins anstrahlten. Und als sie den kleinen Bock auch noch nach mir benannten – ich war gerührt und sprachlos!“ – Timo Pritzel

 

Am Ende des Tages konnte Timo den Erfolg aus dem Vorjahr zwar nicht wiederholen, aber ihm brannte vielmehr die Frage unter den Fingernägeln, was denn aus seinem Vorjahres-Gewinn, dem Ziegenkitz, geworden sei. 2004 wurde Timo natürlich schnell klar, dass das hektische Stadtleben von Berlin mit der Aufzucht eines alpenländischen Tieres nicht unbedingt in Einklang zu bringen ist. Nacheinem schmerzvollen Abschied folgte deshalb die Übergabe seines kurzweiligen Gewinns aus Fleisch und Blut an einen fürsorglichen Bauern aus Saalbach Hinterglemm. Obwohl Timo die nächsten Sommersaisonen immerwieder für Wettkämpfe nach Saalbach kam, verlor er über die Jahre den Kontakt zu seinem „Zögling“ und bald fristete die kurze Verbundenheit ein Dasein in Vergessenheit. Genau genommen bis letzten Herbst, als Tibor Simai zu einem Treffen mit seinem langjährigen Freund aufrief– will er doch das Backcountry hinter den gebauten Strecken von Saalbach Hinterglemm vor dem Wintereinbruch noch einmal mit einem guten Freund in Angriff nehmen.

 

[[nid:7538]]

 

 

Natürlich konnte Timo das Angebot nicht ausschlagen, zumal auch noch ein Funken Hoffnung in ihm schlummerte, seinen fast vergessenen, 4-beinigen Freund vielleicht doch noch einmal wiederzusehen. Zudem wäre das auch der perfekte Anlass um das All-Mountain-Bike seines neuen Sponsors Propain ausgiebig im einem der besten Mountainbike-Reviere der Alpen zu testen und mit seinem Kumpel eine lässige Zeit zu verbringen. Jeglicher Zweifel an der Reise ins österreichische Saalbach Hinterglemm war verflogen – Die Zusage fiel ihm somit leicht von den Lippen.

 

Die Freundschaft der Beiden geht übrigens sehr weit zurück – genau genommen ganze 26 Jahre. Tibor war nicht nur als Judge bei den damaligen Contests aktiv, als muskelbepackter Vorzeigeathlet der BMX Szene mit einigen Champions-Titeln und Vorbildfunktion für viele Nachwuchsbiker, war er auch für den jungen Timo Inspiration, um sich intensiver mit dem Thema Mountainbike auseinander zu setzen.

 

„Mit 18 traf ich Timo auf einem Schulausflug nach Berlin, als ich mir bei einer Raststation etwas zu Essen holte. Der kleine Kerl kam auf mich zu und fragte, ob ich der Tibor sei, der BMXer, und wir unterhielten uns eine Weile über Bikes und Rennen. Dieser kleine Junge war Timo. Ich denke es war 1989! Danach trafen wir uns öfters auf BMX-Veranstaltungen, traten sogar gegeneinander an. Es ist großartig, dass sich der Kontakt, trotz unterschiedlicher Karrieren und Plätze, festigte!“ – TiborSimai

[[nid:7527]]
[[nid:7518]]
[[nid:7517]]

 

Einige Tage und einige Anrufe später fanden sich Timo und Tibor oberhalb der Baumgrenze im hintersten Eck von Saalbach Hinterglemm wieder. Es war früh morgens als sie an ihrem geplanten Ziel angekommen sind. Neben den beiden tummelte sich ein Rudel Gämse, die auf die beiden Biker aufmerksam geworden sind. Nach kurzer Musterung, tranken sie genüsslichaus einem glasklaren Bergsee und verließen im Anschluss im verspielten Zick-Zack-Lauf das majestätische Hochplateau, wo sie sich gerade allesamt befanden.

[[nid:7516]]
[[nid:7515]]
[[nid:7514]]
[[nid:7513]]
 

Die Sonne bannte sich ihren Weg immer mehr durch die beeindruckenden Erhebungen der Alpen und flutete das Tal mit einem intensiven Farbspiel, das sie erstaunen ließ. Das Spektakel war leider nur von kurzer Dauer, doch die beiden Profis wussten es wahrlich zu nutzen. Diese Seite der Bergwelt ist den wenigsten Bikern bekannt. Dazu bedarf es einen eisernen Willen frühmorgens aus den Federn zu kriechen. „Early bird“ eben. Diese österreichische Wildnis, die man hier vor Augen bekommt, ist es aber allemal wert. Die Wege wurden per Fuß geschaffen, seien es im Sommer die zahlreichen Wanderer, oder seit Ewigkeiten die Schafe auf den Almen. Dieser Kontrast zu den perfekt geshapten Park-Trails ist einzigartig und Balsam für die Seele zugleich nach einem Sommer in den vielen Bikeparks, die Europa mittlerweile zu bieten hat. Neo-Local Tibor zeigte auf Anhieb seine Affinität zu diesem Untergrund. Geschmeidig und kraftvoll spielte er mit der Strecke. Timo zog ihm gleich.

[[nid:7544]]
[[nid:7543]]
 
 
„Obwohl ich ein Stadt-Kind bin, liebe ich die Berge! Ich bin zwar als Dirt-Biker bekannt geworden, doch immer wieder stahl ich mich in die nächstgelegenen Wälder um Cross-Country zu fahren, oder wie wir es heute zu sagen pflegen: Enduro! Mir ist das wichtig, da ich in der Stadt lebe und eine Auszeit in der Naturbei mir Wunder wirkt. Öfters starte ich meine morgendlichen Runden vor meinerArbeit als Yoga-Lehrer in Berlin, aber wir haben leider keine Berge. So ist eineReise nach Saalbach, um mit meinem Kumpel Tibor die alpine Gegend mit dem Bike zuerkunden, eine wahrhaftige Wohltat.“ – Timo Pritzel
 
[[nid:7540]]
 

Nach einer kurzen „Brotzeit“ bzw. einer Stärkung mit getrockneten Feigen am Gipfel des Reichkendlkopfes – die beiden werden ja von einem namhaften Rohkost-Lebensmittelhersteller gesponsort – starteten sie ihren epischen Ride hinunter in den Ortsteil Lengau. Für einen Dirtjumper stellte sich Timo in den verblockten Passagen außerordentlich geschicktan und manövrierte sein Bike gekonnt durch knifflige Passagen –in Skate-Schuhen und ohne Handschuhe wohlgemerkt.

[[nid:7535]]
[[nid:7522]]
[[nid:7521]]

 

Als sie die letzten Kilometer über den Forstweg zu Tal preschten, und Dreck und Schlamm vom ihren Reifen spritzte, war eines klar: Timo hatte den inoffiziellen Backcountry -Test von Tibor bravourös gemeistert. Besiegelt von steilen und verblockten Wurzelpassagen, vergleichbar mit jenen der Downhill-Weltcupstrecke von Val Die Sole.

Jeder Athlet wird dir die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung bescheinigen und nach diesem kräftezerrenden Morgen-Ride wusste man warum. Da gab es nur eine Abhilfe: Ein Abstecher zum berühmten Spielberghaus in Saalbach um die leeren Energiereserven wieder zu befüllen. Kurz darauf saßen sie vor einer dampfenden Leberwurst aus regionalem Fleisch und die wahrscheinlich besten,knusprigsten Wedges im ganzen Tal waren das kulinarische i-Tüpfelchen ihres Zwischenstopps.

[[nid:7530]]
 

Da die Sonne wieder zum Vorschein kam, war den beiden der Genuss eines Nachschlags auf der Sonnenterrasse leider vergönnt, sowie Timo’s obligatorischer und vor allem regenerativer Mittagsschlaf – Schließlich hatten die Kumpels ein straffes Programm: Als nächstes standen mit der Milka Line und dem Panorama Trail ein paar Bikeparksessions auf der To-Do-Liste, wo sie nun aber in den Genuss einer komfortablen Gondelauffahrt kamen.Nach wenigen Metern auf den besagten Trails wurde eines augenscheinlich: Timo war in seinem Element. Jeder noch so kleine Kickerwurde mit einem Trick veredelt – Timo stylte dabei gefühlte 3 Meter über dem Boden. Ein beeindruckendes Bild, wenn man Bike-Profis bei deren Signature-Moves von hinten beobachten darf, wie bspw. Timo’s legendärer „One-Foot Tabletop“! Tibor und Timo bolzten die Trails mit enormer Geschwindigkeit und Style – man fühlt sich in die 90er zurückversetzt, inmitten einer BMX-Bahn und die Zwei am Feilschen um die besten Plätze und die coolsten Moves.

[[nid:7545]]
[[nid:7542]]
[[nid:7541]]
 

Tibor bekam von diesem unvergesslichen Tag nicht genug und plante eine Sonnenuntergangstour mit Timo. Mit dem Schattberg X-press ging es mit der letzten Seilbahn hinauf in höhere Lagen. 2.000 Höhenmeter fühlten sich mächtig an und der Ausblick auf die Hohen Tauern mit dem bekannten Kitzsteinhorn lässt einen ehrfurchtsvoll inne halten. Nach den ersten Metern am Hacklberg Trail bogen sie in die wohl technisch anspruchsvollste Strecke von Saalbach Hinterglemm ein: dem berüchtigten Bergstadl Trail. ZuBeginn zeigt er sich flowig und verspielt, eine Aufwärmphase wie sich später herausstellte. Die schwierigen und steilen Passagen wurden in der Abenddämmerung in eingoldenes Licht getaucht – Einfach unvergesslich! Getoppt wurde diese Abfahrt nur noch von einem herrlichen Dinner im angesagten Bergstadl, der direkt im Anschluss des Trails auf die beiden wartete. Und hier ließ Tibor dann auch die Bombe platzen: „Timo, ich habe deinen Ziegenbock gefunden! Und morgen wird’s ein Wiedersehen geben!“

[[nid:7547]]

Der nächste Tag startete aber vorerst mit einem „Katz und Maus“-Spiel auf der legendären X-Line powered by Conti am Schattberg. Diese eherdownhill-lastige und knapp 6,8 km lange Freeride-Strecke krönte den spaßigen Aufenthalt in den Bergen. Tibor kennt die Strecke wie seine Westentasche und zauberte sein Bike kraftvoll über Anlieger, Sprünge und Wurzeln. Doch bei den Jumps stahl Timo seinem Münchner Kumpel wieder einmal die Show. Timo ist zwar eher die Dimensionen von Nine Knights und Co gewohnt, doch der riesige Road-Gap am Ende der X-Line machte auch Timo mit seinem Enduro mächtig Spaß. Danach lockte natürlich noch eine feine Abkühlung im eiskalten Fluss am Fuße des Schattbergs, bevor es zurück nach Hinterglemm und zu dem arrangierten Treffen zwischen Timo und seinem Ziegenbock ging. Ein Hauch von ‚Vater trifft seinen verschollenen Sohn’ schürte eine leichte Nervosität in den beiden. Wie sieht der Bock nach all den Jahren wohl aus? Leben Ziegen überhaupt 10 Jahre und länger? Viele Fragen, wenige Antworten! Doch das Warten hatte bald ein Ende. Tibor führte den angespannten Timo zu dem Platz unter der Reiterkogelbahn, wo damals der Adidas Slopestyle Contest stattfand und Timo zu seinem Triumph fuhr. Die Blicke Richtung Berg schweifend erspähten sie einen Ziegenverschlag unter dem Schutz von Bäumen. Eine Herde aus Ziegen und Böcken stand dicht gedrängt neben der kleinen Hütte, doch ein Mitglied der tierischen Gruppierung stach besonders hervor. Die Suche hatte ein Ende.

[[nid:7531]]
[[nid:7529]]
[[nid:7537]]

„ Der riesige Bock war beeindruckend, fast ein bisschen respekt einflößend. ich denke er ist der Chef der Truppe. Als ich ihn dann aus dem Gehege für einen kleinen Spaziergang nahm, war es ein wenig einschüchternd. Es war wichtig keine Angst aufkommen zu lassen und ihm von Anfang an klar zu zeigen, dass ich sein „Vater“ bin und ich denke er akzeptierte das auch so. Zum Schluss verglichen wir noch unsere Ziegenbärte. Wer gewonnen hat, braucht man glaube ich nicht genauererörtern“ – Timo Pritzel

[[nid:7539]]

Und das war’s – nach 10 langen Jahren dickem und vollem Bartwuchs endlich wiedervereint! Auch ohne einer DNA-Verifizierung lässt sich die augenscheinliche Zusammengehörigkeit von Timo und seinem 4-beinigen Freund festmachen. Dem Bart sei Dank! Auch zehn lange Jahre nach der Krönung zum „Goat King“von Saalbach hält Timo’s Passion somitweiter an – vier Beine, 2 Räder und prächtige Bärte. Ride On!

 

 

Bilder: Nathan Hughes

 

[[nid:7546]]
[[nid:7540]]
[[nid:7532]]
[[nid:7528]]
[[nid:7524]]
[[nid:7523]]
Previous ArticleNext Article

PM: Schlammschlacht in Leogang

iXS EDC #5 2017 Leogang

Leogang war am zurückliegenden Wochenende Gastgeber für das Finale des Europacups und bot einen spannenden Wettbewerb. Die Tagessiege sicherten sich Eleonora Farina und Ondrej Stepanek, während die Serientitel an Jure Zabjek und Monika Hrastnik gingen.

Das letzte Rennen des diesjährigen iXS European Downhill Cups stand in Leogang auf dem Programm. Wie in den vergangenen Jahren war es Teil des Biketember Festivals, bei dem noch weitere Veranstaltungen geboten wurden. Der mittlerweile weltweit bekannte Bikepark im Salzburger Land ist seit der Geburtsstunde des Europacups dabei und feierte somit in diesem Jahr das zehnte Jubiläum. Ein Ereignis der anderen Art hingegen zelebrierte bei diesem Anlass Markus Pekoll (AUT – MS Mondraker), der sich diese Veranstaltung als das letzte Rennen seiner langen Karriere ausgesucht hatte. Der ehemalige Europacupgewinner und neunte bei seiner Heimweltmeisterschaft beendete seine aktive Laufbahn und ehrte sowohl Leogang als auch den iXS Cup mit seiner bewussten Auswahl des Ortes für seinen Abschied.

Der Ausrichter der Leoganger Bergbahnen hatte bereits zum Weltcup in diesem Jahr einige Umbaumaßnahmen an der Strecke vorgenommen, wodurch der Kurs den aktuellen Anforderungen an Downhillrennen angepasst wurde. Mit 2300 Metern Länge und einer Höhendifferenz von 480 Metern kann man wahrlich von einem alpinen Kurs sprechen. Wie so oft in den letzten Jahren hatten die Teilnehmer auch diesmal wieder mit nassen Bedingungen zu kämpfen. Allerdings wenn man sich die Saison rückblickend ansieht, gab es beim iXS Cup 2017 wohl genug Möglichkeiten sich an solche Verhältnisse zu gewöhnen.

325 Fahrer aus 28 Nationen hatten sich für das Rennen eingeschrieben und natürlich war die komplette Riege der Favoriten angereist. Aber auch einige Athleten, die in der Gesamtwertung keine große Rolle spielen konnten, gingen an den Start und wollten beim prestigeträchtigen Tagessieg ein Wörtchen mitreden. Schließlich ging es neben den Punkten für die Serienwertung auch um weitere Punkte in der UCI Weltrangliste. In diesem Ranking lagen einige der Protagonisten gar nicht so schlecht, beispielsweise Jure Zabjek (SLO – Unior Tools Team) auf Rang zehn oder Eleonora Farina (ITA – GB Rifar Mondraker ASD) auf dem vierten Platz. Doch hauptsächlich ging es um den Titel des Europacups. Hinsichtlich dieser Wertung konnten jedoch zwei Teilnehmer eher entspannt ins Rennen gehen, denn Jure Zabjek und Monika Hrastnik (SLO – Blackthorn) hatten sich den Sieg in den Elite Klassen schon vorzeitig gesichert. Allerdings waren die nachfolgenden Plätze noch komplett offen, so dass selbst in der Qualifikation jeder einzelne Punkt hart umkämpft war.

Der Freitag begann am Vormittag mit einem Track Walk im Nebel, wobei schon ab und zu der blaue Himmel durchkam. Die Fahrer begutachteten den Kursverlauf und versuchten sich an der einen oder anderen Stelle ein paar schnelle Linien auszusuchen. Anschließend wurden ihnen sechs Stunden Trainingszeit zur Verfügung gestellt, was beim Europacup immer für eine ziemlich relaxte Stimmung sorgt.

High Fives and Good Times – Eleonora Farina

Für den Samstag sah die Wetterprognose schon anders aus. Aber am Ende war es doch nicht ganz so schlimm wie vorausgesagt, was in diesem Jahr irgendwie öfters mal der Fall war. Vielleicht sollten die Meteorologen mal etwas von ihrem Pessimismus ablegen. Trotzdem blieben die Temperaturen im einstelligen Bereich und während der Trainingszeit am Morgen kam auch noch etwas Regen dazu. Die Nässe von oben hielt sich zwar noch in Grenzen, aber in Anbetracht des Wetters und der anstehenden Qualifikation war langsam schon die Anspannung im Fahrerfeld zu spüren. Am Ende legte Eleonora Farina die Bestzeit bei den Elite Women hin, wobei das Bemerkenswerteste im Bereich der weiblichen Starter wohl eher die Zeit der U17 Fahrerin Valentina Höll (AUT – Sram TLD Racing) war, die mit 4:21.807 Minuten mehr als zweieinhalb Sekunden schneller war. Bei den Elite Men war es Loris Revelli (ITA – Argentina Bike De Vinci Italy), der mit einer Zeit von 3:46.983 Minuten sich den letzten Startplatz im Super Final sicherte.

Valentina Höll – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Am Ende legte Eleonora Farina die Bestzeit bei den Elite Women hin, wobei das Bemerkenswerteste im Bereich der weiblichen Starter wohl eher die Zeit der U17 Fahrerin Valentina Höll (AUT – Sram TLD Racing) war, die mit 4:21.807 Minuten noch mehr als zweieinhalb Sekunden schneller war. Bei den Elite Men war es Loris Revelli (ITA – Argentina Bike De Vinci Italy), der mit einer Zeit von 3:46.983 Minuten sich den letzten Startplatz im Super Final sicherte.

Der Sonntagmorgen war dann ganz ähnlich. Die Strecke war genauso nass wie am Vortag und das Quecksilber blieb wieder weit unten. Da war es also wieder, dass fast schon typische Leogang-Wetter. Irgendwie könnte man das Gefühl eines Déjà-vu-Erlebnisses bekommen, schließlich war es in den beiden vergangenen Jahren auch so, dass sich direkt zum Biketember-Festival der Sommer verabschiedete. Aber naja, eines muss man dem Kurs ja wirklich lassen, er geht ordentlich bergab, so dass man trotz des Schlamms nicht stecken bleibt. Eine saubere Angelegenheit war es auf jeden Fall nicht mehr. Allerdings kam bis zum Finallauf keine weitere Nässe dazu, so dass der Kurs an manchen Stellen leicht abtrocknen konnte. Somit konnte man erwarten, dass die Zeiten im Finale etwas schneller als die des Vortags sein werden.

Als erste Klasse ging nach der Mittagspause die Pro Masters an den Start. Die Erwartungen bestätigten sich, die Bestzeit des Vortages wurde um mehr als fünf Sekunden unterboten, allerdings nicht von den Hauptakteuren des Seeding Runs. Schnellster war diesmal Fabrizio Dragoni (ITA – Alessi Racing Team), der mit einer Zeit von 3:56.014 Minuten hauchdünn vor Luis Ribeiro (POR – Penacova DH U.D.Lorvanence) Tagessieger wurde. Dritter wurde Willi Lützeler (GER – Cube), der sich damit die Serienwertung sicherte.

Anschließend war die Klasse U17 female dran. Auch hier konnte Valentina Höll ihre Zeit des Vortages noch einmal verbessern. Sie benötigte nun nur noch 4:13.689 Minuten, also noch einmal etwa acht Sekunden weniger. Damit konnte sie Anna Newkirk (USA – Team Project) mit 15 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz verweisen, wobei Ottilia Johansson Jones (GBR – Propain Gravity Juniors) das Podest komplettierte. In der männlichen U17 Klasse konnte Jules Picod (FRA – Les Gets) erneut glänzen und verbesserte seine Zeit aus dem Seeding Run noch einmal um zehn Sekunden. Der junge Franzose nahm damit Janosch Klaus (SUI – Team Project) den Tagessieg, allerdings konnte dieser sich über die Serienführung freuen. Dritter wurde Yannick Baechler (GER – IDirt Racing Team).

Janosch Klaus – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Leider änderte sich das Wetter dann wieder und erneuter Regen machte es den Fahrern noch schwerer. Glücklicherweise gibt es im Europacup das Super Final, so dass der Tagessieg nur in einem kurzen Zeitraum mit meist homogenen Bedingungen ermittelt wird. Dieser Vorteil wurde in diesem Jahr schon öfter deutlich, wenn der Weltcup ähnlich wechselhafte Wetterverhältnisse hatte und das Ergebnis somit verfälscht wurde.

Bei den Elite Women konnte Eleonora Farina ihre Leistung vom Vortag erneut abrufen und sich damit den Tagessieg sichern. Die amtierende Europameisterin benötigte diesmal 4:17.528 Minuten und bewies damit ihre Qualität. Bei drei Rennteilnahmen konnte sie mit drei Bestzeiten in der Quali und drei Siegen die volle Punktzahl abräumen. Trotzdem reichen eben drei Rennen nicht, um am Ende die Krone der Seriensiegerin zu bekommen. Mit diesem Titel verließ am Ende Monika Hrastnik den Platz, die mit dem dritten Rang im Tagesergebnis vielleicht etwas auf Sicherheit gefahren ist. Zweite wurde Sandra Rübesam (GER – Nukeproof Factory), die im Gesamtklassement somit auf dem dritten Platz hinter Farina geführt wird und damit ihre beste Europacupsaison vorweisen kann.

Eleonora Farina – iXS EDC Leogang 2017 © Rick Schubert

Und schon wieder lohnt der Blick auf den Vergleich zwischen Vali Hölls Zeit und der Bestzeit bei den Frauen. Wieder war die Saalbacherin schneller, diesmal allerdings bei etwas trockeneren Bedingungen. Trotzdem sind vier Sekunden wahrscheinlich genau das, was man sich bei dem letzten Rennen der Saison wünscht, wenn man weiß, dass im nächsten Jahr ein anderer Wind weht, nämlich der des Weltcups. Mit dem iXS Cup hat sich die sympathische YT Pilotin in den letzten fünf Jahren bestens vorbereitet und sicherlich wird Österreich zukünftig einen adäquaten Ersatz für den nun zurückgetretenen Markus Pekoll haben.

Nach den Frauen waren dann die Junioren an der Reihe. Till Ulmschneider (GER – SRAM Young Guns) war hier das Maß der Dinge. Mit 3:54.795 Minuten und zwei Sekunden Vorsprung sicherte er sich das beste Ergebnis seiner Karriere, wobei er auch in der U17 Klasse schon einmal ein Rennen des Europacups gewinnen konnte. Das Resultat wird ihm sicherlich helfen, wenn er im nächsten Jahr das erste Mal als Elite Fahrer am Start steht. Zweiter des Rennens wurde Luca Henzi (SUI – Hot-Trail Racing), gefolgt von Rudi Pintar (SLO – Sinter Brakes Team), der damit die Serienwertung gewinnen konnte und somit dem 2017 neu gegründeten Nachwuchsteam den perfekten Abschluss bescherte.

Rudi Pintar – iXS EDC LEogang 2017 © Rick Schubert

Als letztes Rennen stand dann noch das Super Final der Elite Men Klasse auf dem Programm. 32 Fahrer traten gegeneinander an, um unter sich den Tagessieger auszufahren. Schon Basil Weber (SUI – Team Project), als Zweiter auf den Kurs gegangen, legte eine Zeit vor, die unter der Bestzeit des Vortages lag. Somit war klar, da würde noch einiges mehr gehen, wobei er allerdings erst einmal eine ganze Weile auf dem Red Bull Hot Seat platznehmen durfte. Erst der als achtletzter gestartete Andrea Kolb (AUT – MRC Saracen Racing) unterbot seine Zeit. Ab da ging es dann aber Schlag auf Schlag, denn der nächste war Jure Zabjek, der wohl derjenige mit dem wenigsten Druck war, schließlich wusste er, dass er am Ende des Tages sowieso Seriensieger sein würde. Aber natürlich hat der junge Slowene in diesem Jahr oft genug bewiesen, dass er auch mit einer gewissen Anspannung gut umgehen kann. Wie auch immer, er hatte es wieder geschafft und legte mit 3:44.115 Minuten eine Zeit vor, die eigentlich ziemlich viel Wert zu sein schien, wäre da nicht die Zwischenzeit von Ondrej Stepanek (CZE – CTM Racing Team) gewesen, die einen kurzen Moment später angezeigt wurde. Der Tschechische Meister, der noch nie in der Elite Klasse auf dem Podest des Europacups stand, hatte an der Zwischenzeit dreieinhalb Sekunden Vorsprung. Der 23-Jährige konnte den Vorsprung bis ins Ziel retten und schob sich dort mit einer Zeit von 3:41.297 Minuten auf den ersten Platz.

Ondrej Stepanek – iXS EDC LEogang 2017 © Rick Schubert

Damit stand das Ergebnis fest, Stepanek vor Zabjek und auf dem dritten Rang landete Joshua Barth (GER – Solid Reverse Factory Racing), der damit sein erstes Europacup-Podium erreichte. Die Gesamtwertung geht komplett an den Ostblock, mit Zabjek als Sieger, Stepanek als Vize und Rastislav Baranek (SVK – Kellys Factory Team) als Drittplatzierter.

Damit ist die erste 2017er iXS Serie abgeschlossen und es folgen jetzt noch die Finalläufe des German Cups in Thale und des Swiss Cups in Bellwald. Der Europacup hat nun seine zehnte Saison hinter sich gebracht und ist seinem Anspruch als Sprungbrett zum Weltcup wieder einmal mehr als gerecht geworden.

PM: Timo Pritzel ab sofort auf Marin Bikes unterwegs.

Photo Credits : Nine Knights/David Malacrida // Hector Saura/ bicycle Nightmares

PM: Herzschlagfinale! Rogatkin rotiert vierfach zum Sieg

Der fetteste Urban Slopestyle Contest des Jahres hat einen würdigen Sieger gefunden! Nicholi Rogatkin (USA, 92,05 Score) zeigte beim Red Bull District Ride in Nürnberg den besten Run in einem unglaublich hart umkämpften Finale und ließ sich von den zehntausenden ekstatischen Fans feiern. Der 21-Jährige fing mit seinem zweiten Run dank eines blitzsauberen 1440 den bis dahin führenden Emil Johansson (SWE, 91,34) noch ab. Das Podium wurde von Johansson und Szymon Godziek (POL, 89,66) komplettiert. Der einzige Deutsche, der sich für das Finale qualifizierte, machte die heimischen Fans mit einem extrem starken Auftritt überglücklich. Erik Fedko, der sich überhaupt erst durch eine FMB Wildcard für das legendäre Event qualifiziert hatte, landete mit zwei konstant starken Runs auf Platz 5. Mit seinem 2. Rang entschied außerdem Emil Johannson (SWE) die FMB Diamond Series für sich und beerbt damit Nicholi Rogatkin (USA) als neuen FMB World Champion!

Action verpasst? Keine Sorge! Den Replay aller Runs gibt es auf Red Bull TV! Alle Highlights vom Red Bull District Ride 2017 auf redbulldistrictride.com

 

Neun Weltklasse Athleten schlängelten sich beim Finale des Red Bull District Ride auf dem von Martin Söderström designten Kurs durch die Nürnberger-Altstadt. Dabei stand viel auf dem Spiel: Neben dem Sieg beim legendärsten Urban-Slopestyle-Contest aller Zeiten, ging es auch um den FMB World Champion Title. Mehdi Gani (FRA) war der erste Rider, der mit einem starken Score die Schwelle von 80 Punkten übertreffen konnte und heizte damit erstmals dem Publikum ein. Lange währte die Freude über den ersten Platz aber nicht, denn der 19-jährige Deutsche Erik Fedko schob jeden Druck und jegliche Nervosität beiseite und zeigte vor heimischer Kulisse seine Klasse. Mit 83,34 Punkten setze er sich an die Spitze und ließ sich von dort erst vom amtierenden FMB World Champion, Nicholi Rogatkin, verdrängen.

Nachdem der Amerikaner an der 90iger-Marke gekratzt hatte, durften sich die zehntausenden Supporter auf weitere hochklassige Runs freuen. Zwar zeigten sowohl Diego Caverzasi (ITA) und Szymon „Extension Man“ Godziek (POL) jeweils genialen Style und großartige Tricks, doch reichte es nicht ganz, um den Amerikaner vom Thron zu stoßen. Dann droppte der Diamond Series Führende, Emil Johannson, von der Kaiserburg. Der „Kombinationskönig“ trickste sich durch die Gassen und brachte die Menge zum Grölen. Mit 90,23 Punkten setzte sich der 18-jährige an die Spitze des Fahrerfeldes.

Damit war es mit der Spannung aber lange nicht vorbei. Der zweite Run war von absoluter Weltklasse geprägt. Der 38-jährige Ryan Nyquist (USA), Mountainbike-Allrounder Jakub Vencl (CZE) und Energiebündel Anthony Messere (CAN) ließen sich alle von der phänomenalen Stimmung pushen und verbesserten ihre Scores aus dem ersten Run. Für die Kuriosität des Tages sorgte dann Mehdi Gani, der bis zum Ende des „Jeep The Rhythm District“ einen sehr guten Run mit viel Flow gezeigt hatte. Doch auf der Brücke zum folgenden Tech District platzte der Hinterreifen, als er sich eine kurze Verschnaufpause nahm. Dann ging es aber auch schon mit unbändiger Action weiter.

Zunächst konnte Erik Fedko vor den begeisterten Zuschauern seinen ersten Run nochmals verbessern und schob sich somit auf Platz Vier vor. Das wollte der Italiener Diego Caverzasi aber so nicht auf sich sitzen lassen. Der 23-Jährige schlug unmittelbar zurück, was aber den phantastischen 5.Platz des jungen Deutschen nicht schmählern sollte. Im Kampf um den Sieg konnte Szymon Godziek nicht mehr eingreifen, obwohl er im Aufzug auf dem Weg zum Big Air District mit freundlicher Unterstützung vom Best Trick Fahrer Bienvenido Aguado Alba (ESP) eine Modifikation an seinem Bike vornahm. Somit konnte der polnische Athlet mit atemberaubender Eleganz seinen geschmeidigen Backflip Superman One Handed Seatgrab zum zweiten Mal an diesem Wochenende zum Besten geben und sicherte sich damit den 3. Platz.

Dann machte sich Nicholi Rogatkin auf den Weg zum Nürnberger Hauptmarkt und legte auf den ersten 600m schon richtig was vor, bevor er sich dann in den Aufzug begab. Oben angekommen war den zehntausenden Zuschauern schon bewusst, dass der Showman oben in 15m-Höhe nochmal ganz groß auftrumpfen würde. Rogatkin schoss über den 4,5-Meter-hohen Kicker und präsentierte den Zuschauern einen fantastischen 1440, der ihn zudem auf den ersten Platz katapultierte. Oben an der Kaiserburg schüttelte Emil Johansson mit einem Grinsen den Kopf. Der junge Schwede versuchte alles, zauberte die kompliziertesten Kombinationen in den Nürnberger Himmel. Doch es sollte nicht mehr ganz reichen.

Damit sah der Red Bull District Ride 2017 gleich zwei Sieger. Nicholi Rogatkin konnte sich bei seinem zweiten Antritt nach 2014 den heiß ersehnten Sieg beim legendären Urban-Slopestyle-Event sichern. Emil Johansson ließ sich von allen Fahrern als jüngster Weltmeister aller Zeiten zum FMB World Champion Titel gratulieren! Insgesamt besuchten über das ganze Wochenende gesehen 94.000 Zuschauer den Red Bull District Ride 2017.

Nicholi Rogatkin:
„Dieser Sieg bedeutet mir alles! Der Red Bull District Ride ist einfach einzigartig und das Gefühl jetzt hier zu stehen: einfach überwältigend. Die Momente und Erinnerungen, die uns diese Zuschauer heute geschenkt haben, sind unbeschreiblich. Danke Nürnberg, dass wir dieses Wochenende eure Stadt einnehmen durften!“

 

 

Emil Johansson:
„Es ist ein unbeschreiblicher Event, so viele Zuschauer! Ich habe von diesem Wochenende beim Red Bull District Ride geträumt und war sehr nervös aber ich habe direkt einen richtig guten ersten Run gezeigt. Jetzt bin ich FMB World Champion! Ich habe lange darauf hingearbeitet und es war immer mein Ziel. Es fühlt sich einfach unbeschreiblich an!“

 

 

Erik Fedko:
„Der heutige Tag war absolut einzigartig für mich. Ein geniales Erlebnis, diese Crowd beim letzten Sprung, tausende Leute, die dir zujubeln – das ist einfach ein geniales Gefühl. Ich bin total happy!“

 

VIDEO: Freeriden in British Columbia

El Flamingo Films steht für Qualität. Nun war die Filmcrew mit Votec Teamfahrer Axel Weinmann im schönen British Columbia. Wer bekommt bei diesem Edit Fernweh?

MOMENTS OF B.C. with Axel Weinmann from El Flamingo Films on Vimeo.

PM: Hochspannung beim Weltcup-Finale in Val di Sole

Vier Monate, neun Länder, zwei Kontinente und am Ende entscheidet sich alles an diesem Wochenende. Das Weltcup-Finale des UCI Mountain Bike World Cup in Val di Sole verspricht ein hochspannender Abschluss einer ohnehin schon außergewöhnlichen Weltcup-Saison zu werden. Im Downhill trennen nur 146 Punkte die drei Führenden in der Gesamtwertung der Frauen, bei den Männern trennen die ersten Drei sogar nur 77 Punkte, und so ist in Val di Sole auf der wohl schwierigsten Strecke des Jahres ein hartumkämpftes und extrem spannendes Rennen garantiert. Im Cross-Country sind die Entscheidungen zwar schon in Mont-Sainte-Anne gefallen, doch mit Nino Schurter’s (SUI) Chance auf eine historische, perfekte Saison und einem engen Rennen um die Podest-Plätze bei den Männern und Frauen, mangelt es auch hier nicht an Spannung.

Am 26. und 27. August können Mountainbike-Fans die achte Runde des UCI Mountain Bike World Cup presented by Shimano in Val di Sole live auf Red Bull TV verfolgen. Neben dem englischen Stream wird Red Bull TV das gesamte Renngeschehen auch mit deutschem Kommentar anbieten. Christopher D. Ryan wird das Cross-Country-Rennen mit dem dreifachen Weltcupsieger Mike „The Bike“ Kluge im deutschen Live-Stream begleiten, im Downhill Livestream steht Ryan Bike-Profi und Gravity-Allrounder Tibor Simai zur Seite.

DOWNHILL
Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern standen bei den ersten vier Downhill Weltcups der Saison vier unterschiedliche Sieger auf dem Podium und so waren zur Mitte der Saison die Abstände in der Gesamtwertung extrem gering. Beim Rennen in Lenzerheide gab es dann zwar mit Greg Minnaar (RSA) und Myriam Nicole (FRA) die ersten „Wiederholungstäter“ der Saison, doch beim letzten Rennen in Mont-Sainte-Anne schlug das unvorhersehbare Wetter zum wiederholten Male in dieser Saison zu und würfelte das Feld abermals durcheinander. Im Rennen der Männer wurden Erinnerungen an den ersten Weltcup der Saison in Lourdes wach, als der Nieselregen, der das Rennen in Mont-Sainte-Anne begleitete, pünktlich zur Startzeit der 25 Bestqualifizierten und Favoriten in einen Platzregen biblischen Ausmaßes umschlug.

Fahrer um Fahrer kämpften sich die Top 25 durch die Schlammbäche, die die Strecke herunterrannten, doch niemand vermochte es, die Zeit von Dean Lucas (AUS), der vor dem heftigen Regen startete, zu unterbieten. Erst Jack Moir (AUS) demonstrierte mit einem unglaublichen Lauf, dass es mit viel Risiko und einem Ritt auf Messers Schneide möglich war, an Lucas’ Zeit heranzukommen. Angespornt von Moirs Lauf setzten die Topfahrer alles auf eine Karte, und tatsächlich schafften es Danny Hart (GBR), Loic Bruni (FRA) und Troy Brosnan (AUS) bis auf wenige Sekunden an Lucas’ Zeit heran, doch es war der Amerikaner Aaron Gwin, der mit einem der besten Regen-Läufe der Downhill-Geschichte das unmöglich Scheinende gelang und Dean Lucas mit einer vollen Sekunde Abstand vom ersten Platz verdrängte. Da der Führende in der Gesamtwertung Greg Minnaar kurz zuvor nach einem Sturz die Strecke verließ und disqualifiziert wurde, schob sich Gwin somit bis auf 31 Punkte an ihn heran, während Brosnan seinen Abstand auf 77 Punkte verkürzen konnte.

Mit den engsten Abständen der jüngeren Downhill-Geschichte spielt Taktik beim Saisonfinale in Val di Sole keine Rolle mehr. Minnaar, Gwin und Brosnan müssen voll auf Angriff fahren, und die Fans erwartet ein extrem spannendendes Rennen auf der wohl schwierigsten Stecke der Saison.

Der UCI DHI Mountainbike Weltcup mit deutschem und englischem Kommentar live aus Val di Sole am 26. August und on-demand jederzeit und überall verfügbar – nur auf Red Bull TV!

Das Saison-Finale der Frauen dürfte genauso spannend, wie das der Männer werden. Nach ihrem Auftaktsieg in Lourdes musste die amtierende Weltcup Gesamtsiegerin und Weltmeisterin, Rachel Atherton (GBR), die beiden Weltcups in Fort William und Leogang verletzungsbedingt auslassen. In ihrer Abwesenheit präsentierten sich Tracey Hannah (AUS), Tahnée Seagrave (GBR) und Myriam Nicole (FRA) stark und sicherten sich zunächst jeweils einen Sieg. In Lenzerheide übernahm Nicole mit ihrem zweiten Saisonsieg dann erstmals in ihrer Karriere die Führung in der Gesamtwertung, allerdings nur mit einem sehr dünnen Vorsprung vor Hannah und Seagrave. In Mont-Sainte-Anne schlug Seagrave zurück und holte sich den Sieg vor Nicole und Hannah, die sich trotz eines Platten im unteren Drittel der Strecke den dritten Platz sichern konnte. Vor dem letzten Rennen der Saison trennen Nicole nun nur noch 110 Punkte von Hannah und 146 von Seagrave.

Wird Nicole ihre Führung im letzten Rennen der Saison verteidigen und sich erstmals die Krone der Weltcup Gesamtsiegerin sichern? Können Hannah und Seagrave Nicole auf der schwierigen und steilen 2,2km langen Strecke noch abfangen?

Live auf Red Bull TV!

Übertragungszeiten des UCI Mountain Bike World Cup 2017 – Val di Sole:
DHI Frauen: 26. August, live auf Red Bull TV 13:00 MEZ
DHI Männer: 26. August, live auf Red Bull TV 15:00 MEZ

PM: 3D Video Animation des Red Bull District Ride Tracks

Der Kurs des legendären Red Bull District Ride hat es in sich! 20 Weltklasse Slopestyle Athleten werden sich am 1. und 2. September in der Altstadt Nürnbergs messen und müssen den von Martin Söderström designten Kurs mit den fettesten Tricks überwinden, um die siebenköpfige Jury und zehntausende Fans zu überzeugen.

Castle Drop District
Gleich im ersten Streckenabschnitt wird den Fahrern an der Kaiserburgmauer viel Mut und allerhöchste Präzision abverlangt. Nach einem 5-Meter hohen Drop geht es gleich darum, die richtige Portion Schwung aus einer Berm heraus für den zweiten Trick an der Hip mitzunehmen. Hier sammeln die Rider die ersten Punkte für die Gesamtwertung!

Box District
Im zweiten District überwinden die weltbesten Athleten zunächst einen Step Down Sprung über Treppen in der engen Unteren Schmiedgasse, bevor sie am Albrecht-Dürer Denkmal über ein 6-Meter-Langer „Boxjump“ ihrer Kreativität freien laufen lassen können.

Jeep the Rhythm District
Dann geht es zum Sebalder Platz, wo die Athleten vor dem Backdrop der Sankt Sebaldus Kirche ihren Rhythmus finden müssen. Drei trickbare Features hintereinander müssen sie hinter sich lassen und dabei die Jury vollends überzeugen, um eine Chance auf den Titel zu haben.

Tech District
Im vorletzten Streckenabschnitt geht es technisch richtig zur Sache und er fordert die Fahrer auch konditionell heraus. Entlang am alten Rathaus bis kurz vor den Hauptmarkt müssen mehr als 100 Meter mit komplexen Trick-Kombinationen überwunden werden, bevor es dann mit dem Aufzug in den vierten Stock des Rathauses geht.

Big Air District
Zeit zum Verschnaufen haben die Athleten vor dem grandiosen Finish nicht. Nach kurzer Aufzugfahrt geht es zum Fenster des Rathauses, wo zehntausende Fans unten auf dem Hauptmarkt auf den ultimativen Schlussakkord von jedem Run warten. Aus 15 Metern Höhe, rasen die Slopestyle-Athleten auf einen 4,50 Meter hohen Kicker zu, der sie dann in den Nürnberger Himmel jagt. Hier haben die Profis die letzte Gelegenheit, die Jury und auch die Fans in Ekstase zu versetzen.

Über den Red Bull District Ride:
Nach fünf Auflagen in den Jahren 2005, 2006, 2011 und 2014 in Nürnberg sowie in Catania/Italien (2006) hat der Red Bull District Ride einen legendären Status erlangt. Die weltbesten Slopestyle-Athleten treten vor einer einzigartigen, urbanen Kulisse an und begeistern mit ihren Tricks zig tausende Zuschauer.

Send this to a friend